Playstation 4: Abwärtskompatibel via Cloud

SonyIn wenigen Tagen hat das Rätselraten wahrscheinlich ein Ende: Am 20. Februar 2013 soll Sonys neue Konsole, nennen wir sie der Einfachheit halber "Playstation 4", offiziell vorgestellt werden. Bis dahin allerdings gibt es fast täglich neue Infos und Gerüchte zur Konsole. Aktuell im Trend: die Abwärtskompatibilität.

Wie das durchaus seriöse Wall Street Journal berichtet, soll Sony bei der Playstation 4 eine Abwärtskompatibilität zur Vorgängerkonsole via Cloud-Gaming realisieren. Zu diesem Zwecke wird wohl der im vergangenen Jahr für 380 Millionen US-Dollar erworbene Dienst Gaikai genutzt.

Damit müsste Sony keinen vollwertigen Cell-Prozessor in der PS4 verbauen - was teuer, wenig energiesparend und zudem ungünstig für die Wärmeentwicklung der Konsole gewesen wäre -, sondern könnte die Abwärtskompatibilität komplett ausgelagert anbieten und sogar mit zusätzlichen Diensten garnieren. Bei Gaikai werden die Spiele nicht vor Ort im Wohnzimmer des Gamers berechnet, sondern auf einem Server in einem Rechenzentrum des Anbieters. Die Spieledaten werden als komprimierter Videostream zur Konsole geschickt. Steuerungsinformationen überträgt der Service selbstverständlich ebenfalls. Bei guter Internetanbindung mit mehr als 16 Megabit pro Sekunde und nur geringem Traffic auf der eigenen Leitung schauen via Gaikai gestreamte Spiele tatsächlich nicht viel schlechter aus als direkt auf der PS3 laufende Titel.

Einige Nachteile hat das Streaming aber dennoch: Die Übertragung der Daten von der Konsole zum Rechenzentrum und zurück sorgt für eine gewisse Latenz. Zwar verfügt Gaikai im Gegensatz zum Cloudgaming-Konkurrenten OnLive über ein Rechenzentrum in Deutschland (Frankfurt am Main), was die Latenzen auf recht niedrigem Niveau hält. Bei schnellen Shootern jedoch spüren erfahrene Spieler die Differenz zwischen Bewegung und Bild dennoch, teils sogar deutlich. Für Mehrspieler-Partien verbietet sich Streaming daher generell.

Wer eine schwächere Internetverbindung nutzen muss, wird zudem zuerst bei der Bildqualität beschnitten. Je langsamer das Netz desto stärker fällt die Kompression aus - die Bildqualität wird schlechter. LTE-Nutzer hingegen verfügen zwar über eine rasante Leitung, kämpfen aber mit einer Volumenbegrenzung. Selbst die 30 Gigabyte im Monat, die einige der teureren LTE-Verträge bieten, sind mit Cloud-Gaming in guter Bildqualität nach sehr kurzer Zeit erschöpft.

Für Sony hingegen bietet sich mit Gaikai die Chance, PS3-Spiele nicht nur (kostenpflichtig) auf die PS4 zu streamen, sondern theoretisch auch auf Blu-ray-Player, Smart-TVs, Smartphones und Tablets. Zudem ließen sich auch Videos und andere Inhalte bis hin zur Anwendungssoftware streamen - theoretisch sogar vollwertige Betriebssysteme, auch wenn Sony daran sicherlich nur wenig Interesse haben dürfte.


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1 Kommentar

1.) rizawi 17.02.2013 - 21:32 Uhr
wird nicht lang dauern, bis es dafür einen Emulator am PC gibt, damit kommt ein weiterer Teil der Spiele da hin, mal sehn was MS bei der Xbox sich dazu ausdenken wird :D ...
Trotzdem eine wenig elegante Lösung und nicht gerade Werbung, das man bei Release keine Spiele auf der Konsole spielen können wird, ausser die paar die dann gleichzeitig erscheinen, da lobt man sich am PC das man alle Spiele die existieren spielen kann, von allen Konsolen ausser der WiiU, PS3 und Xbox360 und das in 90% der Fälle noch in deutlich besserer Qualität...