Intel und nVidia - Wohin führen die Wege...

Intelber den Zusammenschluss von AMD und ATI können sich einige freuen, andere wiederum nur ärgern. Microsoft verkündet große Erwartungen an diese Verbindung und erhofft sich hochintegrierte Computerlösungen sowie eine generell leistungsstarke Plattform für Windows Vista. Intel und nVidia hingegen schauen ein wenig in die Röhre und müssen sich einige Gedanken über ihre eigene Zukunft machen. Denn gerade Intel dürfte es gar nicht gefallen, dass die einzige Möglichkeit für High-End Anwender derzeit CrossFire ist, was ATI Grafikkarten voraussetzt. Und genau das würde bedeuten, man arbeite für den großen Konkurrenten AMD, welcher die Patente für diese Technik nun sein Eigen nennt. Würde man Böses denken, könnte AMD versuchen die Produktion der Intel Chipsätze zu stören, indem man ihnen untersagt eine Funktion für CrossFire zu integrieren.

Um dieser Abhängigkeit zu entgehen, müsste Intel entweder selbst hochwertige Grafiklösungen präsentieren, was in der nächsten Zeit - trotz des Zusammenschlusses mit PowerVR - unmöglich ist, oder mit nVidia kooperieren. Letzteres scheint wahrscheinlicher zu sein, haben sich beide Chipriesen doch zu einem Gespräch in Taiwan getroffen, um Möglichkeiten zu besprechen, wie man AMD-ATI entgegenwirkt. Eine direkte Übernahme nVidias durch Intel soll hierbei aber noch absolut keine Rolle gespielt haben. Vielmehr scheint es darauf hinaus zu laufen, dass Patente die Seiten wechseln werden. Vorrangig dürfte es sich hier um die Möglichkeit handeln, SLI auf Intel-Chipsätzen anzubieten. Was Intel im Gegenzug zu bieten hat, bleibt derzeit reine Spekulation.

Es stellt sich auch die Frage, warum nVidia auf Intel reagieren soll, denn sie produzieren sowohl für Intel als auch AMD schon jetzt Chipsätze, welche indes sehr erfolgreich sind - zumindest bei AMD. Andererseits spielt hier die Zukunft eine Rolle. Würde AMD sich voll und ganz auf ATI stützen, hier komplette Systeme anbieten, könnte nVidia ins Hintertreffen geraten, da sie eventuell von AMD schlichtweg im Support und im Technologieaustausch vernachlässigt werden. Brächte Intel mit PowerVR hochwertige Grafikkarten auf den Markt, ginge nVidia langfristig die Luft aus, um konkurrenzfähig zu bleiben. Für den Kunden bleibt derzeit einzig die Hoffnung, dass man irgendwann nicht nur zwischen Intel-PowerVR oder Intel-nVidia und AMD-ATI entscheiden muss, sondern zumindest ein wenig Auswahl hat. Schließlich wird diese seit den Nachfolgern des Sockels 5, mehr und mehr beschnitten. Konnte man früher noch mit einem Sockel alle CPUs und Grafikkarten in jeglicher Variation betreiben, wurde durch den damaligen Patentstreit zwischen AMD und Intel die Spaltung der Sockel geboren. Hoffen wir, dass nicht noch mehr gespalten wird.


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