Google kauft Motorola Mobility

UnternehmenGoogle hat vor wenigen Minuten bekannt gegeben, dass man Motorolas Mobilsparte übernehmen will. Zwar soll Motorola Mobility als eigenständige Tochter weitergeführt werden, gleichzeitig soll es aber zukünftig eine deutlich engere Zusammenarbeit im Bereich der Android-Geräte geben.

Die Kosten für die Übernahme belaufen sich nach Googles Angebot von 40 US-Dollar je Aktie auf insgesamt 12,5 Milliarden US-Dollar. Zunächst müssen aber noch die amerikanischen und europäischen Wettbewerbshüter und die Aktionäre zustimmen. Google hofft darauf, die Übernahme bis Ende 2011 abschließen zu können. Positive Effekte aus der Übernahme erhofft sich das unternehmen auch bezüglich der andauernden Patentstreitigkeiten mit Apple und Microsoft, da Motorola Mobility mit mehr als 17.000 Patenten über ein sehr umfangreiches Patentportfolio verfügt.

Motorola hatte im März 2008 bekannt gegeben, dass das Unternehmen in zwei Teile aufgespalten wird. Den Bereich der Mobilgeräte übernahm fortan "Motorola Mobility", den Bereich der Geschäftskunden dagegen "Motorola Solutions". Im Bereich der Mobilgeräte hat Motorola aufgrund der hohen Hardware-Qualität einen guten Namen, geriet in letzter Zeit aber bei den Smartphones wegen schleppender Software-Updates in die Kritik. Gerade dieser Punkt dürfte nun mit der Übernahme ausgemerzt sein. Mit dem XOOM gibt es schon derzeit eine recht enge Zusammenarbeit zwischen Motorola und Google, zumindest für die US-Version des Geräts, das ein Google Experience Device ist und als Startplattform für Android 3.0 Honeycomb diente.

Interessant an der Meldung ist, dass Motorola für seine Smartphones bisher hauptsächlich auf Texas Instruments OMAP Prozessoren gesetzt hatte. Hier gab es in letzter Zeit ebenfalls einige Gerüchte bezüglich eines Verkaufes. Als potentielle Käufer waren neben Intel und AMD auch Nvidia genannt worden. Doch so recht ergibt ein Kauf der ARM-Prozessorsparte für keine dieser Firmen Sinn.
Tatsächlich könnte es sich aber für Google lohnen, neben einem Gerätehersteller auch eine Prozessorsparte für ARM-SoCs zu besitzen, um zukünftig schneller und unabhängiger am Mobilmarkt agieren zu können und sich so eine bessere Stellung gegenüber der Microsoft-Nokia-Allianz und Apple zu sichern. Hier bleibt allerdings abzuwarten, was aus den Gerüchten wird.


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