Exklusiv: ATI äußert sich zum Bitboys Deal

AMDLange als "Lachnummer" und "Produzenten von heißer Luft" verschrien, schien es so, als ob die finnische Chipschmiede Bitboys Oy mit dem Fokus auf mobile Grafiklösungen endlich ihr Metier gefunden hätte, nachdem man im Desktop-Bereich nie wirklich Fuß fassen konnte. Zwar hörten sich die Produkte der Finnen auf dem Papier immer viel versprechend an, aber leider brachte man nie eins zur Marktreife. Ebenso erfolglos erweis sich der Ausflug in das Handy- und PDA-Geschäft. Zwar konnte man einige Achtungserfolge feiern und NEC als Lizenzabnehmer für sich gewinnen, doch reichte dies nicht aus, um auf lange Sicht profitabel arbeiten zu können, weshalb Nokia Anfang dieses Jahres in die Bresche springen musste, um die ehemaligen Demo-Coder vor finanziellen Schwierigkeiten zu bewahren. Das Engagement des weltgrößten Handy-Herstellers und die Möglichkeit günstig an talentierte Entwickler zu kommen, weckte auch das Interesse von ATI, die vor gut drei Wochen Nägel mit Köpfen machten und das finnische Unternehmen für 35,2 Millionen Euro übernahmen.

Obwohl die Bitboys über zahlreiche Designs und Patente verfügen, die durchaus auch für die Desktop-Produkte der Kanadier von Interesse sein könnten, beschränkt sich ATI derzeit auf die Integration der finnischen Ingenieure in seine Handheld Division. Laut Aussage der in Toronto ansässigen Firma ist es auch eher unwahrscheinlich, dass man Design eins zu eins übernehmen wird, viel eher könnte man es sich vorstellen, einzelne Technologiebausteine in zukünftige Produkte zu integrieren, wie zum Beispiel eine abgewandelte Form des EDRAM Speichercontrollers namens eXtreme Bandwith Architecture. Priorität hat aber der Aufbau des europäischen Forschungs- und Entwicklungszentrums für mobile Endgeräten in Finnland, dass unter der Ägide der Bitboys entstehen soll. Grund hierfür sind die enormen Wachstums- und Absatzzahlen, die sich durch Handys generieren lassen und Jahr für Jahr im zweistelligen Prozentbereich liegen. Kein Wunder also, dass ATI mit aller Macht die Marktführerschaft in diesem Segment anstrebt.


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