AMD: 28nm-GPUs noch 2011?

AMDMit Verspätungen kennt man sich bei AMD ja eigentlich recht gut aus - auch der jüngst mit eher zweifelhaftem Erfolg vorgestellte Bulldozer war letzthin nicht gerade pünktlich - doch das GPU-Rennen mit NVidia will man bei AMD offenbar um jeden Preis gewinnen. Trotz Problemen bei der Fertigung in 28 Nanometer Strukturbreite sollen laut Informationen von heise online noch in diesem Jahr erste GPUs in der bislang noch nicht genutzten Strukturbreite erscheinen.

Mit dem 06. Dezember nannte die Quelle von heise online sogar einen konkreten Termin und schon zuvor hieß es, AMD stelle die Chips bis spätestens zum 09. Dezember vor. Unklar ist hingegen, ob es sich um einen Mobil- oder um einen Desktop-Chip handeln wird. Auch die genutzte GPU-Architektur wurde nicht bestätigt - AMD plant offenbar, die kommende GPU-Generation erneut mit zwei unterschiedlichen Architekturen zu fahren. Allerdings scheint ein Desktopchip mit GCN-Architektur doch eher unwahrscheinlich. Realistisch wäre der Release eines Mobil-Grafikchips mit der bereits bei den aktuellen Topmodellen HD6950 und HD6970 eingesetzten VLIW4-Technologie. Mit einem solchen Chip könnte AMD zudem die neue Strukturbreite testen wie es bereits mit der HD4770 vor einiger Zeit geschehen ist.

Große Mengen 28nm-Chips dürften bis 2012 eh nicht zu erwarten sein - und selbst im kommenden Jahr könnten die Chips weiterhin knapp bleiben. Bei TSMC gibt es zwar Fortschritte bei der Fertigung, dennoch soll die Ausbeute von funktionsfähigen 28nm-Chips unterdurchschnittlich hoch sein. Komplexe Chips leiden zudem stärker unter Problemen in der Fertigung, was eine Mobil-GPU als Erstling noch wahrscheinlicher machen dürfte. Bereits auf der Fusion11-Konferenz in Taipeh stellte AMD klar, dass sie als erste mit 28nm-Chips auf dem Markt sein wollen. Das Tape-Out der ersten Chips soll allerdings laut AMDs CTO Eric Demers erst im zweiten Quartal 2011 stattgefunden haben. Ein erstes funktionsfähiges Sample eines 28nm-Mobilchip durfte dann in Taipeh seine Leistung anhand des Spieles Dragon Age 2 demonstrieren. Fazit: Lief flüssig - was aber nichts über die tatsächliche Leistung aussagt. Viel ist also nicht bekannt über die kommenden Mobil-GPUs. Allerdings sollen die HD7000-Modelle auch auf dem Notebook Eyefinity unterstützen und so über die verbauten HDMI Anschlüsse, DVI-Ports oder Displayports drei Displays gleichzeitig ansteuern können. Die kleinere Strukturbreite dürfte indes für eine satte Stromersparnis sorgen, wobei AMD ja auch in dieser Hinsicht mit Bulldozer bewiesen hat, dass kleine Fertigungsverfahren nicht immer auch zu einem geringen Energieverbrauch führen müssen.


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