Intel Haswell mit breiteren Kernen

IntelAuf der IDF verriet Intel die wichtigsten Neuerungen der Haswell-Architektur, die die Basis der zukünftigen Core-i-Prozessoren ab dem zweiten Quartal 2013 sein wird. Bereits bekannt war, dass Intel AVX der zweiten Generation einführen wird, womit dann auch endlich Fused multiply-add (FMA) Einzug in die Prozessoren finden wird. AMD bietet bereits die Unterstützung für Intel-kompatibles FMA3 in den CPUs auf Piledriverbasis.

Die Befehlserweiterung AVX hat Intel mit der Sandy-Bridge-Architektur eingeführt. Damit ist es erstmals möglich mit 256-bit breiten Vektoren zu rechnen, während die bisherigen SSE-Erweiterungen „nur“ 128-bit breite Vektoren erlauben. Bei Sandy Bridge sparte Intel jedoch an Transistoren und verbreiterte die 128-bit-breiten ALUs nicht, stattdessen schaltete der Prozessor während des Betriebes mehrere ALUs zusammen um das rechnen mit 256-bit breiten Vektoren zu ermöglichen. Mit der Haswell-Architektur hebt Intel diese Sparmaßnahme auf und verbaut zwei vollwertige 256-bit-breite ALUs mit FMA-Unterstützung. Aufgrund des nun höheren Rechendurchsatzes der FPU erhöht Intel im gleichen Zuge auch den Durchsatz des L1-Caches und vergrößert die im Chip vorhandenen Buffer.

Intel Haswell Verarbeitungseinheit


Doch damit nicht genug, zusätzlich verbaut Intel eine weitere Integer-ALU und eine AGU im Kern. Damit kann Intels Kern nun bis zu 4 Integeroperationen ausführen, dies entspricht einem vollen Modul (zwei Integercluster) der Bulldozerarchitektur von AMD. Eine Steigerung der Single-Threadleistung kann man von der zusätzlichen Integerpipeline nicht erwarten, stattdessen kann man nun aber mehr Performancezuwachs durch zuschalten von SMT erwarten, womit der Performanceabstand zwischen Core i7- und Core i5-Vierkernprozessoren sich erhöhen sollte, wenn die Decoder nicht limitieren. Zudem werden die 256-bit-breiten ALUs nun seltener von einfachen Integer-Rechnungen blockiert, so dass Vektorrechnungen seltener gestört werden. Bei Nichtnutzung der vielen Pipelines, sollen diese in den Stromsparmodus wechseln.

Intel Haswell


Auch AMD plant die Multithreadleistung mit Steamroller-Architektur zu erhöhen, indem pro Modul zwei dedizierte Decoder für die beiden Integercluster verbaut werden sollen. Zusätzlich hat AMD angekündigt das Front-End weiter zu optimieren, genau dies hat auch Intel bei Haswell vor. Zusätzlich hat Intel weitere und verbesserte Stromsparfeatures angekündigt, was bei mobilen Geräten zu längeren Akkulaufzeiten beitragen sollte.
Für AMDs APUs plant Intel ebenfalls einen schweren Gegner. Zusätzlich zu Core i-Prozessoren mit GT1- und GT2-Grafik soll es für Ultrabooks Prozessoren/APUs mit GT3-Grafik geben. Dabei ist GT3 eine Verdopplung des GT2-Grafikchips, die Taktraten sollen aber niedrigerer ausfallen. Intel denkt laut golem.de sogar über einen neuen Namen für die sparsamen Ultrabook-APUs nach. Mit der Marketingoffensive für Ultrabooks dürfte aber wohl vor allem Nvidia der große Verlierer werden, den schon jetzt kommen viele Ultrabooks ohne eine dedizierte Grafik aus, mit der noch stärkeren integrierten Grafik und der weiteren Verbreitung von Ultrabooks dürfte der Marktanteil von Nvidia-Grafikchips weiter schrumpfen.


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5 Kommentare

5.) Crimson II 15.09.2012 - 10:28 Uhr
Intel entwickelt ganz klar in die richtige Richtung. Die CPU Seite ist jetzt schon vom Mitbewerber nicht annähernd einzuholen und die Haswell scheinen doch nochmal den einen oder anderen Engpass auszuhebeln. Das war aber vorherzusehen.

Viel interessanter finde ich die Entwicklung im GPU-Teil. Intel macht hier große Schritte, wenn auch auf niedrigem Niveau. Aber man darf gespannt sein wo Intel in 5 Jahren steht, vielleicht ist dann die integrierte GPU der von AMD ebenbürtig.
4.) core 14.09.2012 - 17:29 Uhr
Würde mich nicht stören, mehr als Grafikkarten will ich von denen sowieso nicht ;)

Davon mal abgesehen lohnt es auch nicht in Zweige zu investieren in denen man eh nicht Fuß fassen oder mithalten kann.
Die fahren weit besser wenn sie sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. Ich würde mir sorgen machen wenn sie dies nicht tun!
3.) Mr.Smith 14.09.2012 - 16:00 Uhr
core:
Nvidia versteht sich laut eigener Aussage als "Software-Firma" :lol:

Und obwohl der Tegra auch niemanden vom Hocker zu reißen vermag, mache ich mir um die Firma keine Sorgen, solange mit PC's noch gespielt wird...


Da magst du auch recht haben.

Man kann aber trotzdem ein Trend erkennen,der auch etwas Negative ist,das Nvidia in sachen Produktpalette vielfalt nicht mehr geworden ist sondern mehr weniger,weil alleine AMD und Intel mehr möglichkeiten haben als Nvidia.
Alleine die neuen Konsolen von Microsoft und Playstation werden soviel ich weiss nur AMD Hardware benutzen.

Ok die haben noch ihre Ion und Tegra Plattform.Ich würde es aber schade finden,wenn am Ende Nvidia nur noch Grafikkarten Produzieren würden.
2.) core 14.09.2012 - 06:10 Uhr
Nvidia versteht sich laut eigener Aussage als "Software-Firma" :lol:

Und obwohl der Tegra auch niemanden vom Hocker zu reißen vermag, mache ich mir um die Firma keine Sorgen, solange mit PC's noch gespielt wird...
1.) Mr.Smith 12.09.2012 - 18:34 Uhr
Hoffentlich kann AMD endlich mal wieder aufschließen zu Intel und endlich wieder ein 2 Kampf ausfechten.

Nur für Nvidia wird es immer schlechter. Früher gabs noch Chipsätze von Nvidia,was jetzt auch schon lange nicht mehr gibt. GPU bei Laptops und so was greifen AMD und Intel auf ihre eigene Lösungen und somit hat Nvidia wieder das nachsehen wie bei den Chipsätzen.
Somit sind fast 2 Märkte für Nvidia nicht mehr erreichbar.Da hat Nvidia nur noch Profi-Gpu,Tegra und ion Plattformen und GPU für PC's.Oder stellt Nvidia noch was her?
Vllt sollte Nvidia eine eigene CPU bauen oder eine CPU Firma aufkaufen.Wäre auch keine schlechte Idee.
Weil irgendwas müssen die ja was machen um kein zu großen Nachteil zu haben gegenüber AMD und Intel.

Früher gabs ja auch noch Via Chipsätze und so aber seid AMD und Intel alles selber machen,produzieren die auch nur Zusatz Chips.

Kann gut sein kann aber auch schlecht sein wie es sich entwickelt hat.