AMD: Hawaii-Grafikprozessor in 28 Nanometern

AMDFür den US-amerikanischen Prozessorhersteller AMD läuft es in der letzten Zeit nicht mehr allzu gut. Das finanziell angeschlagene Unternehmen leidet arg unter dem schwächelnden Markt für Desktop-Computer, weswegen AMD im zurückliegenden Quartal einen Verlust von 74 Millionen US-Dollar hinnehmen musste. Der Misserfolg des Konzerns ist größtenteils auf die rückläufige Prozessorsparte zurückzuführen, denn die Grafikkarten verkaufen sich nach wie vor gut - vor allem dank des beliebten Never-Settle-Reloaded-Spielebundles, das demnächst nochmals erweitert wird. Überdies kurbeln fallende Verkaufspreise der aktuellen Radeon-HD-7000-Grafikkarten deren Absatzzahlen gehörig an.

Mit der zukünftigen Volcanic-Islands-Serie möchte AMD den Performance-Rückstand auf Nvidia, der seit der Einführung der Geforce GTX Titan unbestreitbar vorhanden ist, wieder wettmachen. Ende September wird der Prozessorhersteller eine Präsentation auf Hawaii abhalten, auf der wohl zahlreiche Details zu den kommenden Grafikkarten, die allerdings erst im Oktober den Markt erreichen sollen, preisgegeben werden. Die Volcanic-Islands-Serie wird wahrscheinlich noch in einer Strukturbreite von 28 Nanometern gefertigt, obwohl eine 20-Nanometer-Fertigung zumindest theoretisch im Bereich des Möglichen liegt.

AMD Radeon HD 7970

In einem Interview mit forbes.com bestätigte nun Matt Skynner, Mitarbeiter bei AMD, dass der Hawaii-Grafikprozessor, der der Volcanic-Islands-Serie angehört, in einer Strukturbreite von 28 Nanometern gefertigt wird. Technisch sei die 20-Nanometer-Fertigung zwar möglich, doch diese sei aktuell noch zu unrentabel. Außerdem ließen derart feine Strukturen noch keine allzu hohen Taktfrequenzen zu, weswegen die Performance gar nicht so viel stärker ausfiele. Darüber hinaus gab Skynner an, dass die Hawaii-GPU etwa 30 Prozent kleiner als der GK110-Grafikprozessor ausfällt, der eine Chipfläche von 551 Quadratmillimetern besitzt.

An dieser Stelle wird es allerdings schwierig, denn es gibt zwei verschiedene Rechenansätze. Angenommen der Hawaii-Grafikprozessor besäße 70 Prozent der GK110-Chipfläche, so wäre dieser lediglich 386 Quadratmillimeter groß. Ist die Aussage aber so zu interpretieren, dass die GK110-GPU 30 Prozent größer ist, dann betrüge die Hawaii-Chipfläche ungefähr 424 Quadratmillimeter. Prozentangaben sind in der Regel tückisch, weswegen wir höchstens vermuten können, über wie viele Ausführungseinheiten das kommende Flaggschiff von AMD verfügen wird.

Im ersten Fall könnte der Hawaii-Chip über 2.304 Shader- und 144 Textureinheiten verfügen, während eine Chipfläche von 424 Quadratmillimetern genug Platz für 2.560 Shader- und 160 Textureinheiten böte. Wir wollen allerdings darauf hinweisen, dass wir hier nur spekulieren und die GCN-1.0-Grafikarchitektur des R1000-Grafikprozessors als Basis benutzen. Theoretisch könnten an der GCN-2.0-Grafikarchitektur zahlreiche Änderungen vorgenommen worden sein. Wir gehen nach wie vor davon aus, dass es die Hawaii-Grafikkarte mindestens mit der Geforce GTX 780, vielleicht sogar mit der Geforce GTX Titan aufnehmen können wird.


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