Cebit 2014 schließt angeblich „voll gelungen“

MessenVor wenigen Tagen ist die weltweit größte Computermesse Cebit zu Ende gegangen. Bei den Besucherzahlen musste man, wie schon in den Jahren zuvor, wieder etwas federn lassen (210.000 statt 285.000), dennoch zeigt sich die Deutsche Messe AG hoch erfreut über die diesjährige Cebit und bezeichnet sie als „voll gelungen“. Nur PR oder war die Cebit 2014 tatsächlich voll gelungen?

Die Deutsche Messe AG argumentiert, dass sich zum einen der Anteil an Fachbesuchern gegenüber dem Vorjahr erneut erhöht hätte (92 statt 84 Prozent) und zum anderen, dass die im Rahmen der Cebit beschlossenen Investitionen um 25 Prozent auf rund 25 Milliarden Euro angestiegen sind.

Der erste Punkte in der Argumentation ist dabei sehr kritisch zu betrachten. Im Vorfeld hatte sich die Cebit in diesem Jahr als reine Business-to-Business-Messe (B2B) ausgegeben. Die jetzt veröffentlichten Zahlen von einem Fachbesucher-Anteil von 92 Prozent sind aus zwei Gründen fragwürdig:
Warum hat die Messe (zumindest in der Theorie) keine 100 Prozent als reine B2B-Messe erzielt? Es gab ausschließlich Fachbesucher-, Presse- und Aussteller-Tickets!
Wie um Himmels Willen gelangt man zur Aussage, der Anteil läge bei 92 Prozent, wenn erneut (für jeden klar ersichtlich) der Großteil der Messebesucher aus Konsumern bestand, die zuvor im Web eine der mehreren Zehntausend Freikarten ergattert haben? Und selbst wenn man mit der Mogelpackung 92 Prozent rechnet, ist der absolute Anteil an Fachbesuchern von 239.400 auf 193.200 gefallen!

Das zweite Argument ist schwieriger zu fassen, die Zahlen lassen sich nicht nachhalten. Schenkt man ihnen jedoch Glauben, so wäre die Cebit 2014 tatsächlich in diesem Punkte mit einem ordentlichen Wachstum gegenüber dem Vorjahr „voll gelungen“.

Wie die Deutsche Messe AG weiter mitteilte, werde man auch im nächsten Jahr an dem Konzept einer (theoretisch) reinen B2B-Messe festhalten. Sie soll dann zwischen dem 16. und 20. März stattfinden, da der Mobile World Congress ebenfalls um eine Woche nach hinten geschoben wurde.
Wir sind gespannt, wie viele Aussteller erneut den Weg in die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover gehen werden.


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