Intel möchte auch ATi kaufen

IntelWenn sich Zwei streiten, freut sich der Dritte. Dieses mal läuft der Hase wohl eher so: Der eine hat gekauft, der andere will noch. Vor zwei Tagen, als die komplette Medienlandschaft Kopf und Fuß stand und meldete, dass AMD ATi gekauft hätte, ist selbst Fernsehsendern ein kleines, aber pikantes Detail verloren gegangen. Der Deal ist noch nicht wirklich abgeschlossen, da die ATi-Aktionäre der Übernahme noch nicht zugestimmt haben. Dieses kleine Detail wurde höchstwahrscheinlich verschwiegen, da es sich um reine pro forma handelte; schließlich hat der Vorstand die ATi-Aktionäre ausdrücklich darauf hingewiesen das Angebot anzunehmen. Jetzt schaltet sich AMDs größter Konkurrent, Intel, mit in den Big-Deal ein und könnte im schlimmsten Fall AMD die Suppe noch einmal kräftig versalzen, denn die in Santa Clara ansässige Firma hat angeblich 23 US-Dollar pro ATi-Aktie geboten. Angesichts der Tatsache, dass AMD nur 20.47 US-Dollar pro Aktie bietet, könnten die ATi-Aktionäre nochmal kräfig ins Grübeln geraten.

Zumal man derweil davon ausgeht, dass AMD sich mit dem ATi-Deal fast übernimmt. Man bedenke, dass von den 4.2 Millarden US-Dollar, die AMD an ATi cash übergibt, insgesamt 2.5 Millarden US-Dollar nur durch Finanzierung eines Kredits ermöglicht wurden. Intel hingegen hat schon seit jeher ein gut gefülltes Portmonee und würde im Zweifelsfall den besseren Preis liefern. Eventuell ist das Ganze allerdings nur ein von Intel gut organisiertes Täuschungsmanöver, um den Deal noch ein wenig zu verzörgen, denn Intel weiß genau, dass durch die mögliche Übernahme von ATi durch AMD die Konkurrenz größer würde und man mit einer schlechteren Ausgangsposition dastände wie jetzt. Daher ist es gerade zu verständlich, dass sich Intel noch einmal aufbäumt. Das nötige Kleingeld haben sie wie gesagt, ein kleines Hindernis könnte jedoch das Kartellamt werden, was erst einmal einer Übernahme von ATI durch Intel zustimmen müsste und das ist unwahrscheinlicher als man wohl denken mag.

Der Vierte im Bunde hat sich allem Anschein nach schon damit abgefunden, dass AMD ATi gekauft hat und kann damit auch wohl recht gut leben. nVidia verspricht sich von der Übernahme von ATi durch AMD im High-End Chipsatz-Segment fortan ohne jegliche Konkurrenz darzustehen und somit der einzige Zuliefererer von Intel und AMD zu sein. Doch so ganz recht haben die Kalifornier nicht, denn Intel ließ hinter vorgehaltener Hand verlauten, dass man das Lizenzabkommen mit ATi nicht auflösen werde, so dass der kanadische Hersteller weiterhin die Berechtigung hätte, noch bis Ende 2007 Chipsätze für Intel zu produzieren. Andererseits hält nVidia den Deal für quatsch und vergleicht ihn mit der damaligen Übernahme von 3DFX, die ja förmlich gesagt ein "Desaster" war und mit den heutigen Verhältnissen nicht zu vergleichen ist. nVidia kaufte damals das Unternehmen auf, weil es Pleite war; ATi hingegen ist ein blühendes Unternehmen, welches bislang noch nicht ansatzweise an den Konkurs denken musste. Generell können die Kalifornier nicht verstehen, warum AMD zu diesem Zeitpunkt ATi aufkaufen will und verweist darauf, dass AMD erst einmal den Rückstand zu den Core 2 Duo Prozessoren wett machen sollte. Indes machte man sich die letzten zwei Tage Gedanken darüber, ob AMD den Namen ATi weiter beibehalten würde. Wir persönlich glauben "Ja", denn der Name ATi ist ein wirklich guter und es wäre schade, wenn die Zeit für ihn abgelaufen wäre. All diese Spekulationen könnten nun für die Katz sein, wenn Intel tatsächlich noch einmal dazwischen funkt und sich ATi schnappt. Das Karussell dreht sich und dreht sich, die Frage ist nur, wo es stehen bleibt.


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