Intel: Gründe für Haswell-Sparsamkeit

IntelDa der weltgrößte Prozessorhersteller Intel seine neue Haswell-Mikroarchitektur kommenden Juni auf der diesjährigen Computex in Taipeh offiziell vorstellen wird, gab es in den zurückliegenden Wochen relativ viel zu berichten. Die Haswell-Prozessoren verfügen offenbar über ein hervorragendes Übertaktungspotenzial, denn es konnte bereits ein Core i7-4770K auf über 7.000 MHz übertaktet werden. Deutlich negativer stechen hingegen die Meldungen zur eigentlichen Performance der neuen Mikroarchitektur heraus. Die Anzeichen verdichten sich, dass die Haswell-Prozessoren in vielen Situationen nicht schneller arbeiten und zum Teil sogar langsamer sind als die aktuellen Ivy-Bridge-Modelle. Hier sollte man allerdings abwarten, bis erste offizielle Tests erschienen sind.

Bei einem weiteren Punkt, der gerade im mobilen Bereich sehr wichtig ist, handelt es sich um die Leistungsaufnahme. Diese soll bei Haswell-Prozessoren wesentlich geringer ausfallen als bei Modellen der Vorgängergeneration. Obwohl Haswell auch mit einer Strukturbreite von 22 Nanometern gefertigt wird, arbeiten die kommenden Prozessoren angeblich sparsamer als die aktuellen Ivy-Bridge-Prozessoren.

In einer Telefonkonferenz, an der die Kollegen von PCGamesHardware.de teilgenommen haben, gibt Intel die Gründe für die gesteigerte Effizienz an. Einerseits findet das Herstellungsverfahren nun offenbar in einer Low-Power optimierten Version statt, womit Intel die Leckströme gegenüber Ivy Bridge um mindestens die Hälfte reduziert haben will. Dieser Schritt spart vor allem in niedrigen Zuständen Energie, bei denen die Transistoren brachliegen. Andererseits konnte das Unternehmen die Spannung reduzieren, beispielsweise mit dem neuen Stromsparmodus C7.

Darüber hinaus stellt Intel den Platform Controller Hub (PCH) nun nicht mehr mit einer Strukturbreite von 65 Nanometern, sondern mit einer Strukturbreite von 32 Nanometern her, was zweifelsohne zu einer gewissen Energieeinsparung führt. Überdies sitzt der PCH jetzt zumindest im ULT-Segment auf dem Package neben dem Prozessor und sorgt dank 320 Regler für eine nahezu perfekte Spannungsjustierung, was sich an erster Stelle auf die Effizienz der Lastwechsel auswirken soll.

Abschließend gibt Intel an, dass die Connected-Standby-Zeit von Windows 8 mit Haswell um das 20-fache vor der Zeit mit Sandy Bridge liegen soll. Da Sandy Bridge noch mit einer Strukturbreite von 32 Nanometern gefertigt wird und Intel diesbezüglich keine Angabe zu Ivy Bridge macht, möchten wir diesen Wert ein wenig relativieren. Letzten Endes müssen wir uns sowieso auf die Veröffentlichung der Haswell-Mikroarchitektur und erste ausführliche Testberichte gedulden.


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