Intel Haswell: Weiterer Test aufgetaucht

IntelIn drei Wochen, zu Beginn der diesjährigen Computex, ist es endlich soweit und der weltgrößte Prozessorhersteller Intel veröffentlicht die kommende Haswell-Architektur. Da der Launch unmittelbar bevor steht, konnten wir in den vergangenen Wochen bereits diverse Informationen über den offiziellen Ivy-Bridge-Nachfolger liefern. Bislang waren vor allem die neuen integrierten Grafikeinheiten interessant, mit denen Intel den AMD APUs den Kampf ansagen will und außerdem berichteten wir über diverse OC-Ergebnisse, die den Haswell-Prozessoren bisher ein hervorragendes Übertaktungspotenzial bescheinigen. Doch wir konnten nicht nur mit positiven Meldungen aufwarten, denn während der letzten Monate häuften sich die inoffiziellen Benchmarks, die den kommenden Haswell-Prozessoren eine eher schwache Performance nachsagen.

Weil Haswell bereits den chinesischen Markt erreicht hat, sollten sich diese Vorabtests in den nächsten drei Wochen häufen. In einem weiteren Test, den die Kollegen von Chinadiy.com vor wenigen Tagen veröffentlicht haben, tritt ein Haswell-basierter Intel Core i7-4770K gegen einen Ivy-Bridge-basierten Intel Core i7-3770K an. Beide Prozessoren verfügen über vier Kerne, die zusammen acht Threads bearbeiten können, einen Basistakt von 3,5 GHz und einen maximalen Turbotakt von 3,9 GHz. Im Testsystem wurde pfeilschneller DDR3-2600 eingesetzt, der zumindest einen gehörigen Einfluss auf die integrierten Grafikeinheiten Intel HD 4600 (Core i7-4770K) und Intel HD 4000 (Core i7-3770K) ausübt.

.Intel Core i7-3770KIntel Core i7-4770K
Cinebench 11.5100,0 %101,5 %
FritzChess SingleCore100,0 %108,6 %
FritzChess MultiCore102,7 %100,0 %
MediaCoder - MKV zu MP4100,0 %113,5 %
MediaCoder - MP4 zu MPEG2100,0 %100,6 %
PCMark7100,0 %102,4 %
Photoshop100,0 %100,7 %
SuperPI - 1M100,0 %100,5 %
SuperPI - 8M100,0%101,9 %
WinRAR103,5 %100,0 %
wPrime - 32M103,0 %100,0 %
wPrime - 1024M104,6 %100,0 %
Gesamt100,0 %101,3 %


Über den gesamten Test hinweg zeigt sich, dass der Intel Core i7-4770K nicht einmal zwei Prozent schneller rechnet als der der Intel Core i7-3770K. Dabei gibt es sowohl Ausreißer nach oben, wie MediaCoder mit bis zu 13,5 Prozent und FritzChess mit bis zu 8,6 Prozent Leistungsgewinn, als auch Ausreißer nach unten, wie wPrime mit maximal 4,6 Prozent Leistungsverlust. Summa summarum erreicht der Core i7-4770K in acht von zwölf Benchmarks ein besseres Ergebnis als der Core i7-3770K und dennoch bleibt ein fader Beigeschmack, denn von einer neuen Architektur erwartet man eigentlich mehr.
Die integrierte Grafikeinheit Intel HD 4600 schlägt sich wesentlich besser. Im Duell mit der Intel HD 4000 vom Core i7-3770K erarbeitet sich die Grafiklösung des Core i7-4770K einen durchschnittlichen Vorsprung von 55 Prozent. Das Ergebnis wird allerdings ein wenig vom 3DMark 11 verzerrt, in dem die Intel HD 4600 einen 146-prozentigen (Entry) beziehungsweise 85-prozentigen (Performance) Vorsprung besitzt. Es wurden außerdem der 3DMark Vantage und vier Computerspiele, die wir leider nicht identifizieren konnten, getestet.

Diese neuen Messwerte bestätigen die bisherigen Leistungsangaben zu Intels kommenden Haswell-Prozessoren. Zumindest in synthetischen Benchmarks und einigen Anwendungen scheinen diese aktuell kaum schneller zu arbeiten als die Vorgängermodelle der Ivy-Bridge-Generation. Möglicherweise wird sich das wahre Haswell-Leistungsvermögen auch erst in den nächsten Monaten zeigen, nachdem die Tester ihre Parcours auf den neusten Stand gebracht haben. An der Performance der integrierten Grafikeinheit Intel HD 4600 gibt es allerdings nichts zu bemängeln. Wenn man bedenkt, dass Intel mit der HD 5200 noch eine schnellere Lösung parat hat, dann sollte sich AMD schon mal warm anziehen.


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