Neuer Xeon muss sich Core 2 geschlagen geben

IntelSchon einige Wochen vor der Intel Core 2 Duo Vorstellung, präsentierte Intel seine neue Server-Riege, die ebenfalls auf der neuen, bahnbrechenden Core-Microarchitektur basiert. Tests zu den neuen, viel versprechenden Prozessoren waren rar gesäht und einen direkten Vergleich zum Intel Core 2 Duo fand man nirgends. Nun haben sich die Kollegen von GamePC mit dem Thema befasst und haben den aktuellen Intel Xeon 5160, welcher mit 3.0 GHz pro Kern taktet und zudem noch an einem 1333 MHz schnellen FSB angebunden ist, gegen den Intel Core 2 Extreme X6800 antreten lassen, welcher seinerseits "nur" 2.93 GHz und FSB 1066 auf der Habenseite hat. Doch völlig überraschend dominiert der Intel Core 2 Extreme X6800 und führt das Feld klar vor dem Intel Xeon 5160 an, der sich der Intel Extreme Edition um ganze 7% geschlagen geben muss. Zudem hatte er peinliche Aussetzer in sehr altagsgebräuchlichen Programmen wie 7-Zip, wo er mit 50% Rückstand praktisch kein Land mehr sah.

Zugegeben, Intel hatte anfangs verlauten lassen, dass Conroe, Merom und Woodcrest nicht 1:1 identisch seien und gab an, dass jeder Core spezielle Optimierungen erhalten würde. In welchem Maße diese Optimierungen allerdings ausgesponnen wurden, ließ man nie an die Öffentlichkeit gelangen, so dass nach den Ergebnissen nun sicherlich Gesprächsbedarf besteht. Einziger, ansatzweise erklärender Grund für die Misere des Woodcrests ist der Speicher, genauer gesagt der servertypische FB-DIMM Speicher, der von der Marke Samsung gestellt wurde und mit 333 MHz zu Werke ging. Der beim Intel Core 2 zum Einsatz kommende Speicher war mit 400 MHz frequentiert und ein handelsüblicher Speicher. Gewiss war somit der Woodcrest im Vorfeld ein wenig benachteiligt, jedoch sollte die unterschiedliche Speicherkonfiguration im besten Fall für Aussetzer von 1-2% sorgen.

Die Idee sich einen Xeon 5160 (851 US-Dollar) zu kaufen anstatt eines Core 2 Extreme X6800 (999 US-Dollar), ist nun auch hinfällig. Sowieso wären bei einem Xeon-System zusätzliche Kosten beim Speicher angefallen, die das ganze hätten relativieren lassen. Dennoch: Auf dem Papier bleibt der Xeon 5160 die derzeit schnellste Intel-CPU, auch wenn die Praxis eine andere Sprache spricht. Nüchtern betrachtet kräht sowieso kein Hahn danach, ob die neuen Xeon CPUs schneller sind als die Core 2 CPUs oder nicht, denn sie sind keine direkten Konkurrenten und gegenüber AMD hat man eh noch genügend Oberwasser. Das mulmige Gefühl, dass der Xeon langsamer ist, bleibt dennoch. Hat Intel womöglich nicht ohne Grund im Server-Sektor den Namen Xeon beibehalten und ihn nicht gegen den Namen Core 2 ausgetauscht wie in allen anderen Sektoren?


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