Intel Haswell langsamer als erwartet?

IntelDie offizielle Vorstellung der neuen Haswell-Prozessorarchitektur von Intel steht unmittelbar bevor. Bisher berichteten wir bereits über die verbesserten Übertaktungsmöglichkeiten der Prozessoren und überdies informierten wir über ein hervorragendes OC-Ergebnis eines Intel Core i7-4770K. Diverse Hersteller, darunter Gigabyte und Asrock, haben bereits einzelne Mainboards für den kompatiblen Sockel LG 1150 gezeigt. Im Juni, während der diesjährigen Computex, werden Intels Haswell-Prozessoren gemeinsam mit zahlreichen Tests erscheinen. Einige Haswell-Benchmarks sind allerdings schon im Internet aufgetaucht und diese fallen bis dato eher enttäuschend aus.

Bereits im Januar veröffentlichten die russischen Spezialisten von OCLab.ru einen Kurztest, bei dem ein Core i7-4770K gegen einen Core i7-3770K mit der gleichen Taktfrequenz antrat. Insgesamt schnitt die Haswell-CPU knapp zwei Prozent besser ab. Ganz aktuell sind im chinesischen Forum Redquasar.com einige neue Benchmarks aufgetaucht, wonach ein Core i7-4770K sogar ein Prozent langsamer als ein Core i7-3770K arbeitet. Dabei handelt es sich zwar nur um die drei Anwendungen Cinebench 11.5, FritzChess und SuperPi 1M, aber dennoch ist das Ergebnis überraschend.

Etwas besser schnitt Haswell im März ab, als die Kollegen von Tomshardware.de einen relativ umfangreichen Test veröffentlichten. Hier war ein Core i7-4770K einem Core i7-3770K durchschnittlich um etwa viereinhalb Prozent überlegen. Überdies testete man die integrierte Grafikeinheit, namentlich Intel HD 4600, die fast 30 Prozent schneller als eine Intel HD 4000 renderte. Mit diesem Performancesprung kommt Intel zwar noch nicht ganz an AMDs integrierte Grafikeinheiten heran, doch mit der Intel HD 5200, die unter anderem beim Core i7-4770R zum Einsatz kommt, hat man noch eine schnellere Grafiklösung in der Hinterhand.

Dass neue Prozessorarchitekturen anfangs noch nicht allzu groß auftrumpfen können, kommt durchaus vor. Neue CPU-Befehlsatzerweiterungen, wie AVX3 oder FMA3, greifen in den meisten aktuellen Benchmarks noch nicht. Außerdem handelt es sich bei den getesteten Prozessoren noch nicht um fertige Modelle, sondern lediglich um Samples, die höchstwahrscheinlich mit einem nichtmarktreifen Stepping ausgeliefert wurden. Deshalb sollte man diese Ergebnisse nicht allzu ernst nehmen und auf die Veröffentlichung der neuen Mikroarchitektur warten.


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