Intel mit Machtwechsel und Umstrukturierungen

IntelAm heutigen Freitag liegt das Hauptaugenmerk der breiten Öffentlichkeit zwar noch auf der Geforce GTX 780, die Nvidia gestern offiziell vorstellte, doch auch der weltgrößte Prozessorhersteller Intel liefert Stoff für viele Meldungen. Bezüglich der kommenden Haswell-Architektur berichteten wir bereits über das hervorragende Übertaktungspotenzial sowie über die vermeintlich schwache CPU- und starke GPU-Leistung. Da einige Haswell-Prozessoren bereits auf dem chinesischen Markt erhältlich sind und inoffiziell getestet wurden, halten wir diese Angaben durchaus für realistisch. Inzwischen haben auch zahlreiche Mainboard-Hersteller, wie Asrock, Asus, Gigabyte oder MSI, Hauptplatinen mit Z87-Chipsatz für den Sockel LGA 1150 präsentiert.

Bei Intel selbst hat es in den letzten Tagen einen Führungswechsel gegeben. Der ehemalige Chief Executive Officer (CEO) Paul Otellini hat seinen Posten abgetreten und Brian Krzanich das Ruder überlassen. Der neue CEO soll bereits am Montag eine E-Mail an die Belegschaft geschickt haben, in der er weitreichende Umstrukturierungen ankündigt. Dabei soll es vor allem um die Wünsche direkter Kunden gehen, mit denen Krzanich nicht etwa Endverbraucher, sondern Gerätehersteller meint. Dafür wird angeblich extra eine Abteilung gegründet, die unter der Bezeichnung "new devices" laufen soll.

Überdies möchte Krzanich den wichtigen Bereich der Produktentwicklung leiten, womit der bisherige Leiter David Perlmutter, der auch als möglicher Otellini-Nachfolger gehandelt wurde, praktisch entmachtet wird. Intels neue Präsidentin Renée James, frühere Leiterin der Softwaresparte, wird hingegen den Bereich der Fertigung übernehmen und außerdem die strategische Planung übernehmen. Durch diese neue Doppelspitze verliert die bisherige Zwischenschicht in der Hierarchie von Intel mit seinen zahlreichen Vizepräsidenten deutlich an Einfluss.

Laut Krzanich hat Intel gerade im mobilen Bereich einige Chancen verpasst, wofür er seinem direkten Vorgänger die Schuld gibt. Während der Konzeptionsphase der ersten iPhones lehnte Intel offenbar einen möglichen Auftrag von Apple ab, weil die Produktionskosten zu hoch gewesen wären.


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