Gilt das Mooresche Gesetz bald nicht mehr?

ProzessorenIn den zurückliegenden Tagen konnten wir mit zahlreichen interessanten Newsmeldungen aufwarten. Wir berichteten zum Beispiel über die Radeon HD 8970M, die auf der Gamescom im Eyefinity-Betrieb mit drei Monitoren gezeigt wurde und den neusten Titel aus der beliebten Tomb-Raider-Serie relativ flüssig darstellte, oder über die 60-FPS-Limitierung der aktuellen Optimus-Notebooks, bei denen sich die Prozessorgrafikeinheit und die dedizierte Grafikkarte aus Energiespargründen abwechseln. Darüber hinaus vermeldeten wir, dass ein AMD-Offizieller in einem Internetforum die 28-Nanometer-Fertigung des Hawaii-Grafikprozessors angedeutet hat. Hierbei könnte es sich allerdings auch um eine bewusste Falschaussage handeln, um Sicherheitslücken zu schließen oder die Konkurrenz in eine falsche Richtung zu lenken.

Mooresches Gesetz

Dr. Robert Colwell, früherer Chef-Entwickler von Intel, zweifelt mittlerweile daran, dass das Mooresche Gesetz, das vor knapp 50 Jahren formuliert wurde, noch lange gilt. Dieses besagt, dass sich die Transistoranzahl alle ein bis zwei Jahre verzweifacht. Anders formuliert, verdoppelt sich die Performance von Mikroprozessoren, wie von CPUs oder GPUs, etwa alle 18 Monate. Colwell geht davon aus, dass sich kleinere Fertigungsverfahren spätestens 2019 nicht mehr rentieren, da diese zunehmend teurer werden.

Moore selbst sagte vor sechs Jahren im Rahmen von Intels IDF, dass das Gesetz noch ungefähr zehn bis 15 Jahre Gültigkeit besitzen werde. Er ging allerdings nicht von einem finanziellen Problem, sondern von physikalischen Faktoren aus, die dem Gesetz einen Strich durch die Rechnung machen würden. Da die Atomgröße eine natürliche Grenze sei, könne ab einem bestimmten Punkt überhaupt nicht mehr feiner gefertigt werden - bis dahin ist es allerdings noch ein gutes Stück.

Auf dem Markt für Endkunden gilt das Mooresche Gesetz übrigens bereits seit Längerem nicht mehr. Während die Leistungssprünge von Grafikkarten regelmäßig noch relativ hoch ausfallen, steigt die CPU-Performance nur recht langsam. An dieser Entwicklung ist allerdings auch der populäre Smartphone- und Tablet-Markt Schuld, der wesentlich höhere Gewinne abwirft als der Markt für Desktop-Computer. Dementsprechend legen die Hersteller mehr Wert auf kleine Prozessoren mit einem geringen Energieverbrauch und lassen die Entwicklung performanter Desktop-Modelle schleifen.


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