Nvidia erobert mit GTX 680 Thron zurück

NvidiaGut Ding will Weile haben. Besser kann man Nvidias erst jetzt veröffentlichte, neue Grafikkartengeneration "Kepler" kaum umschreiben. Nach Monaten des nur Ansehens, wie Konkurrent AMD mit der HD 7000-Serie überlegen am Markt vorprescht, folgt rund drei Monate später der Gegenschlag in Form der GTX 680. Sie macht ganz, ganz viel richtig und nur ganz, ganz wenig falsch. Aber alles der Reihe nach.

Nvidia Geforce GTX 680

Die Geforce GTX 680 ist der erste Ableger der so genannten Kepler-Generation [Vorgänger Fermi-Generation (Geforce GTX 400, GTX 500)]. Seit Mitte 2007 arbeitet Nvidia an dieser und verspricht in erster Linie eine deutlich höhere Effizienz (Leistung/Watt), die der Knackpunkt der Fermi-Generation war. Die heute vorgestellte GTX 680 stellt nicht die volle Ausbaustufe der Kepler-Generation dar, wie auch am Codenamen GT104 abzulesen ist. Es handelt sich hier quasi um den Performance-Chip der Kepler-Reihe, der dennoch als High-End-Produkt bis auf weiteres vermarktet wird, da er sowohl leistungs- als auch preistechnisch als High-End-Chip durchgeht.

.HD 7970HD 7950GTX 580GTX 680
Transistoren ca. 4,31 Mrd. ca. 4,31 Mrd. ca. 3,00 Mrd. ca. 3,54 Mrd.
Fertigung 28 nm 28 nm 40 nm 28 nm
Chiptakt 925 MHz 800 MHz 772 MHz 1.006 MHz
Shadertakt 925 MHz 800 MHz 1.544 MHz 1.006 MHz
Shadereinheiten2.048 (1D) 1.792 (1D) 512 (1D) 1.536 (1D)
Rechenleistung3.789 GFLOPs 2.867 GFLOPs 1.581 GFLOPs 3.090 GFLOPs
TMUs 128 112 64 128
TAUs 128 112 64 128
Texelfüllrate 118.400 MTex/s 89.600 MTex/s 49.408 MTex/s 128.768 MTex/s
ROPs 32 32 48 32
Pixelfüllrate 29.600 MPix/s 25.600 MPix/s 24.704 MPix/s 32.192 MPix/s
Speichermenge 3.072 MB GDDR5 3.072 MB GDDR5 1.536 MB GDDR5 2.048 MB GDDR5
Speichertakt 2.750 MHz 2.500 MHz 2.004 MHz 3.004 MHz
Speicherinterface 384 Bit 384 Bit 384 Bit 256 Bit
Speicherbandbreite 264.000 MB/s 240.000 MB/s 192.384 MB/s 192.256 MB/s
TDP250 Watt 200 Watt 244 Watt 195 Watt


Auf dem in 28 Nanometer feinen Strukturen gefertigtem GK104-Chip sitzen 3,54 Millarden Transistoren, was etwas mehr ist als auf dem GF110 (GTX 570, GTX 580), aber deutlich weniger als auf AMDs High-End-Chip Tahiti (HD 7950, HD 7970). Und auch die 1536 1D-Einheiten klingen im Vergleich zum AMD-Flaggschiff wenig berauschend. Ganz klar: Auf dem Papier hat Nvidia ein unterlegenes Produkt gegenüber der Konkurrenz.
Aber: Wichtig ist auf'm Platz. Und hier zeigt die neue GTX 680, dass sie durchaus in der Lage ist, die Konkurrenz zu schlagen. Mit im Schnitt 10 Prozent Vorsprung platziert sich die GTX 680 messbar vor der HD 7970 in den meisten, gängigen Benchmarks. Nur bei Auflösungen jenseits der 1920x1080 Pixeln schwächelt das Geforce-Produkt zusehends; liegt es bei 2560x1600 noch gleich auf, muss es sich bei 5760x1080 der Konkurrenz geschlagen geben. Der "nur" 2048 MiB große Texturspeicher sowie die im Verhältnis zur Konkurrenz eher mickrige Speicherbandbreite könnten ein Grund dafür sein.
Wett macht dies der neue Nvidia-Chip aber mit einer beeindruckenden Effizienz. Trotz Mehrleistung genehmigt er sich unter Last etwa 20 Watt weniger als die HD 7970 und rund 50 Watt weniger als die GTX 580! Dies sorgt auch wieder für eine hörbare, aber doch zumutbare Lautstärke unter Last.

Auf der doch relativ langen Liste der neuen Features sticht für uns GPU-Boost bzw. der so genannte Turbo-Modus hervor. Er nutzt den vollen Spielraum der von Nvidia festgelegten TDP (GTX 680: 195 Watt) aus und verändert hierzu von Spiel zu Spiel, Szene zu Szene, ach was Sekunde zu Sekunde Taktraten und Spannung. Erste Tester berichten, dass die standardmäßig mit 1006 MHz taktende GTX 680 so in manchen Spielszenarien auf über 1100 MHz getaktet wurde - in aller Regel wurde dann auch die Spannung automatisch etwas angehoben, um weiter einen stabilen Betrieb sicherzustellen. Selbst im Stresstest Furmark taktet die ein oder andere GTX 680 mithilfe des neuen Turbo-Modus leicht nach oben.
Weiter erwähnenswert sind die neuen Anti-Aliasing-Features FXAA und TXAA. FXAA kennt man schon von der neuen Radeon HD 7000-Reihe unter der Bezeichnung MLAA. Bei diesem Modus wird erst nach der eigentlichen Kantenglättung noch mal nach geglättet (Post-Processing). TXAA kombiniert FXAA mit klassischem MSAA und klingt auf dem Papier viel versprechend - Spieletitel, die diesen Modus unterstützen, gibt es allerdings bislang noch nicht.
Ebenfalls nicht ungenannt bleiben soll die Unterstützung für DirectX 11.1 samt Shader-Model 5.1.

Nvidia ist unserer Meinung nach mit der GTX 680 im Speziellen und mit der Kepler-Generation im Allgemeinen ein großer Wurf gelungen. Mit weniger Transistoren, in Folge weniger Fläche und einer geringeren Leistungsaufnahme können sich die grünen Mannen brüsten, die Konkurrenz aus Sunnyvale geschlagen zu haben, wenngleich man nur auf dem Papier ein paar Prozentpunkte schneller ist - in einer anderen Dimension spielt man mit der GTX 680 bei aller Liebe nicht.
Die GTX 680 darf für die Konkurrenz als Warnsignal verstanden werden. Nvidia hat lediglich das Potential der neuen Kepler-Generation heute durchblicken lassen, in Bälde dürften neue Rekorde aufgestellt werden.


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2 Kommentare

2.) Federvieh 23.03.2012 - 20:45 Uhr
Ja und schön bündig alles wesentliche zusammengefasst.
Aber ändert mal das GT104 in GK104....
1.) Tihas 23.03.2012 - 18:07 Uhr
Uiii sehr schön ein neuer Artikel :D