AMD Radeon R9 290X offiziell

AMDIn den zurückliegenden Monaten häuften sich die Newsmeldungen über die Radeon-R-200-Serie von AMD. Vor gut zwei Wochen veröffentlichte der Prozessorhersteller bereits die Radeon R9 280X, die Radeon R9 270X, die Radeon R7 260X, die Radeon R7 250 sowie die Radeon R7 240. Bei diesen Modellen handelt es sich allerdings lediglich um umbenannte Grafikkarten aus der Radeon-HD-7000-Serie. Ohne die beiden Spitzenmodelle mit der Hawaii-GPU war die neue Generation bislang eher unspektakulär. Dies hat sich inzwischen geändert, denn die Radeon R9 290X wurde am heutigen Donnerstag offiziell vorgestellt.

Die Grafikkarte verfügt über den 6,2 Milliarden Transistoren schweren Hawaii-Grafikprozessor, der in einer Strukturbreite von 28 Nanometern gefertigt wird und eine Chipfläche von 438 Quadratmillimetern aufweist. Die GPU gehört zur Volcanic-Islands-Familie und basiert dementsprechend auf der vorher noch nicht eingesetzten GCN-2.0-Architektur. Die Radeon R9 290X besitzt 2.816 Shader-, 176 Textur- und 64 Rastereinheiten sowie ein 512 Bit breites Speicherinterface und einen 4.096 MiB großen Grafikspeicher.

.GTX TitanGTX 780R9 290XHD 7970 GHz
GrafikchipGK110GK110HawaiiTahiti
Transistorenca. 7,1 Mrd.ca. 7,1 Mrd.ca. 6,2 Mrd.ca. 4,31 Mrd.
Fertigung28 nm28 nm28 nm28 nm
Chipfläche551 mm²551 mm²438 mm²352 mm²
Basistakt837 MHz863 MHzdynamisch1.000 MHz
Turbotaktdynamischdynamisch1.000 MHz1.050 MHz
Shadereinheiten2.6882.3042.8162.048
Rechenleistung4.500 GFLOPs3.977 GFLOPs5.632 GFLOPs4.096 GFLOPs
TMUs224192176128
Texelfüllrate187,5 GT/s165,7 GT/s176,0 GT/s128,0 GT/s
ROPs48486432
Pixelfüllrate40,2 GP/s41,4 GP/s64,0 GP/s32,0 GP/s
Speichermenge6.144 MiB3.072 MiB4.096 MiB3.072 MiB
Speichertakt3.004 MHz3.004 MHz2.500 MHz3.000 MHz
Speicherinterface384 Bit384 Bit512 Bit384 Bit
Speicherbandbreite288,4 GB/s288,4 GB/s320,0 GB/s288,0 GB/s
TDP250 Watt250 Watt250 Watt250 Watt

Die Chiptaktfrequenz beträgt maximal 1.000 MHz, während der GDDR5-Speicher mit 2.500 MHz angesteuert wird. Die Taktfrequenz des Grafikprozessors reduziert sich automatisch, sobald die Karte eine festgelegte TDP-Grenze überschreitet. Folglich kommt die Radeon auf eine Rechenleistung von 5.632 GFLOPs, auf eine Texelfüllrate von 176,0 GT/s, auf eine Pixelfüllrate von 64,0 GP/s sowie auf eine Speicherbandbreite von 320,0 GB/s. In der Theorie ist das Flaggschiff also pfeilschnell, aber wie schlägt es sich in der Praxis?

Die Grafikkarte ist mit zwei verschiedenen BIOS-Varianten ausgestattet, die per Schalter auf dem PCB ausgewählt werden können. Der leistungsstarke Uber-Modus erlaubt eine maximale Lüfterdrehzahl von 55 Prozent, während der Quiet-Modus an dieser Stelle nur 40 Prozent zulässt. Dies wirkt sich nicht nur auf die Lautstärke, sondern auch auf die Leistungsaufnahme aus und hat indirekt einen erheblichen Einfluss auf die Performance.

AMD Radeon R9 290X

In den ersten Testberichten liefert die Radeon R9 290X eine sehr gute Performance ab. Im Uber-Modus rendert die Grafikkarte etwa fünf bis 15 Prozent schneller als die bislang schnellste Single-GPU-Grafikkarte, namentlich Geforce GTX Titan. Selbst im Quiet-Modus ist sie der GK110-Karte gerade in hohen Auflösungen überlegen. Darüber hinaus arbeitet der Hawaii-Ableger ungefähr 30 bis 45 Prozent schneller als die Radeon HD 7970 GHz-Edition - das Flaggschiff der nächstälteren Generation.

In puncto Leistungsaufnahme schneidet der Pixelbeschleuniger allerdings schlecht ab. Unter Windows verbraucht die Radeon R9 290X zwar relativ wenig Energie, doch unter Last zeigt sich ein anderes Bild. Selbst im Quiet-Modus zieht die Grafikkarte mehr Strom aus der Steckdose als die Geforce GTX Titan und verbraucht ungefähr so viel wie die Radeon HD 7970 GHz-Edition. Im Uber-Modus erreicht der Hawaii-Spross neue Sphären für eine Single-GPU-Grafikkarte. Hier benötigt die Radeon etwa so viel Energie wie die Dual-GPU-Grafikkarte Geforce GTX 690.

