Mehr Daten-Verkehr in den nächsten Jahren

InternetDas Großunternehmen Cisco, welches zu signifikanten Teilen für die Infrastruktur des Internets verantwortlich ist und u.a. die Deutsche Telekom mit der nötigen Technik für DSL Angebote von T-Home versorgt, äußerte sich bezüglich des immer stärker wachsenden Markts der so genannten Cloud Services dahingehend, dass es bis 2015 einen diesbezüglichen Anstieg dieser Art des Datenverkehrs von bisher 11 Prozent auf bis zu 35 Prozent in Bezug auf den gesamten Internetverkehr weltweit erwartet.

Datenspeicherung in der Wolke

Zu diesem massiven Anstieg kommt es aufgrund des Trends, immer mehr Dienste, die eigentlich direkt am Computer verarbeitet werden, in große Rechenzentren auszulagern. Des Weiteren findet eine immer stärkere, auf den einzelnen Nutzer bezogene, Zentrierung der Internetnutzung statt, was die Entwicklung Unternehmensbezogener Cloud Services fördert. Gemeint ist damit, dass die Menschen immer häufiger immer weniger unterschiedliche Internetseiten besuchen und nutzen. Angetrieben wird diese Entwicklung von den Branchenreisen Google, Facebook, Amazon und neuerdings auch Apples iCloud Service.

Steigender Daten-Verkehr in den nächsten Jahren

An diesem Projekt vom Apple lässt sich gut erkennen, wie die Verlagerung der Datenverarbeitung und Speicherung immer mehr zunimmt. Geknipste Fotos werden nicht nur noch auf dem Gerät selbst gespeichert, sondern direkt nach dem Ablichten auf die Server des Konzerns geladen und dort weiteren Geräten des Endbenutzers zur Verfügung gestellt. Dieses Prinzip wird dabei auch für andere Medien wie Musik oder Dokumente verfolgt. Die Daten in der Wolke - für den Verbraucher jederzeit und von überall aus abrufbar.

Das Zettabyte

Für die Infrastruktur dieser enorm datenintensiven Dienste kaufen Unternehmen wie Apple und Google riesige so genannte Serverfarmen, welche die Daten speichern und verarbeiten. Dabei reicht die Auslagerung gewisser Dienste nicht nur von Fotos bis zu Dokumenten – einige Firmen bieten inzwischen sogar die Auslagerung von Videospielen auf fremde Rechenzentren an. Dadurch wird der Computer zum einfachen Bildschirm degradiert. Rechenintensive Spiele können so auch auf altersschwachen Maschinen abgespielt werden. Von Nöten ist lediglich eine schnelle Internetverbindung.

Nach Ciscos erstem „Cloud Index“ Bericht soll sich der Gesamtverkehr dieser Rechenzentren bis 2015 von bisher 1,5 Zettabyte auf 4,8 Zettabyte verdreifachen. Ein Zettabyte ist eine astronomisch große Menge an Daten und gleicht in etwa einer Milliarde Terabyte. Ein Terabyte wiederum entspricht circa 1000 Gigabyte. Ein gängiger Computer verfügt in etwa über eine Festplattengröße von 500 Gigabyte. Diese enorme Menge an Daten, welche bis 2015 durch riesige Rechenzentren verarbeitet werden soll, würde somit auf etwa zwei Milliarden moderne Computer passen.

Vorteile für Verbraucher und Unternehmen

Der Trend der Cloud Services ist dabei schon lange absehbar. Der Service hat Komfort und Kostenvorteile sowohl für den Verbraucher, als auch für die Unternehmen. Durch die nur punktuelle und nicht dauerhafte Nutzung des Dienstes stehen den Unternehmen immer genügend Kapazitäten zur Verfügung um alle Kunden ausreichend zu versorgen. Der Trend wird in Zukunft in dem kompletten Verzicht lokaler Speichermedien gipfeln. So spart das Unternehmen Kosten bei der Fertigung und der Verbraucher erfährt durch die geräteunabhängige Nutzung einen Komfortgewinn.

Durch dieses Prinzip lassen sich zudem im großen Stil Energie- und Stromkosten sparen, indem die Serverleistungen in Nordamerika bei Nacht, wenn diese so gut wie im Leerlauf arbeiten, auf die Nutzer in Europa oder Asien ausgelagert werden.

Kritik erfährt diese Entwicklung vor allem von Sicherheitsexperten. Inwieweit die Sicherheit der Privatsphäre im ausreichenden Maße garantiert werden kann und diese vor zum Beispiel Hackern geschützt werden kann, ist noch nicht abzusehen. Der durchschnittliche Verbraucher wird sich jedenfalls wundern, warum sich sein gerade geschossenes Bild auch in Kalifornien in den USA auf einer für ihn nicht zugänglichen Festplatte materialisiert hat.

Der Trend des „Dienstes in der Wolke“ ist jedenfalls nicht mehr aufzuhalten und wird in Zukunft die Nutzung des Internets zu einem großen Teil bestimmen. Es ist zu hoffen, dass sich bis dahin wirksame Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der privaten Daten auf fremden Servern gefunden und etabliert haben.


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