Browsergames-Usability: Hilfe für Neulinge

SpieleInsgesamt 16,3 Millionen Deutsche sind Nutzer von Online- und Browserspielen. Laut dem BIU ist die Anzahl dieser Online-Gamer um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Diesen wachsenden Markt entdecken immer mehr Neulinge für sich, also Menschen, die vorher noch nie ein Computerspiel gespielt haben. Für sie spielt das Thema Usability eine große Rolle. In diesem Artikel geht es darum, wie die Entwickler und Publisher der Browsergames eine maximale Usabilty ermöglichen.

Browserspiele: Definition und Geschäftsmodelle



Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich bei Browserspielen um Games, welche direkt im bevorzugten Webbrowser laufen. Man unterscheidet im Grunde zwischen zwei Arten von Browserspielen:


  1. Bei clientseitigen Browserspielen wird die Programmlogik heruntergeladen und läuft im Webbrowser.

  2. Bei serverseitigen Browsergames läuft die gesamte Programmlogik serverseitig im Browser, ohne dass ein Download nötig ist.



Ein Großteil der Browsergames verfolgt das F2P-Modell. F2P steht für Free to Play, also kostenlos zu spielen. Dieses Modell funktioniert aus dem Grund, weil Browsergames meist eine sehr große Nachfrage haben, die ein alternatives Geschäftsmodell ermöglicht. Viele Browserspiele werden von Entwicklerstudios produziert und anschließend an Publisher wie prosiebengames lizenziert oder verkauft. Gleichzeitig gibt es auch Verleger, die Spiele bei Entwicklern in Auftrag geben.

Die Erlösmodelle von Browsergames sehen wie folgt aus:


  1. Werbung: Werbung wird auf Webseiten mit derselben Thematik (Games) platziert.

  2. Sponsoring: Spiele werden mit einer Werbebotschaft verknüpft. Der Ertrag wird durch die Promotion einer Marke oder eines Produkts verknüpft.

  3. Abonnements: Bei einigen Spielen ist das kostenlose Konto lediglich als Vorgeschmack zum Testen des Spiels gedacht. Nach Ablauf der Probephase müssen sie ein kostenpflichtiges Abo erwerben.

  4. Premium-Inhalte: Dieses Erlösmodell kommt in F2P-Titeln am meisten zum Einsatz. Umsätze werden durch den Verkauf von Objekten oder Diensten generiert. Das Spiel selbst ist in seiner Grundversion kostenlos, diverse Objekte können, müssen aber nicht, gekauft werden.

  5. In-Game-Advertising: Produkte oder Produktwerbung werden direkt im Spiel eingeblendet.



Der Markt der Browsergames: Wo liegt Deutschland im europäischen Vergleich?



Um die Wichtigkeit der Usability zu erklären, hilft ein Blick auf den europäischen Markt der Browsergames. Eine 2012 veröffentlichte Studie zeigt, dass Deutschland in Europa die führende Rolle zukommt: Der durchschnittliche deutsche Gamer (insgesamt 29,3 Millionen) nutzt Browsergames rund 2,2 Stunden lang, weit über dem europäischen Durchschnitt von 1,6 Stunden. Studien und Umfragen zeigen, dass Gamer immer mehr Zeit mit Browsergames verbringen, zum Teil sogar in der Mittagspause oder während der Arbeit.

Um die Zeit, die Gamer mit dem Spiel verbringen, noch mehr zu steigern, muss die Usabilty gut hoch sein. Ein Verbraucher wird sich nur dann lange mit einem Produkt befassen, wenn die Bedienung einfach ist und es somit auch Spaß macht.

Was genau ist unter Usability zu verstehen?