Radeon R9 290X - Grafik

Die Kühllösung der Radeon R9 290X ist besonders schwierig zu bewerten. Unter Windows ist die Grafikkarte angenehm leise, während es unter Last zu einer zwiegespaltenen Situation kommt. Im Quiet-Modus gibt es nichts an der Lautstärke auszusetzen, doch im Uber-Modus fabriziert das Flaggschiff einen fast doppelt so hohen Schalldruck. Obwohl dies bereits ein gutes Stück zu laut ist, halten wir es für erwähnenswert, dass die Radeon HD 7970 GHz-Edition sogar noch lauter zu Werke geht.

Letztendlich ist es AMD mit der Radeon R9 290X gelungen, die Geforce GTX Titan vom Thron der schnellsten Single-GPU-Grafikkarte zu verdrängen. Die immens hohe Leistungsaufnahme sowie die störende Lautstärke im Uber-Modus hinterlassen jedoch einen faden Beigeschmack. An dieser Stelle werden bessere Kühllösungen Abhilfe schaffen. Auch im Quiet-Modus ist die Hawaii-Karte mindestens so schnell wie der GK110-Ableger und verbraucht nur unwesentlich mehr Energie. Es bleibt spannend, denn bereits Mitte November wird Nvidia mit der Geforce GTX 780 Ti zum Gegenschlag ausholen.

Die offizielle Preisempfehlung für die Radeon R9 290X liegt hierzulande bei lediglich 499 Euro. Die Grafikkarte ist somit 300 Euro günstiger als die Geforce GTX Titan. Bei hiesigen Preissuchmaschinen ist das Angebot aber noch rar.


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5 Kommentare

5.) WilliWuff 25.10.2013 - 08:13 Uhr
Dazu möchte ich nur ein Zitat des Redakteurs von THW einfügen
"Naja, wenn man wie auf einigen Seiten des Gesamtsystem nur zwischen Wand und PC misst... Das ist einfach nur noch albern und zeigt, dass sich die Tester noch nicht mal mit der Theorie auseinander gesetzt haben. Dann kann man gleich würfeln und schätzen. :lol:

Power Tune 2.0 reagiert extrem fix und die Stromstärken schwanken neuerdings irrsinnig schnell. Man braucht extrem gute Clamps und ein gutes, hoch auflösendes Mehrkanal-Monitoring-System. Je schneller, um so genauer die Ergebnisse im Gaming. Und umso niedriger, was ja auch Sinn von AMDs Übung war :D

Klar kann man die Karte im Furmark über 330 Watt prügeln, aber es bringt exakt: nichts."
4.) KodeX 24.10.2013 - 22:02 Uhr
Es gibt aber nicht nur den einen Testbericht von Tomshardware im Netz, sondern auch zahlreiche andere. Im Uber-Modus verbrauch die Radeon R9 290X oft über 100 Watt mehr als die Geforce GTX Titan.

http://www.computerbase.de/artikel/graf ... m-test/10/
http://ht4u.net/reviews/2013/amd_radeon ... ndex21.php
3.) WilliWuff 24.10.2013 - 21:43 Uhr
Also durchschnittlich 218W zu 210W im Gaming Mode finde ich nicht gerade übermäßig viel. Das sind gerade 8W...da mag ich gar nicht ausrechnen wollen wie viel Stunden Gaming nötig sind um die Preis Ersparnis aufzubrauchen.
2.) KodeX 24.10.2013 - 20:35 Uhr
Die Leistungsaufnahme im Quiet-Modus ist auch vollkommen in Ordnung. Hier verbraucht die Grafikkarte knapp mehr Energie als die Geforce GTX Titan. In niedrigen Auflösungen ist die Titan marginal schneller. Je höher die Auflösung wird, desto schneller wird die Radeon R9 290X.

Die Leistungsaufnahme im Uber-Modus, in dem die Karte nahezu durchgehend mit 1.000 MHz taktet, ist allerdings unverhältnismäßig hoch. Dafür ist die Radeon R9 290X aber deutlich schneller als die Geforce GTX Titan. Der Käufer kann sich zum Glück aussuchen, welchen Modus er benutzt.
1.) WilliWuff 24.10.2013 - 18:00 Uhr
Hardware-Infos:
Die immens hohe Leistungsaufnahme sowie die störende Lautstärke im Uber-Modus hinterlassen jedoch einen faden Beigeschmack.


Den Testbericht welchen ich gelesen habe (THW) hat sie einen marginalen Mehrverbrauch im Idle Betrieb, holt diesen Nachteil aber wieder im Gaming Vergleich raus. Wenn man jetzt den deutlichen Preisvorteil ran zieht und das Leistungsplus, sehe ich da keinen faden Beigeschmack. Zumal ich davon überzeugt bin das der Idle Stromverbrauch noch durch Treiberupdates optimiert wird...