AMD „Trinity“ offiziell vorgestellt

AMDWie erwartet hat die US-amerikanische Chipschmiede AMD seine neuen Prozessoren mit integrierter Grafikeinheit (APU) mit dem Codenamen „Trinity“ am heutigen Dienstag offiziell vorgestellt. Die fünf jüngsten APUs sind allerdings nur für den mobilen Einsatz ausgelegt, die Desktop-Modelle lassen noch ein Weilchen auf sich warten - vermutlich noch bis August.
Unser erster Kritikpunkt an den neuen Mobile-Prozessoren betrifft das Namensschema, welches kaum einen Schluss auf die letztendliche Leistungsfähigkeit eines Prozessors zulässt. So ist beispielsweise ein A6-4455M langsamer als ein A6-4400M, während die integrierte Grafikeinheit HD 7500G mit 256 Shadereinheiten besser aufgestellt ist als die HD 7520G mit 192 Shadereinheiten, obwohl der Name auch hier fälschlicherweise etwas anderes vermuten lässt.

ModellModule / ThreadsTakt / TurboL2-CacheGrafikShaderTDP
A10-4655M2 / 42,0 / 2,8 GHz4 MBHD 7620G38425 Watt
A10-4600M2 / 42,3 / 3,2 GHz4 MBHD 7660G38435 Watt
A8-4500M2 / 41,9 / 2,8 GHz4 MBHD 7640G25635 Watt
A6-4455M1 / 22,1 / 2,6 GHz2 MBHD 7500G25617 Watt
A6-4400M1 / 22,7 / 3,2 GHz1 MBHD 7520G19235 Watt


Mit einem TDP von 35 Watt stellt AMD den A10-4600M, den A8-4500M und den A6-4400M vor. Bei den ersten beiden APUs handelt es sich um Vierkerner, letzterer ist ein schneller Dual-Core Prozessor. Der AMD A10-4655M, der lediglich einen TDP von 25 Watt besitzt, verfügt ebenfalls über vier Kerne. Dieser ordnet sich leistungstechnisch - anders als es der Name propagiert - allerdings hinter dem A10-4600M ein. Der sparsamste „Trinity“-Ableger ist der A6-4455M, dessen TDP lediglich 17 Watt beträgt. Die beiden verbrauchsarmen Modelle fallen also durch eine „55“ in der Bezeichnung auf, während die Zahlenfolge im Namen der Standardvarianten stets durch 100 teilbar ist.

Im Verhältnis zu „Bulldozer“ besitzen die verbauten „Piledriver“-Kerne einen vergrößerten L1- und einen optimierten L2-Cache, der 8 MB große L3-Cache fehlt den neuen APUs allerdings. Diese können nun aber mit den Befehlsätzen AES, AVX und FMA aufwarten, was beim direkten Vorgänger „Llano“ nicht der Fall ist. Die integrierte Grafikeinheit von „Trinity“ basiert nun auf der VLIW4-Technik (bis zu 384 4D-Shadereinheiten), welche etwas effizienter als die vorher eingesetzte VLIW5-Technik arbeitet, aber bei weitem nicht so effizient wie die GCN-Architektur rendert.

AMD A10-4600M


Die Performance von AMDs neuen Prozessoren bleibt letztendlich hinter den hohen Erwartungen zurück. Die optimierten „Piledriver“-Kerne scheinen in der Praxis keine bessere Leistung als „Bulldozer“ abzuliefern und werkeln dementsprechend langsamer (pro MHz) als „Llano“, so dass man sich nur über der Taktschraube ein Leistungsplus erarbeiten kann. Mit der Konkurrenz von Intel kann die CPU-Leistung dennoch nicht im Geringsten mithalten. Das Urteil der integrierten Grafikeinheit HD 7660G fällt nicht ganz so vernichtend aus. Im Schnitt bietet man die schnellste integrierte Grafiklösung auf dem Markt, man rendert zirka 80 Prozent schneller als Intels HD 3000 und liegt gut 20 Prozent oberhalb der neueren HD 4000 - auch dem direkten Vorgänger ist man ungefähr zehn Prozent überlegen.

Erfreulicherweise hat AMD am Stromverbrauch der CPUs gefeilt, was vor allem im mobilen Bereich von großer Bedeutung ist. Ein Notebook mit einem A10-4600M benötigt im Windows-Betrieb nahezu 15 Prozent weniger Strom als ein "Llano"-basierter A8-3500M, obwohl beide APUs einen identischen TDP von 35 Watt aufweisen. Unter Last fällt die Leistungsaufnahme der beiden Prozessoren allerdings ähnlich aus, man schneidet aber noch etwas besser ab als die wesentlich schnelleren Intel-CPUs auf "Ivy-Bridge"-Basis.


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3 Kommentare

3.) Phenocore 15.05.2012 - 22:30 Uhr
KodeX:
Laut AMD ist der große Vorteil von Trinity, dass die integrierte Grafikeinheit im Crossfire-Modus mit einer dedizierten Grafikkarten arbeiten kann.

Hat jemand bei AMD eigentlich mal mit dem Crossfire-Modus gespielt?

http://www.computerbase.de/artikel/graf ... kroruckler

"Selbst mit 40 FPS ist Battlefield: Bad Company 2 unspielbar und kommt uns selbst noch stockender vor als bei 20 Bildern pro Sekunde ohne CrossFire. Erst ab etwa 60 FPS beruhigen sich die Mikroruckler in Battlefield, was aber wahrlich nicht der Sinn der Sache sein kann."

Bei Tomshardware.com hat das Trinity-A10-System beim Stromverbrauch immerhin besser abgeschnitten, als das System mit der Llano-APU und auch die Leistung ist besser als beim A8-3500 mit ebenfalls 35 W TDP, allerdings war die Speicheraustattung beim Trinity-A10-System besser.

http://www.tomshardware.com/reviews/a10 ... 02-17.html
2.) KodeX 15.05.2012 - 19:34 Uhr
Da die Rechenleistung des Prozessors auch etwas zur Spieleleistung beitragen kann landet die HD 4000 insgesamt gar nicht so weit hinter der HD 7660G. Leider kann man die beiden Grafikeinheiten nicht mit einem objektiven Testsystem testen. Auf anandtech.com gibt es viele Benchmarks aus denen die ungefähre Leistungsfähigkeit von Trinity hervorgeht.

Laut AMD ist der große Vorteil von Trinity, dass die integrierte Grafikeinheit im Crossfire-Modus mit einer dedizierten Grafikkarten arbeiten kann.
1.) Crimson II 15.05.2012 - 18:46 Uhr
"nur" 25% mehr Leistung als die HD4000? Ist das nicht etwas wenig? Der CPU- Teil ist ja eh nicht der bringer. Aber welchen Vorteil habe ich dann im Vergleich zum Intel Produkt?