Microsoft kündigt DirectX 12 für 2015 an

MicrosoftNoch nie zuvor stand Microsoft bei der Entwicklung seiner Grafik-API so unter Zugzwang wie derzeit. AMDs Pendant Mantle ist überall, wo es derzeit unterstützt wird, performanter als die letzte DirectX-Version, DirectX 11.2. Mit der Ankündigung von DirectX 12 im Rahmen der Games Developer Conference (GDC) versucht man, wieder Boden gut zu machen. Allerdings soll DirectX 12 erst Ende 2015(!) erscheinen.

Microsoft war auf der GDC sichtlich bemüht, DirectX 12 anzupreisen. Man bezeichnete es als direkter und viel schneller und versprach, dass es die Probleme, die Entwickler im Jahr 2014 hätten, anginge. Es soll kein einfaches Update der Versionsnummer sein, sondern eine weitaus tiefergehende Weiterentwicklung.
Fragte man dann konkreter, so wurde deutlich, dass Microsofts größte Neuerung die Entlastung der CPU ist - genau dies ist auch der derzeitige Vorteil der Mantle-API.

DirectX 12-Logo

Als zweite Neuerung preist man neue 3D-Effekte an, zeigt hier eine sehenswerte Demo unter Forza Motorsport 5. Welche genauen Techniken/Features hier neu sind, wird aber nicht erläutert. Auch AMD und Nvidia sind offenbar noch nicht in Kenntnis gesetzt.
Positiv, wenngleich etwas seltsam, ist zu werten, dass Microsoft gleichzeitig verkündet, dass auch manche, aktuelle DirectX 11-Hardware ebenfalls DirectX 12 beherrschen wird. Dies wäre bislang einzigartig in der DirectX-Historie. Die folgende Liste verschafft einen Überblick:

  • AMD ab HD 7000, CGN
  • Intel ab HD 4xxx, Haswell
  • Nvidia ab GTX 4xx, Fermi

Bei seiner Vorabankündigung hebt Microsoft darüber hinaus hevor, dass DirectX 12 auf allen Plattformen von Microsoft nutzbar wäre, sprich Windows, Windows Phone und Xbox One. Unter Berücksichtigung des relativ späten Erscheinens der neuen DirectX-Version, ist allerdings fraglich, ob Microsoft bis dahin eh nicht nur noch ein Betriebssystem anbietet - so ist es zumindest einmal auf einigen Roadmaps des Redmonder Rieses zu lesen gewesen.

Zu guter Letzt präsentierte Microsoft noch eine erste Leistungsprognose anhand einer auf DirectX 12 angepassten 3DMark-Version. Dabei ist zu erkennen, dass die CPU-Last um rund die Hälfte reduziert worden ist und die Aufgaben zudem effektiver an mehrere Kerne verteilt wurden. Diese neu gewonnenen Ressourcen könnten die Entwickler in bessere Bildqualität investieren, so Microsoft.

Keine Frage, Microsofts kommende DirectX-Version hinterlässt auf den ersten Blick einen sehr guten Eindruck. Endlich wird in Anlehnung an Mantle der Treiberoverhead reduziert und somt die CPU entlastet. Dies klappt zumindest in einer ersten, schon angepassten Version ziemlich gut. Wie viel davon später übrig bleiben wird, steht aber auf einem anderen Blatt. Auch die angeblich neuen 3D-Effekten lesen sich wieder schön, aber sind bislang noch wenig konkret.
Ganz klar positiv ist hingegen zu werten, dass auch bereits bestehende DirectX 11-Grafikkarten DirectX 12 unterstützen sollen. Über 50 Prozent der am Markt verfügbaren Grafikkarten sollen DirectX 12-fähig sein, wenn Ende 2015 erste DirectX 12-Spiele auf den Markt kommen werden, wird Microsoft zitiert. Und hier ist aber auch die Krux. DirectX 12 braucht fast noch zwei Jahre an Entwicklungszeit! Das ist viel Zeit, die die Konkurrenz in Form von AMD nutzen wird, um mit Mantle leistungsfähigere Spiele am Markt zu platzieren. Microsoft muss aufpassen, seine quasi Monopolstellung nicht zu verlieren.


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