Intel setzt auf PowerVR

IntelDie kleine, britische Designschmiede PowerVR, die den meisten wohl noch durch die Kyro Chips und die damit verbundene Liaison mit Herkules/Guillemot ein Begriff sein sollte, wird nach mehrjähriger Abstinenz und Konzentration auf den Handy/PDA-Markt wieder den Weg in die heimischen Desktops finden. Zwar erst mal nicht als separate PCI-Express Lösung, dafür aber als Bestandteil des kommenden G965 Chipsatzes von Intel. Möglich wird die Kooperation zwischen PowerVR und dem weltgrößten Prozessorhersteller dank des etwas ungewöhnlichen Geschäftsmodells der Engländer. Im Gegensatz zu nVidia und ATI verkaufen die Briten nicht die kompletten Chips, sondern nur das entsprechende Design, das die Lizenznehmer dann in Eigenregie fertigen dürfen.

Manch einer mag sich über den plötzlichen Sinneswandel von Intel wundern, da die Jungs rund um Paul Otellini in der Vergangenheit bisher immer gut alleine zurecht gekommen sind und nicht auf "Hilfe" von außerhalb angewiesen waren. Die wachsenden Ansprüche, die vom kommenden Microsoft Betriebssystem Windows Vista an die Grafik gestellt werden und das zunehmende Engagement von ATI und nVidia im integrierten Chipsatzsegment dürften letztendlich für den Schritt hin zu PowerVR ausschlaggebend gewesen sein. Damit nicht genug, hegen die "Pentium-Macher" schon seit längerem den Wunsch, auch im Grafikchipsektor Fuß zu fassen. Alleine und ohne jegliche Erfahrung was die Entwicklung von "hochgezüchteten" Grafikchips anbetrifft, wäre ein Einstieg bei dem Konkurrenz- und Innovationsdruck - der in dieser Branche herrscht - selbst für eine Firma wie Intel nicht ohne weiteres machbar. Weshalb der Schritt auf eine etablierte und zugleich für seine innovativen Produkte bekannte Firma zu setzen, ein cleverer Schachzug ist; denn nicht erst seit dem Kyro wissen wir, zu was PowerVR und deren Tile Based Rendering fähig ist. Erste Früchte in Form von eigenständigen Grafikkarten werden laut derzeitigem Informationsstand für Mitte nächsten Jahres erwartet.


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