AMDs Linux-Grafiktreiber zunehmend besser

AMDFür den US-amerikanischen Prozessorhersteller AMD läuft es in der letzten Zeit nicht mehr allzu gut. Das finanziell angeschlagene Unternehmen leidet arg unter dem schwächelnden Markt für Desktop-Computer, weswegen AMD im zurückliegenden Quartal einen Verlust von 74 Millionen US-Dollar hinnehmen musste. Der Misserfolg des Konzerns ist größtenteils auf die rückläufige Prozessorsparte zurückzuführen, denn die Grafikkarten verkaufen sich nach wie vor gut - vor allem dank des beliebten Never-Settle-Reloaded-Spielebundles, das demnächst nochmals erweitert wird. Überdies kurbeln fallende Verkaufspreise der aktuellen Radeon-HD-7000-Grafikkarten deren Absatzzahlen gehörig an.

Mit der zukünftigen Volcanic-Islands-Serie möchte AMD den Performance-Rückstand auf Nvidia, der seit der Einführung der Geforce GTX Titan unbestreitbar vorhanden ist, wieder wettmachen. Ende September wird der Prozessorhersteller eine Präsentation auf Hawaii abhalten, auf der wohl zahlreiche Details zu den kommenden Grafikkarten, die allerdings erst im Oktober den Markt erreichen sollen, preisgegeben werden. Die Volcanic-Islands-Serie wird wahrscheinlich noch in einer Strukturbreite von 28 Nanometern gefertigt, obwohl eine 20-Nanometer-Fertigung zumindest theoretisch im Bereich des Möglichen liegt.

AMD Catalyst Logo

Auf der Internetseite heise.de ist ein ziemlich interessanter Artikel über die aktuellen Linux-Grafiktreiber von AMD online gestellt worden. Diese fallen demnach deutlich besser aus als noch vor einigen Jahren und unterstützen zunehmend mehr wichtige Funktionen. Dies betrifft vor allem die Video-Beschleunigung sowie die Stromsparmechanismen.

Mittlerweile lassen sich die quelloffenen Radeon-Treiber relativ einfach installieren, so dass auch Linux-Neulinge damit zurechtkommen. Die größten Probleme der Grafikchipschmiede waren allerdings nicht technischer Natur, sondern hatten lizenz- und patentrechtliche Gründe. Überdies herrschte bei AMD in der Vergangenheit wohl eine große interne Uneinigkeit zwischen den Open-Source-Entwicklern und der Rechtsabteilung - schließlich durften keine Software-Patente verletzt werden. Inzwischen sollen diese Differenzen größtenteils beigelegt worden sein.

Bei der Radeon-HD-7000-Serie, die mit Ausnahme der Radeon HD 7790 der Southern-Islands-Generation angehört, hat es eine halbe Ewigkeit gedauert bis ordentliche Linux-Grafiktreiber angeboten wurden. Für die Zukunft besteht die Hoffnung, dass neue AMD-Produkte wesentlich schneller unterstützt werden. Die momentan verfügbaren Pakete für das Open-Source-Betriebssystem erreichen zwar immer noch nicht die Qualität der Windows-Grafiktreiber, doch die Situation hat sich arg verbessert. Es bleibt abzuwarten, ob die positive Entwicklung weiter anhalten wird.


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