Offizielle Benchmarks von Bulldozer

AMDAMD nutzt das Rampenlicht von Intels Hausmesse IDF geschickt aus, um den Blick auf die eigenen Entwicklungen zu lenken. Ein wenig die Schau stiehlt AMD der versammelten Intel-Riege mit ersten, offiziellen Benchmarks zu den kommenden Bulldozer-CPUs.

Der von AMD gebenchte Prozessor aus der FX-8xxx-Reihe nutzt vier Prozessormodule, also insgesamt acht Integer-Kerne. Mehr Informationen zur CPU teilte AMD nicht mit. Antreten musste der Prozessor gegen eine ebenfalls nicht näher benannte Quad-Core-CPU aus Intels Sandy-Bridge-Serie - einen Core i5, also nicht das Topmodell i7-2600K. Weiterhin musste sich der Bulldozer mit einem Intel Core i7-980X messen. Dieser Sechs-Kern-Prozessor taktet mit 3,33 GHz, stammt aber noch aus der Pre-Sandy-Bridge-Ära. Beim Umwandeln eines fünf Minuten langen Videos in SD-Auflösung mit dem H.264-Benchmark "Handbrake" schlägt sich Bulldozer mit 233 FPS recht gut gegen den Core i5 mit 188 FPS. Dem Core i5 standen dabei allerdings nur vier Rechenkerne zur Verfügung, Bulldozer durfte acht Threads simultan bearbeiten. Der interessantere Wert des i7-980X ist für diesen Benchmark leider nicht bekannt.

Dass von AMD sehr gerne gebenchte Rennspiel Dirt 3 diente als zweite Disziplin. Die Auflösung stellte AMD auf hohe 2560 x 1600 Bildpunkte ein, als Grafikkarte dienten dem FX-Prozessor und dem i7-980X je zwei Radeon HD 6970 im Crossfire-Verbund. Bulldozer konnte sich hier mit 82,8 FPS zu 80,9 FPS knapp von Intels i7-980X absetzen. Bei diesem Benchmark gibt es keine Ergebnisse für die Sandy-Bridge-CPU. Zudem dürfte aufgrund der hohen Auflösung bereits die GPU limitiert haben, was die recht nahe beieinander stehenden Ergebnisse erklären dürfte.

Offizielle Benchmarks sind oft mit etwas Distanz zu betrachten. Natürlich versucht jedes Unternehmen, sich bei einer solchen Präsentation gut zu vermarkten. Wirklich aussagekräftig sind hier eher nicht die Benchmarkergebnisse, sondern die nicht mitgeteilten oder zwischen den Zeilen versteckten Informationen. Wie sehr beispielsweise Hyperthreading das Ergebnis von Sandy-Bridge im H.264-Benchmark beeinflusst hätte, teilte uns AMD nicht mit. Und wie wohl die Ergebnisse im Gaming-Test bei einer niedrigeren Auflösung ausfallen würden? Weitere Informationen bleibt AMD vorerst schuldig - auch einen etwas genaueren Release-Termin als "Q4/2011" gibt es weiterhin nicht.


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