Als der Computer in den Kinderschuhen steckte, schenkte dem Thema Nutzerfreundlichkeit niemand Aufmerksamkeit. Damals waren die Menschen der Ansicht, dass es an dem Nutzer lag, wenn er eine Software nicht bedienen konnte. Diese Einstellung ist heute ein absolutes No-Go. Die oberste Regel in jedem Softwareunternehmen lautet: Nichts ist wichtiger als Usability. Der heutige Kunde verbindet eine hohe Benutzerfreundlichkeit mit Qualität, fehlt diese, wird er mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auf das Produkt verzichten. Der Usability-Berater Jakob Nielsen ist eine führende Persönlichkeit auf diesem Gebiet. Er hat 2001 einige Regeln zum Thema Benutzerfreundlichkeit festgelegt:


  • Nützlichkeit: Welche praktischen Funktionen bietet das Programm?

  • Effektivität: Kann das Programm seine Aufgaben fehlerfrei und schnell erledigen?

  • Effizienz: Lassen sich die Aufgaben unkompliziert und schnell ausführen?

  • Erlernbarkeit? Wie einfach ist es für den Nutzer, das Programm beim ersten Mal zu benutzen?

  • Einprägsamkeit: Wie logisch ist das Programm und wie leicht lassen sich seine Funktionen erlernen?

  • Sicherheit: Verhindert oder warnt das Programm vor gefährlichen oder fehlerhaften Eingaben?

  • Wohlfühlfaktor: Ermöglicht das Programm ein gemütliches Arbeiten, das dem Nutzer Spaß macht?



Damit Browsergames die oben genannten Bedingungen erfüllen, werden die Spiele Usability-Tests unterzogen. Beta-Tester spielen Vorabversionen und geben Probleme, Hinweise und Verbesserungsmöglichkeiten an die Entwickler weiter, damit sie diese in die finale Version umsetzen können.

Usability-Testing: Probleme im Spiel finden


Es gibt viele Möglichkeiten, Browsergames in puncto Usability zu testen. Die wohl beliebteste Methode ist der kognitive Durchgang. Bei diesem analytischen Evaluationsverfahren versetzen sich die Entwickler des Spiels in den Benutzer. Anhand verschiedener Simulationen wird geprüft, ob das Spiel alle gewünschten Anforderungen erfüllt. Zu den Anforderungen können gehören:


  • Inputdefinition: Der Tester wird auf den Vorgang vorbereitet. Ihm wird erklärt, wie das Hauptklientel aussieht und welche Anforderungen sie haben. Anschließend werden Aufgaben definiert, die der Tester durchlaufen muss.

  • Handlungssequenz untersuchen: Der Lösungsweg wird in einzelne Schritte aufgeteilt und analysiert.

  • Protokollierung kritischer Informationen: Der Gutachter muss hier festhalten, welche Kenntnisse der Benutzer benötigt, um die Handlungsschritte erfolgreich abzuschließen.

  • Interface überholen: Mithilfe der Ergebnisse aus der Protokollierung werden Verbesserungsvorschläge in das Interface integriert, indem zum Beispiel unklare Buttons hervorgehoben werden oder die Schrift markanter wird.



Den Einstieg in Browsergames mit wertvollen Informationen erleichtern


Usability beginnt und endet nicht beim Spiel selbst, sondern spielt auch nach der Veröffentlichung des Browsergames eine große Rolle. Dann liegt die Verantwortung meist nicht mehr beim Spielentwickler, sondern dem Publisher. Dessen Aufgabe ist es, Interessierten den Spieleinstieg möglichst leicht zu machen. Anbieter wie Prosieben Games bieten zu jedem Browserspiel einen eigenen Bereich mit Bildern, Tipps & Tricks, Testberichten, Videos und Nachrichten an. Hier können sich Interessierte vorab ausführlich über das Spiel informieren und alles Wissenswerte erfahren. Besonders hilfreich sind sogenannte „Let’s-Play-Videos“: Hier wird dem Spieler in einer Video-Serie Einblick in das Spiel gezeigt, sodass er sich ein Bild von dem Game machen kann, ohne es selbst spielen zu müssen. Let’s-Play-Videos sind darüber hinaus auch ein Ersatz für Tutorials und können unerfahrenen Spielern zeigen, wie sie ein Spiel beginnen und worauf sie achten müssen.


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