Intel Haswell für Desktop und Notebook offiziell

IntelIn den letzten Wochen berichteten wir fast ausschließlich über die Geforce-GTX-700-Serie von Nvidia und über die Haswell-Mikroarchitektur von Intel. Die Geforce GTX 780 und die Geforce GTX 770 wurden bereits vor einigen Tagen veröffentlicht und am heutigen Samstag hat Intel seine neuen Haswell-Prozessoren offiziell vorgestellt. Da einige Prozessoren bereits schon vorher im Umlauf waren, konnten wir die Performance der neuen Mikroarchitektur relativ gut abschätzen. Erste inoffizielle Testberichte offenbarten eine eher schwache CPU-Performance, aber eine starke GPU-Performance. Nun wissen wir mehr, aber alles der Reihe nach.

Genauso wie Ivy Bridge, werden die neuen Prozessoren mit einer Strukturbreite von 22 Nanometern gefertigt. Obwohl Haswell in Intels Tick-Tock-Modell ein "Tock", also eine mehr oder weniger vollständig neue Mikroarchitektur, darstellt, basieren die Prozessoren auf einer stark verbesserten Sandy-Bridge-Architektur. Zu den zahlreichen Optimierungen zählen mehr Ausführungseinheiten, ein ausgebauter Puffer-Speicher sowie neue Instruktionen, wie AVX2, FMA, TSX oder BMI. Durch die Befehlssatzerweiterungen werden einige Anwendungen stark beschleunigt - zumindest in der Theorie. Außerdem hat Intel die Sprungvorhersage, den L1-Instruktion-Cache (Icache) und den dazugehörige Translation Lookaside Buffer (ITLB) sowie den µOp-Cache überarbeitet.

ModellKerne / ThreadsTakt / TurboL3-CacheGrafikeinheitTDPPreis
Core i7-47704 / 83,4 / 3,9 GHz8 MiBHD 460084 Watt$303
Core i7-4770K4 / 83,5 / 3,9 GHz8 MiBHD 460084 Watt$339
Core i7-4770R4 / 83,2 / 3,9 GHz6 MiBHD 520065 Wattk. A.
Core i7-4770S4 / 83,1 / 3,9 GHz8 MiBHD 460065 Watt$303
Core i7-4770T4 / 82,5 / 3,7 GHz8 MiBHD 460045 Watt$303
Core i7-4765T4 / 82,0 / 3,0 GHz8 MiBHD 460035 Watt$303
Core i5-46704 / 43,4 / 3,8 GHz6 MiBHD 460084 Watt$213
Core i5-4670K4 / 43,4 / 3,8 GHz6 MiBHD 460084 Watt$242
Core i5-4670S4 / 43,1 / 3,8 GHz6 MiBHD 460065 Watt$213
Core i5-4670T4 / 42,3 / 3,3 GHz6 MiBHD 460045 Watt$213
Core i5-45704 / 43,2 / 3,6 GHz6 MiBHD 460084 Watt$192
Core i5-4570S4 / 42,9 / 3,6 GHz6 MiBHD 460065 Watt$192
Core i5-4570T2 / 42,9 / 3,6 GHz6 MiBHD 460035 Watt$192
Core i5-44304 / 43,0 / 3,2 GHz6 MiBHD 460084 Wattk. A.
Core i5-4430S4 / 42,7 / 3,2 GHz6 MiBHD 460065 Wattk. A.

Bei den neuen Desktop-Modellen handelt es sich um zahlreiche Variationen des Core i7-4770, des Core i5-4670 und des Core i5-4570 sowie um den Core i7-4765T, den Core i5-4430 und den Core i5-4430S. Das Kürzel "K" steht für einen nach oben offenen Multiplikator, die Endung "R" steht für die starke Intel-HD-5200-Grafikeinheit, die Variable "S" steht für die 65-Watt-Klasse und der Buchstabe "T" weist auf einen TDP von 45 Watt oder 35 Watt hin. Der Core i7-4770R, der über die Intel-HD-5200-Grafikeinheit verfügt, besitzt einen TDP von 65 Watt, obwohl er nicht mit dem Kürzel "S" versehen ist. Die übrigen Desktop-Prozessoren weisen einen TDP von 85 Watt auf. Insgesamt hat Intel 15 Haswell-Modelle für den Desktop-Bereich vorgestellt.

Für zahlreiche Endkunden sind sicherlich der Core i7-4770K und der Core i5-4670K interessant. Ersterer besitzt vier Kerne, die acht Threads bearbeiten können, mit einer Basistaktfrequenz von 3,5 GHz und einer Turbotaktfrequenz von 3,9 GHz. Beim Core-i5-Prozessor handelt es sich um einen echten Vierkernprozessor mit 3,4 GHz bei Basistakt und 3,8 GHz bei Turbotakt.

