Nvidia: 28 nm-Notebookgrafik in Kürze

NvidiaDie gewohnt gut informierten Kollegen von semiaccurate.com haben das kommende Lineup mobiler Grafiklösungen von Nvidia aufdecken können. Gleich zehn neue Notebook-GPUs plant Nvidia für die nähere Zukunft; erste Samples der 28 nm-Grafikchips gehen bereits Anfang Oktober in Produktion, die Massenfertigung soll dann Ende Dezember starten.

28nm Mobilgrafikchips von Nvidia. Quelle: semiaccurate.com

Allerdings handelt es sich dabei nicht um komplett neue Grafikchips auf Basis der kommenden Kepler-Architektur, sondern lediglich um geschrumpfte Fermi-GPUs. Deutlich gesteigerte Leistungswerte sind daher nicht zu erwarten, der Vorteil liegt eher bei der geringeren Energieaufnahme. Kein unwichtiger Punkt im Notebooksektor, benötigen hochgezüchtete GPUs im Notebook oft mehr Energie als die CPU. Für Nvidia bietet der Shrink bereits etablierter Grafikchips aber weitere Vorteile: Das Unternehmen kann Erfahrungen mit der neuen Fertigungstechnik sammeln. Bei der Einführung von Fermi sorgte das damals neuartige Fertigungsverfahren in 40 nm Strukturgröße für viele vermeidbare Probleme. Fermi verzögerte sich aufgrund dessen um einige Zeit und AMD erntete den Ruhm der ersten DirectX 11-Grafiklösungen. Nicht zuletzt, weil das Unternehmen mit der Radeon HD 4770 kurz zuvor den neuen Fertigungsprozess bereits mit einer etablierten GPU-Architektur ausprobiert hat und potentielle Problemquellen bereits kannte.

Die 10 jetzt inoffiziell bekannt gewordenen 28 nm-GPUs verteilen sich auf alle Leistungsklassen. Unter dem Chipnamen N13M-GS startet das Lineup mit einem Einsteigerchip. Ein Speicherinterface von nur 64 Bit, ein Gigabyte DDR3-Speicher und eine TDP von 15 bis 20 Watt dürften einem Gamer kein glückliches Lächeln ins Gesicht zaubern. Interessanter wird es am Ende der Tabelle - der N13E-GTX genannte Chip bindet seine 2 GB GDDR5-Speicher mit 256 Bit an und verspricht laut Semiaccurates Datenblatt 20.000 Punkte in einer nicht näher definierten Version des 3D-Mark. Die TDP wird mit 70 bis 75 Watt angegeben. Der Chip dürfte die von 40 auf 28 nm geschrumpfte Version der GTX 580M sein, das Augenmerk von Nvidia liegt hier offensichtlich auf der geringeren Leistungsaufnahme. Die GTX 580M benötigt knapp 100 Watt, das 28 nm-Modell dürfte sich daher deutlich leichter kühlen lassen. Eher unwahrscheinlich ist allerdings eine spürbare Leistungssteigerung durch zusätzliche Shadereinheiten oder gesteigerte Taktraten.

Wie sich die Produktion eines größeren Mobil-Lineups in 28 nm auf die Verfügbarkeit von Kepler im kommenden Jahr auswirken wird, könnte allerdings interessant werden.


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3 Kommentare

3.) rizawi 24.08.2011 - 17:57 Uhr
Ich halte dagegen, die bringen ne GF600 Reihe mit der neuen Architektur, die genau so flopt wie die GF400 Reihe, verkaufen parallel noch abgespeckte Fermis im 28nm-Shrink als GF620GT und GF500er mit unseriösen Namensgebungen wie GF599Ultra als Spartenprodukte :D.
2.) Phenocore 24.08.2011 - 17:30 Uhr
Wenn man es nüchtern betrachtet, braucht NV die Kepler-Architektur auch nicht um gegen die Konkurrenz zu bestehen. Immerhin hat NV ja schon die 1D-Architektur und Kompatibilität zu C++, was AMD erst mit der neuen Architektur bringen will...
1.) Dod 24.08.2011 - 12:30 Uhr
Mag jemand Wetten abschließen, ob NV eine Geforce600-Zwischenstation im Desktopbereich einlegt? Ohne Kepler-Architektur, als reinen 28nm-Shrink?