AMD bereit für sinkenden Prozessorumsatz

AMDAMD hat es in diesem Jahr nicht leicht. Man musste deutliche Umsatzrückgänge verbuchen, zuerst bei den älteren Llano-APUs, später auch bei all den anderen CPUs. Zudem muss AMD nach wie vor für Kredite, die beim Kauf von ATI genommen wurden, zahlen. Um weiterhin die Liquidität zu gewährleisten, wurden Standorte geschlossen und Personal abgebaut. Die Hauptgeschäftsstelle in Texas wurde verkauft und ein langfristiger Leasingvertrag unterzeichnet, was letztendlich einem Kredit gleich kommt.

Die nächste Prozessorarchitektur „Steamroller“ musste AMD von 2013 auf das Jahr 2014 verschieben. Damit muss sich AMD mit der aktuellen Architektur der im Jahr 2013 kommenden Haswell-Architektur von Intel entgegen stellen, womit AMD Leistungsmässig weiter ins Hintertreffen geraten wird. Es sieht also bis 2014 nach einer langen Durststrecke aus, entsprechend passt AMD nun auch die Bestellungen für CPUs bei Globalfoundries an.

Geplant war eine Abnahme von CPUs im Wert von 500 Millionen Dollar pro Quartal, nun senkt man die geplante Abnahme im vierten Quartal 2012 auf lediglich 115 Millionen US-Dollar ab. Der Umsatz mit Prozessoren, die von Globalfoundries kommen, wird damit fast ein Fünftel dessen sein, was ursprünglich geplant war. Im Zuge der Vertragsanpassung mit Globalfoundries wird AMD außerdem wieder auf das alte Bezahlmodell mit einem Festpreis pro Wafer umsteigen, da die Yields inzwischen gut sind und die im Jahr 2011 getroffene Vereinbarung mit der Bezahlung pro funktionierenden Chip nicht mehr nötig ist. Im Jahr 2013 wird man lediglich 1,15 Milliarden US-Dollar für Wafer an Globalfoundries zahlen. Im ersten Quartal 2014 will AMD Wafer im Wert von 250 Millionen US-Dollar abnehmen, für den Rest des Jahres 2014, wird man im Jahr 2013 neu verhandeln.

Für die Minderabnahme muss AMD eine Strafzahlung in Höhe von 320 Millionen US-Dollar an Globalfoundries zahlen, sonst hätte man Lagerkosten für Chips bezahlen müssen, die nicht verkauft werden können. Natürlich könnte AMD auch die Prozessorpreise senken, um die Nachfrage nach eigenen Prozessoren zu steigern, doch offenbar glaubt AMD nicht daran, dass man mit einer Preissenkung den Umsatz langfristig soweit ankurbeln könnte, dass es sich letztendlich lohne.

Zuletzt wurde mit Globalfoundries vereinbart, dass AMD sich nur noch an den Prozessen bedient, die sowieso von Globalfoundries angeboten werden. Extra für AMD entwickelte Prozesse, wie den aktuellen 32nm-SOI-Prozess, wird es in Zukunft nicht mehr geben.


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