ModellKerne / ThreadsTakt / TurboL3-Cache GrafikeinheitTDPPreis
Core i7-4950HQ4 / 82,4 / 3,6 GHz6 MiBHD 520047 Watt$657
Core i7-4930MX4 / 83,0 / 3,9 GHz8 MiBHD 460057 Watt$1096
Core i7-4900MQ4 / 82,8 / 3,8 GHz8 MiBHD 460047 Watt$568
Core i7-4850HQ4 / 82,3 / 3,5 GHz6 MiBHD 520047 Watt$468
Core i7-4800MQ4 / 82,7 / 3,7 GHz8 MiBHD 460047 Watt$378
Core i7-4750HQ4 / 82,0 / 3,2 GHz6 MiBHD 520047 Wattk. A.
Core i7-4700HQ4 / 82,4 / 3,4 GHz6 MiBHD 460047 Wattk. A.
Core i7-4700MQ4 / 82,4 / 3,4 GHz6 MiBHD 460047 Wattk. A.
Core i7-4702HQ4 / 82,2 / 3,2 GHz6 MiBHD 460037 Wattk. A.
Core i7-4702MQ4 / 82,2 / 3,2 GHz6 MiBHD 460037 Wattk. A.

Für den mobilen Bereich sind zehn Haswell-Prozessoren erschienen. Dabei handelt es sich um verschiedene Core-i7-4900-, Core-i7-4800- und Core-i7-4700-Modelle, die allesamt über vier Rechenkerne verfügen, aber acht Threads bearbeiten können. Die Kürzel "M" und "H" stehen für die kompatiblen CPU-Sockel rPGA beziehungsweise BGA. Der Buchstabe "X" des Core i7-4930MX weist auf Intels Extreme-Serie hin, während die Endung "Q" lediglich für Quad-Core steht. Fast alle mobilen Haswell-Prozessoren kommen mit einem TDP von 47 Watt daher. Lediglich der Core i7-4930MX besitzt einen TDP von 57 Watt und der Core i7-4702MQ sowie der Core i7-4702HQ gehören der 37-Watt-Klasse an.

Im Grunde genommen besitzt Haswell eine herausragende Performance. Erste Tests zeigen, dass Haswell-Prozessoren durchschnittlich ungefähr fünf Prozent schneller arbeiten als Ivy-Bridge-Modelle mit der gleichen Taktfrequenz. Allerdings hat die breite Öffentlichkeit einen größeren Sprung erwartet, weswegen Intel mit Sicherheit Kritik hinnehmen muss. Bei der integrierten Prozessorgrafik konnte Intel hingegen eine größere Verbesserung erzielen. Alleine die Intel HD 4600 des Core i7-4770K rendert ungefähr 30 Prozent schneller als die Intel HD 4000 des Core i7-3770K, aber immer noch 25 Prozent langsamer als die Radeon HD 7660D des A10-5800K von AMD. Die Leistungsfähigkeit der Intel HD 5200 konnten wir noch nicht beurteilen, doch diese sollte bis zur Konkurrenz aufschließen können.

Intel Haswell - Core-i7-Prozessor

In puncto Leistungsaufnahme hat sich - anders als von Intel angekündigt - leider nicht viel verbessert. Sowohl die Desktop- als auch die Mobile-Prozessoren verbrauchen tendenziell sogar etwas mehr Energie als gleichwertige Ivy-Bridge-Modelle. Gerade hinsichtlich der geringen Performancesteigerung, hatten wir uns ein wesentlich besseres Ergebnis erhofft. Möglicherweise zahlt Intel nun den Preis für eine konkurrenzfähige Grafikeinheit. Größere Sprünge erwarten wir erst von den Broadwell-Prozessoren, die mit einer Strukturbreite von 14 Nanometern gefertigt und nächstes Jahr erscheinen werden.

Letztendlich handelt es sich bei Haswell jedoch nicht um einen Flop, sondern vielmehr um eine konsequente Weiterentwicklung. Die Ivy-Bridge-Mikroarchitektur ist bereits sehr performant und hatte lediglich bei der integrierten Grafikeinheit einen wirklichen Verbesserungsbedarf. Genau an dieser Stelle hat Intel nun angesetzt und einen neue Mikroarchitektur mit einer leicht verbesserten Prozessorleistung, einer stark verbesserten Grafikleistung und einer ungefähr gleichbleibenden Leistungsaufnahme präsentiert.


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3 Kommentare

3.) Mr.Smith 03.06.2013 - 20:58 Uhr
Also ich habe ein paar Test gesehen und soviel schneller ist Haswell nicht im vergleich zu Sandy und Ivy Brige.
Dazu soll Haswell viel wärmer werden als Ivy.

Wenn man überlegt das man noch ein neues Mainboard kaufen muss,weiss ich nicht so recht,ob es für leute überhaupt sinn macht von Sandy bzw Ivy auf Haswell zu wechseln.

Aber gut,leider liegt es auch wieder an den Softwaren das die nicht das volle Potenzial aus der Hardware rausholen.

Und für leute die eh ein Kompletten PC kaufen wollen,würde es sich lohnen auf Haswell umzusteigen oder auf die neuen AMD's.

PS:Wann soll den die nächsten neuen CPU's generation von Intel kommen nach Haswell?
2.) KodeX 02.06.2013 - 12:56 Uhr
Hier bekommt man ja einen kleinen Vorgeschmack:

http://www.hardware-infos.com/news/4437 ... hnell.html
1.) Phenocore 02.06.2013 - 10:47 Uhr
Die Performancesteigerung ist mit aktueller Software nicht all zu hoch. Allerdings hat Intel vor allem die Performance für 256 bit Befehle erhöht, wozu die Verbreiterung des Kerns gehört, als auch die Einführung von FMA und für parallelisierbare Anwendungen gibt es nun auch noch Intel TSX.
Wenn das dann in die Software mit einfließt, wird Ivy Bridge nur noch die Rücklichter aus der Ferne sehen...