Intel schluckt ehemaliges 3DLabs Team

IntelDas Intel schon seit längerem im stillen Kämmerlein an einem eigenen Grafikchip - unabhängig von den integrierten Chipsätzen - arbeitet, ist ja kein Geheimnis mehr. Neu hingegen ist, dass die Väter des Pentiums laut einem Bericht der Kollegen von "The Inquirer" einen Großteil der Belegschaft des ehemaligen 3DLabs Teams übernommen haben, um diese in Oregon anzusiedeln, wo die hauseigene Grafikabteilung der Kalifornier sitzt. Möglich wurde dieser Coup aber erst durch die freundliche Mithilfe von Creative Labs - dem Mutterkonzern von 3DLabs - der im Zuge von Umstrukturierungen einen Großteil der Belegschaft auf die Straße gesetzt hat. Bedenkt man, mit welch hohen Erwartungen die "SoundBlaster"-Macher Ende 2002 die britische Chipschmiede übernommen haben, ist es schon etwas traurig zu sehen, was aus dem ambitionierten Projekt geworden ist. Anno 2002 schickte sich Creative noch an, den Grafikkartenmarkt von hinten aufzuräumen; scheiterte dann aber kläglich daran, ein Produkt auf den Markt zu bringen, obwohl die Technologie vorhanden war, wie die professionellen Grafikkarten von 3DLabs damals eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben.

In Verbindung mit den PowerVR-Lizenzen verfügt Intel nun über genügend Schlagkraft, um es mit den Industriegrößen wie ATI oder NVIDIA aufzunehmen. Bleibt nur zu hoffen, dass das vorhandene Know-How nicht damit "vergeudet" wird, hoch integrierte Chipsätze zu entwickeln. Das überwiegende Gros der schreibenden Zunft - wie auch wir - gehen aber davon aus, dass Intel mittelfristig wieder einen Versuch im Markt mit dedizierten Grafikchips wagen wird, denn der Aufwand, den die Jungs rund um Paul Otellini im Moment betreiben, wäre einfach zu groß, um leidiglich einen Mainboardchip zu entwickeln.


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