Ein Viertel aller Haushalte noch offline

ForschungEin Leben ohne Internet ist für die Mehrheit gar nicht mehr vorstellbar. Im Studium dient es als Informationsquelle, in der Freizeit als Hobby und im Alltag kommuniziert man mit Freunden und Familie. Daher klingt es fast wie ein Märchen, was die Statistiken des Bundesamts in Wiesbaden erzählen. Rund ein Viertel aller Haushalte in Deutschland lebt ohne Internetanschluss.

Geht ein Haushalt ins Netz, dann besteht eine Wahrscheinlichkeit von 93%, dass er es mit High Speed tut. Nach der Befragung des Bundesamtes steht DSL im Vergleich zu den anderen Breitbandverbindungen auf Platz 1. Zu den High Speed Anschlüssen zählen außerdem Kabel, Satellit und mobile Internetverbindungen wie UMTS und LTE.

Dennoch stellt sich die Frage, wie der Rest der Haushalte (über 8 Millionen) komplett ohne Internetverbindung auskommt und vor allem, welche Gründe die Menschen dazu bewegen, auf diese moderne Technologie zu verzichten?

Gut ein Drittel der Haushalte ohne Internet sah die Gründe im fehlenden Know-How. Allerdings bleibt die Altersstruktur in der Befragung verborgen, daher kann nur gemutmaßt werden, wie viele Haushalte mit fehlenden Kenntnissen ein hohes Alter aufweisen. Diese Haushalte bestehen zu 32 Prozent aus Einzelpersonen und zu 37 Prozent aus Zweipersonen-Haushalten.
Hinzu kommen 15 Prozent der Gesamthaushalte, die angeben, dass Privatsphäre und Datenschutz ein relevanter Grund für den Verzicht sei. Zudem bekunden 27 Prozent der Singlehaushalte zu hohe Anschaffungskosten, die den Einstieg in das Internetzeitalter erschweren, wobei nur 22 Prozent die Nutzungskosten als zu teuer empfinden und daher nicht am schnellen Datenverkehr teilnehmen wollen.

Interessant ist dabei, dass die Verfügbarkeit von Breitbandverbindungen keine wichtige Rolle mehr spielt. Die Abdeckung scheint daher kein Grund für das Offline-Verhalten der Haushalte zu sein. Wichtigste Zielgruppen der Internetverächter in der Gesamtheit sind die Ein- und Zweipersonenhaushalte ohne Kinder.

Für die Datenerhebung wurden insgesamt 12000 Privathaushalte vom statistischen Bundesamt zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien befragt.


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