Rambus verliert Milliardenprozess

RamVielen PC-Nutzern ist der Speicherentwickler Rambus nicht unbekannt. Sei es durch die recht schnellen aber auch extrem teuren RD-RAM-Speichermodule für Intels erste Pentium4-Plattform oder durch Patentstreitigkeiten mit anderen Unternehmen. Vor allem die gerichtlichen Auseinandersetzungen sorgten bei Industrie und PC-Anwendern für nicht geringen Unmut RAMBUS gegenüber. So gilt das Unternehmen als extrem klagefreudig, was allerdings nicht verwundert, da Rambus einen guten Teil seines Umsatzes durch Lizenzzahlungen anderer Hersteller bestreitet.

Nun wurde ein jahrelanger Rechtsstreit gegen die Speicherhersteller Hynix und Micron gerichtlich entschieden. Rambus warf den beiden Unternehmen vor, mit Preisabsprachen eine weitere Verbreitung von Rambus-Speicher in PCs verhindert zu haben. Die entgangenen Gewinne bezifferte Rambus dabei mit 4,38 Milliarden US-Dollar, entsprechend hoch sollte auch der an RAMBUS zu zahlende Schadensersatz ausfallen. Der seit mittlerweile sieben Jahren schwelende Rechtsstreit wurde nun von einem kalifornischen Gericht entschieden: Rambus konnte sich mit seinen Ansichten vor Gericht nicht durchsetzen und verlor den Prozess. Doch damit nicht genug: Die Aktie von Rambus verlor anschließend stark an Wert und fiel um über 60 Prozent während die Aktie von Micron um 23 Prozent zulegen konnte.

Hynix und Micron konterten die Vorwürfe von Rambus mit dem Argument, die RD-RAM-Speichertechnologie wäre nicht zum Einsatz gekommen, da sie von Haus aus fehlerhaft war und zu hohe Kosten verursachte. Die Vorwürfe von Rambus, Hynix und Micron hätten gegen Kartellrechte verstoßen wollte das Gericht allerdings nicht teilen und urteilte mit 9 zu 3 Stimmen für die beiden beklagten Speicherhersteller.

Spekulanten setzten allerdings auf einen Sieg von Rambus, das Unternehmen hatte mit seiner aggressiven Klagestrategie in den vergangenen Jahren immerhin einigen Erfolg. So verklagte Rambus Hersteller wie Samsung und Nvidia und konnte Einigungen in Millionenhöhe mit den Unternehmen treffen.


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