Intel: Möglicher Verstoß gegen Kartellrecht

IntelDie zur Metro-Gruppe angehörigen Unternehmen Saturn und Mediamarkt, welche schon oftmals durch teils skurrile Werbung auf sich aufmerksam machten, sind nun Auslöser für einen etwaigen Skandal. Angeblich haben sie - so geht es zumindest aus einem vorliegenden Brief eines Berichts der "Financial Times Deutschland" hervor - jahrelang von Intel Millionen kassiert, um im Gegenzug keine AMD-CPUs mit ins Sortiment aufzunehmen. Es war schon äußerst verdächtig, dass die beiden Unternehmen in "Intels schwerster Zeit", als der Branchenriese seinen Prescott vorstellte, welcher in allen Belangen seinem Konkurrenten - Athlon 64 - unterlegen war, mit Händen und Füßen zu Intel hielten und die Einführung von AMD-Prozessoren verwehrten. Aus jenem vorliegenden Brief der "Financial Times Deuschland", den die Saturn- und Mediamarkt Gruppe an einen Zulieferer sandte, geht eindeutig hervor, dass die Saturn- und Mediamarkt Kette regelrecht gezwungen wurde ausschließlich Intel-Prozessoren zu verkaufen. Falls dies den Tatsachen entspräche, müsste Intel mit einer millionenschweren Klage rechnen, denn sowohl nach deutschem als auch europäischem Wettbewerbsrecht ist es strengstens untersagt, dass ein marktherrschender Hersteller exklusive Vertriebspartner hat.

Ungewöhnlich schnell kommentierte darauf eine Sprecherin des Bundeskartellamtes, dass keine Dokumente vorlägen, die einen ausreichenden Anfangsverdacht begründen würden, weswegen man sich auch dazu entschlossen hätte, von einem Verfahren gegen Intel abzusehen. Wie man dem ganzen jetzt auch gegenüber stehen mag, fest steht, dass AMD schon in der Vergangenheit oftmals "benachteiligt" wurde. Erst vor ein paar Monaten nahm der Nr. 1 Discounter Aldi AMD Prozessoren in seine umfangreiche Produktpalette mit auf. Gleiches gilt für Dell, die ebenfalls erst kürzlich verlauten ließen AMD-Prozessoren aufzunehmen, obgleich man bisher eine Beschränkung auf den High-End Server Bereich aussprach. Zwar mag das Thema für das Bundeskartellamt ad acta sein, doch Grund zur Diskussion gibt es jetzt allemal, so dass überlaufene Foren schon vorprogrammiert sind.


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