AMD schreibt weiterhin tiefrote Zahlen

AMDDer kalifornische Prozessorentwickler AMD hatte bereits im vorangegangenen Quartal mit massiven Umsatzeinbrüchen und hohen Verlusten zu kämpfen. Um dem entgegenzuwirken kündigte das Unternehmen damals zahlreiche Entlassungen an. Am heutigen Mittwoch stehen nun die Ergebnisse für das vierte Quartal 2012 fest, welche wesentlich düsterer ausfallen als AMD es im Vorfeld bereits befürchtete.

Demnach ging man (im Vergleich zum vierten Quartal 2011) von einem Umsatzrückgang zwischen fünf und 13 Prozent aus, während unabhängige Analysten ein Defizit von 32 Prozent voraussagten. Letztere lagen mit ihren Berechnungen exakt richtig: Der Umsatz des letzten Jahresviertels beträgt nur noch 1,16 Milliarden US-Dollar, während es im Jahr zuvor noch 1,69 Milliarden US-Dollar waren. Im gleichen Atemzug stieg der Nettoverlust von 177 auf 473 Millionen US-Dollar.

Für das Gesamtjahr 2012 stehen nur noch Bruttoeinnahmen von 5,42 Milliarden US-Dollar zu Buche, obwohl der Umsatz in 2011 noch 6,57 Milliarden US-Dollar betrug. Dem damals erzielten Gewinn in Höhe von 491 Millionen US-Dollar steht nun ein 1,18 Milliarden US-Dollar teurer Verlust gegenüber.

.UmsatzGewinn
Q4 20111,69 Mrd. $-177 Mio. $
Q1 20121,59 Mrd. $-590 Mio. $
Q2 20121,41 Mrd. $37 Mio. $
Q3 20121,27 Mrd. $-157 Mio. $
Q4 20121,16 Mrd. $-473 Mio. $


Die Hauptursache für das extrem schlechte Abschneiden im vierten Quartal 2012 ist AMDs Prozessorsparte „Computing Solutions", deren Umsatz alleine um 37 Prozent zurückging und nunmehr 829 Millionen US-Dollar beträgt. Der operative Verlust der Prozessorsparte liegt bei 327 Millionen US-Dollar, wozu allerdings auch die 273 Millionen US-Dollar schwere Strafe bezüglich der Neuregelung mit Globalfoundries über die verringerte Abnahme an Wafern zählt. Lediglich in der Grafikabteilung schreibt AMD zurzeit schwarze Zahlen. Hier sank der Umsatz zwar ebenfalls (von 342 auf 326 Millionen US-Dollar), doch dafür konnte man einen leichten Gewinn von 22 Millionen US-Dollar einfahren.

Es bleibt zu hoffen, dass AMD den Kopf doch noch aus der Schlinge ziehen kann: Die NextGen-Konsolen, die höchstwahrscheinlich komplett auf AMD-Hardware setzen werden, stehen kurz vor dem Release und könnten die Umsätze ordentlich ankurbeln. Außerdem machen sich die Entlassungen nach dem dritten Quartal 2012 aufgrund von Abfindungen erst jetzt so langsam bemerkbar.


Kommentar schreiben

  • Loggen Sie sich oben mit ihren Benutzerdaten ein, um Kommentare zu verfassen.
  • Falls Sie noch kein Mitglied sind, können Sie sich in unserem Forum registrieren.

0 Kommentare