ATI arbeitet an Dual-Core GPUs

AMDWährend Zweikern-Prozessoren - im Fachjargon auch Dual-Core - im CPU-Bereich schon Alltag sind, hat sich dieser Trend bei den Grafikchipentwickler noch nicht durchgesetzt. Hier bauen die Hersteller noch auf "rohe Gewalt", wie dies früher auch Intel und AMD getan haben. Mittlerweile haben aber Pixelbeschleuniger derart thermische Ausmaße erreicht - 130 Watt sind keine Seltenheit - dass auch die Grafikchipschmieden umdenken. So ließ ATIs Europa-Chef Peter Edinger in einem Interview mit den Kollegen von "Golem" durchblicken, dass man derzeit intensiv an der Entwicklung von Mehrkern-GPUs arbeite, die nicht nur deutlich mehr Leistung haben sollen, sondern auch sichtlich weniger Stromhunger. Wer jetzt die Hoffnung hegen sollte, dass bereits der R600 ein stromsparender Multi-GPU-Chip sein wird, den müssen wir erst mal vertrösten, da es noch mindestens zwei Jahre dauern wird, bis entsprechende Lösungen zur Marktreife gebracht werden.

Aber nicht nur zu kommenden Grafikchips äußerte sich Edinger, sondern auch zum AMD-Deal hatte er einige interessante Neuigkeiten parat. Auf die Frage hin, was sich denn seit dem Übernahmeangebot von AMD vor knapp vier Wochen getan habe, äußerte der Europa-Chef der Kanadier, dass so gut wie nix passiert sei. Momentan haben beide Firmen noch zu viel mit dem eigenen Tagesgeschäft zu tun, so dass nur grobe Konsolidierungsgespräche stattfinden. Auch die von beiden Seiten so angepriesenen Synergieeffekte, sind doch nicht so offensichtlich, wie man uns dies hat glauben machen wollen. So nannte Herr Edinger zum Beispiel, dass man auf völlig andere Distributoren setzen würde und es von daher wenig sinnvoll wäre, wenn die Vertriebsstrukturen vereinheitlich würden. Darüber hinaus räumte er mit dem Gerücht auf, dass ATI seine Produktion in Zukunft komplett in die Hände von AMD geben werde. Man werde auch weiterhin an Fertigungspartner wie TSMC und UMC festhalten, so Edinger, da die Fabrikstätten von AMD über Jahre hinaus bereits mit der Produktion von Prozessoren voll ausgelastet sind.


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