AMD Richland für den Desktop offiziell

AMDAm heutigen Mittwoch hat das finanziell angeschlagene Unternehmen AMD seine neue Richland-Mikroarchitektur vorgestellt. Bereits im Vorfeld berichteten wir über angebliche Benchmark-Ergebnisse des A10-6800K oder über die vermeintlich höheren Verkaufspreise aller Richland-Ableger. Der große Konkurrent Intel hat seine Haswell-Mikroarchitektur bereits vergangenen Samstag veröffentlicht und bietet nun mit der Grafiklösung Iris Pro 5200 die schnellste Prozessorgrafikeinheit auf dem Markt. Doch erste Testberichte bescheinigen der flottesten Richland-Grafikeinheit ebenfalls eine hervorragende Performance, aber alles der Reihe nach.

ModellModule / ThreadsTakt / TurboL2-CacheGrafikeinheitTDPPreis
A10-6800K2 / 44,1 / 4,4 GHz4 MiBHD 8670D100 Watt$142
A10-67002 / 43,7 / 4,3 GHz4 MiBHD 8670D65 Watt$142
A8-6600K2 / 43,9 / 4,2 GHz4 MiBHD 8570D100 Watt$112
A8-65002 / 43,5 / 4,1 GHz4 MiBHD 8570D65 Watt$112
A6-6400K1 / 23,9 / 4,1 GHz1 MiBHD 8470D65 Watt$69

Bei den vorgestellten Modellen handelt es sich um die Zweimoduler A10-6800K (100 Watt) mit einer Basistaktfrequenz von 4,1 GHz und einer Turbotaktfrequenz von 4,4 GHz, A10-6700 (65 Watt) mit einem 3,7 GHz schnellen Basistakt und einem 4,3 GHz schnellen Turbotakt, A10-6600K (100 Watt) mit einem Basistakt von 3,9 GHz und einem Turbotakt von 4,2 GHz und A10-6500 (65 Watt) mit einem 3,5 GHz schnellen Basistakt und einem 4,1 GHz schnellen Turbotakt sowie um den Einmoduler A10-6400K (65 Watt) mit einer Basistaktfrequenz von 3,9 GHz und einer Turbotaktfrequenz von 4,1 GHz. Alle Zweimoduler können vier Threads bearbeiten und besitzen einen 4 MiB großen L2-Cache, während der Einmoduler zwei Threads bearbeiten kann und einen 1 MiB großen L2-Cache besitzt.

Die beiden A10-Prozessoren besitzen die integrierte Grafikeinheit HD 8670D mit 384 Shadereinheiten und kosten 142 US-Dollar, die beiden A8-Prozessoren kommen mit der integrierten Grafikeinheit HD 8570D mit 256 Shadereinheiten daher und kosten 112 US-Dollar und der A6-6400K verfügt über die integrierte Grafikeinheit HD 8470D mit 128 Shadereinheiten und kostet 69 US-Dollar. Die Grafikeinheiten des A10-6800K, des A10-6700 sowie des A10-6600K takten mit 844 MHz, während die Grafikeinheiten des A8-6500 und des A6-6400K mit einer Taktfrequenz von 800 MHz daherkommen. Der A10-6800K liefert den Support für DDR3-2133, die anderen Richland-Prozessoren unterstützen lediglich DDR3-1866.

AMD Richland - DIE-Vergleich

Die Prozessorleistung der Richland-Prozessoren fällt erwartungsgemäß nicht allzu stark aus. Dennoch konnte man mit dem A10-6800K die Performance des direkten Vorgängers, namentlich A10-5800K, um etwa fünf Prozent überbieten. Die Leistung der Prozessorgrafikeinheit konnte die schnellste Richland-APU sogar um 20 Prozent steigern. Das ist ein sehr interessantes Ergebnis, denn laut eines ausführlichen Testberichts von AnandTech.com rendert die Iris Pro 5200 ohne TDP-Erhöhung ebenfalls 20 Prozent schneller als die Radeon HD 7660D des A10-5800K. Überdies zeigt sich, dass AMDs Grafikeinheit massiv von schnellem Arbeitsspeicher profitiert. Mit DDR3-2133 rendert die HD 8670D ungefähr 15 Prozent schneller als mit dem beliebten DDR3-1600-Arbeitsspeicher.

Diese stark verbesserte GPU-Leistung ist nicht auf architektonische Änderungen zurückzuführen, denn wie bei Trinity basiert die integrierte Grafikeinheit von Richland auf der VLIW4-Architektur, die auch auf den Radeon-HD-6900-Karten eingesetzt wurde. Da AMD die Anzahl der Ausführungseinheiten nicht aufgestockt und die Taktfrequenz lediglich um fünfeinhalb Prozent erhöht hat, geht ein Großteil des Performancegewinns auf die Kappe der verbesserten Arbeitsspeicherunterstützung. Überdies hat AMD den Turbomodus der Radeon HD 8670D optimiert, so dass dieser nun wesentlich öfter greift und flexibler arbeitet.

AMD Richland - Intel-Vergleich

Für die Leistungsaufnahme der Richland-Prozessoren müssen wir AMD loben. Obwohl die Performance gesteigert werden konnte, verbrauchen die neuen Accelerated Processing Units etwas weniger Energie als die Trinity-Ableger. Im wichtigen Windows-Betrieb verbrauchen die Richland-APUs sogar weniger Strom als die Konkurrenzprodukte von Intel, doch unter Last zeigt sich wieder das gewohnte Bild, denn die Ivy-Bridge- und Haswell-CPUs arbeiten hier wesentlich genügsamer.

Unser Gesamteindruck der Richland-APUs für den Desktop fällt durchaus positiv aus. AMD konnte die CPU-Leistung minimal steigern und gleichzeitig die Leistungsaufnahme verringern. Im Vergleich zu Intels Core-i3-Prozessoren schneidet Richland ebenfalls gut ab, vor allem weil Intel noch keine Haswell-Produkte in diesen Leistungs- und Preisregionen platziert hat. Die Verkaufspreise der Richland-APUs sind zwar noch etwas zu hoch, doch in den nächsten Tagen und Wochen sollte das Preisniveau langsam fallen. Richland bleibt allerdings nicht lange aktuell, denn gegen Jahresende wird die Kaveri-Mikroarchitektur erwartet, bei der erstmals Steamroller-Kerne und eine GCN-Grafikeinheit zum Einsatz kommen.


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