Hardware-Test: Holografische Handys

SmartphonesHolografische Handys sind kein Zukunftstraum mehr – so scheint es. Das Takee 1 erhebt den Anspruch, das erste holografische Handy der Welt zu sein. Ein Werbevideo auf YouTube suggeriert einen perfekten holografischen 3D-Effekt des Takee 1. Aber ist die Hardware wirklich schon so ausgereift, um solch realistische Effekte zu erzielen?

Handys beziehungsweise Smartphones werden immer ausgereifter. War das Handy in seinen Anfängen ausschließlich zum mobilen Telefonieren zu verwenden, folgte alsbald der SMS-Versand und in den letzen Jahren ist das Handy mit dem Smartphone zum mobilen PC und Multitasking-Gerät avanciert.
Nun soll das Smartphone aber nicht mehr nur einfach auch noch als Fernbedienung für die heimische Unterhaltungselektronik fungieren – nein! Ein Smartphone soll auch 3D-Effekte beherrschen und so soll jetzt mit dem Takee 1 des chinesischen Unternehmens Shenzhen Estar Displaytech Co. angeblich das erste holografische Handy der Welt Realität sein.



Aber: ist dieses kommerzielle Video denn frei von Tricks und Bearbeitung? Sind solche realistischen 3D-Projektionen in den Raum mit Smartphones derzeit tatsächlich schon technisch umsetzbar?
Auch die Kollegen vom HANDYLiga.de-Blog gehen dieser Frage und der bisherigen Entwicklung holografischer Handys nach.

3D-Handys gibt es auf dem Markt bereits seit längerer Zeit, so zum Beispiel das LG Optimus 3D (P920) aus dem Jahr 2011, das HTC Evo 3D auch aus 2011, oder das LG Optimus 3D Max aus 2012. Kürzlich stellte Amazon mit dem FirePhone sein 3D-Smartphone vor.
Diese und andere 3D-Smartphone „beschränken“ sich jedoch auf eine 3D-Darstellung direkt auf dem Display bzw. einer dreidimensionalen Bedienung des Geräts.

Der Anspruch an holografische Handys jedoch ist eine realistische, dreidimensionale Projektion des Display-Inhalts in den Raum.
Erst im Sommer des vergangenen Jahres machten Projekte um holografische 3D-Effekte via Smartphone oder Tablet von sich reden: so erzeugt beispielsweise i-Lusio in einer kleinen Kiste, die an ein Aquarium erinnert, oder auch die auf dem Kopf stehende Pyramide Holho jeweils eine 3D-Projektion. Bei beiden Modellen bedürfen die Smartphones oder Tablets jedoch eines Gadgets, das auf oder unter dem Gerät platziert wird. Dann erst kann innerhalb dieses Raums der 3D-Effekt erzeugt werden.
Also eher ein unterhaltsames Spielzeug, ein netter Zeitvertreib für zuhause oder für Präsentationen im Job.
Das Ziel aber ist: Hologramme mit dem Smartphone OHNE zusätzliches Gadget zu erzeugen.
Das US-amerikanische Unternehmen Ostendo will im zweiten Halbjahr 2015 einen Chip für Smartphones auf den Markt bringen, der die Projektion fein aufgelöster Hologramme ermöglicht. Laut Wall Street Journal schafft es der Prototyp eines solchen Holo-Chips bereits, ein Bild zu erzeugen, das von alle Seiten stabil wirkt. Dabei hat der Chip gerade einmal die Größe eines gewöhnlichen Smartphone-Kameramoduls.
Die Funktionsweise des Ostendo Holo-Chips: Der sogenannte Ostendo Quantum Photonic Imager, bestehend aus Bildprozessor und einem Wafer mit Micro-LEDs, erzeugt ein 3D-Bild mit einer Pixeldichte von 5.000 ppi. Doch der Chip soll erst im nächsten Jahr in Massenproduktion gehen und wird wohl erst dann erschwinglich und für den Einbau in Smartphones erschwinglich. Dahinter stecken bei Ostendo bisher 9 Jahre Forschung, Entwicklung und Arbeit.
Ob also die Technik des „weltweit ersten holografischen Smartphones“ Takee 1 schon so ausgefeilt ist, um solch realistische Hologramme wie im Werbevideo zu erzeugen, bleibt offen.


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