Intel Ivy Bridge-E offiziell

IntelIn den vergangenen Wochen berichteten wir oftmals über Intels neue High-End-Prozessoren der Ivy-Bridge-E-Generation. Wir konnten zum Beispiel mit einer Fotografie eines entsprechenden Modells aufwarten oder diverse Vorab-Benchmarks präsentieren, in denen die Ivy-Bridge-E-Prozessoren nicht unbedingt überzeugten. Überdies haben wir die internationalen Märkte beobachtet und einige britische und polnische Internethändler listeten die High-End-CPUs bereits vor der offiziellen Markteinführung. Wir gingen lange Zeit davon aus, dass Ivy Bridge-E am 10. September - also genau in einer Woche - das Licht der Öffentlichkeit erblicken wird, doch diese Informationen haben sich letztendlich nicht bewahrheitet. Am heutigen Dienstag hat Intel die Prozessoren endlich offiziell vorgestellt.

Da die neue Mikroarchitektur größtenteils der alten Ivy-Bridge-Mikroarchitektur entspricht, können wir nicht von allzu vielen architektonischen Veränderungen berichten. Es ist natürlich klar, dass sechs Kerne auf einer CPU mehr Transistoren aufweisen und mehr Platz benötigen als vier. Dementsprechend kommen die Ivy-Bridge-E-Chips auf eine Transistoranzahl von 1,86 Milliarden sowie auf eine Fläche von 257 Quadratmillimeter. Bei den normalen Ivy-Bridge-Prozessoren für den Performance-Sockel LGA 1155 waren es noch 1,40 Milliarden Transistoren und eine Chipfläche von 160 Quadratmillimetern. Im Verhältnis zu den Vorgängermodellen der Sandy-Bridge-E-Generation sind die Ivy-Bridge-E-CPUs jedoch relativ klein.

ModellKerne / ThreadsTakt / TurboL3-CacheArbeitsspeicherTDPPreis
Core i7-4960X6 / 123,6 / 4,0 GHz15 MiBDDR3-1866130 Watt$990
Core i7-4930K6 / 123,4 / 3,9 GHz12 MiBDDR3-1866130 Watt$555
Core i7-4820K4 / 83,7 / 3,9 GHz10 MiBDDR3-1866130 Watt$310

Wie wir schon seit einigen Wochen wissen, zählen vorerst nur drei Prozessoren zur neuen High-End-Mikroarchitektur. Dazu gehört das Flaggschiff Core i7-4960X, das sechs Hyper-Threading-beherrschende Kerne besitzt und demzufolge zwölf Threads simulieren kann. Die Basistaktfrequenz liegt bei 3,6 GHz, während die Turbotaktfrequenz 4,0 GHz beträgt. Das Modell kann auf einen 15 MiB großen L3-Cache zurückgreifen, bietet den Support für DDR3-1866 und besitzt eine TDP von 130 Watt. Der Core i7-4930K verfügt über eine Basistaktfrequenz von 3,4 GHz, eine Turbotaktfrequenz von 3,9 GHz sowie über einen 12 MiB großen L3-Cache. Die restlichen Spezifikationen sind mit denen des Spitzenmodells identisch.

Der Core i7-4820K besitzt lediglich vier Kerne, die allerdings auch Hyper-Threading beherrschen und folglich bis zu acht Threads simulieren können. Die Basistaktfrequenz des Prozessors beträgt 3,7 GHz und die Turbotaktfrequenz liegt bei 3,9 GHz. Das Modell weist einen 10 MiB großen L3-Cache auf und unterscheidet sich ansonsten nicht von den beiden Sechskern-CPUs. Der Vierkerner unterstützt also DDR3-1866 und gehört der 130-Watt-Klasse an.

In den Weiten des Internets sind bereits zahlreiche Testberichte zu finden, die sich in der Regel mit dem Flaggschiff Core i7-4960X befassen. Dieser Prozessor besitzt eine zirka fünf Prozent bessere Performance als der direkte Vorgänger, namentlich Core i7-3970X, und kann sich gerade in Anwendungen vom aktuell schnellsten Haswell-Prozessor absetzen. In Computerspielen herrscht allerdings ein Gleichstand zwischen dem Core i7-4960X und dem wesentlich günstigeren Core i7-4770K. Die kürzlich veröffentlichten Centurion-Modelle von AMD spielen in einer ganz anderen, niedrigeren Liga und können nicht im Geringsten mit den CPUs auf Ivy-Bridge-E-Basis mithalten.

Intel Ivy Bridge-E

In puncto Leistungsaufnahme hat Intel bei den Ivy-Bridge-E-Prozessoren einiges verbessert - zumindest im Vergleich mit den Modellen der Sandy-Bridge-E-Generation. Dies war auch nicht anderes zu erwarten, denn immerhin bringt ein Sprung in der Fertigungstechnologie, in diesem Fall von 32 Nanometer feinen auf 22 Nanometer feine Strukturen, immer gewisse Verbrauchsvorteile mit sich. Dennoch ziehen die Prozessoren für den High-End-Sockel LGA 2011 wesentlich mehr Strom aus der Steckdose als die aktuellen Haswell-Modelle.

Letztendlich kann Ivy Bridge-E nicht mit allzu vielen Verbesserungen aufwarten. Die Prozessoren sind zwar etwas schneller und verbrauchen etwas weniger Energie als ihre unmittelbaren Vorgänger, aber der Vorsprung auf die Haswell-CPUs ist nicht sehr groß. Gerade in Computerspielen macht es eigentlich keinen Unterschied, ob nun ein 950 Euro teurer High-End-Prozessor oder eine 280 Euro teure Performance-CPU im Computer werkelt. Unter diesem Umstand leidet vor allem der relativ günstige Vierkerner Core i7-4820K, der dem Core i7-4770K fast überall unterlegen sein sollte. Die Ivy-Bridge-E-Prozessoren sind zurzeit für 951, 533 und 298 Euro gelistet, aber noch nicht verfügbar.


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