Intels eMLC-Flash bringt keinen Preisvorteil

FestplatteFür den Kunden bringt die Nutzung von eMLC ("Enterprice-MLC"), seit neustem auch MLC HET (High Endurance Technology) genannt, in den neu angekündigten SSDs zunächst keinen Preisvorteil gegenüber SLC-Nand-Flash. Dies stellt man beim Preisvergleich der von Intel angekündigten Enterprise-SSDs der 710-Serie (Codename: "Lyndonville") mit bereits auf dem Markt befindlichen SSDs mit SLC-Flash unweigerlich fest.

eMLC soll eine höhere Lebensdauer als gewöhnlicher MLC-Flash bieten, dürfte aber in Bezug auf Lebensdauer nach wie vor hinter SLC-Flash liegen, genauere Zahlen zur Lebensdauer von eMLC gibt es vom Hersteller bisher aber nicht.

Laut VR-Zone sollen die angepeilten Preise für die 710-Serie bei um die 6 Dollar pro GB liegen. Bei der inzwischen fast uralten Intel X25E, die noch auf SLC-Flash in 50nm-Fertigung setzt, liegen die Preise bei 11 Dollar pro GB. Mit einem simplen Shrink von 50 nm auf 35 nm hätte Intel bereits die Herstellungskosten für SLC-Nand-Flash-SSDs um die Hälfte reduzieren können. Mit einem weiteren Shrink auf 25 nm noch einmal um fast die Hälfte und mit der Nutzung von MLC, die die doppelte Speicherdichte liefern, sinken die Herstellungskosten pro GB noch einmal um einen ähnlichen Betrag. Das man jetzt mit 25nm-MLC-HET-Speicherzellen nicht einmal den Preisvorteil, den man durch simples runter skalieren der Fertigung an den Kunden weitergibt ist offenbar das Ergebnis der ansteigenden Nachfrage nach SSDs und gleichzeitig mangelnder Konkurrenz auf dem Enterprise-Markt mit hochwertigem NAND-Flash.

Auch die Intel SSD 311, die es leider aber nur mit einer Kapazität von 20 GB gibt, kann preislich mit den angekündigten eMLC-SSDs konkurrieren, immerhin bringt sie es auf 4,8 Euro/GB und das trotz Verwendung von 34nm-SLC-Speicher. Die kleineren Schreib- und Leseraten ergeben sich auch lediglich aufgrund der geringen Kapazität.

Aus Sicht der Herstellungskosten wären spätere Preissenkungen also ohne weiteres im großen Still möglich. Ob es in naher Zukunft mehr Konkurrenz in diesem Bereich gibt und die Preise schnell fallen werden, kann man aktuell aber schwer abschätzen. Die SSDs mit gewöhnlichem MLC-Speicher und SandForce-Controller (z.B. vom Hersteller OCZ) für den Enterprice-Markt scheinen zumindest nicht genügend Druck auf Intels Preisgestaltung auszuüben. Aktuell stagnieren die SSD-Preise mit hochwertigem Nand-Flash im Enterprice-Markt.
Das Erscheinungsdatum der Intel 710-Serie wird von VR-Zone auf Mitte August datiert. Die Garantie für die neue Flashfestplatte soll bei 3 Jahren liegen oder bis die Flash-Zellen einen vorgegebenen Verschleißlevel erreicht haben, je nach dem was früher eintrifft. Eine solche Einschränkung der Garantie gibt es bei SSDs mit SLC-Nand-Flash nicht.

Auch im Consumermarkt bewegen sich die SSD-Preise mit gewöhnlichem MLC-Nand-Flash nur zögerlich nach unten, trotz des in diesem Jahr vorgestellten 25nm Nand-Flash, der die Herstellungskosten signifikant reduziert. Hier erwarten die Hersteller aber spätestens im Jahr 2012 weiter fallende Preise, da hier eine entsprechend hohe Konkurrenz unter den Herstellern herrscht, die bei nachlassender Nachfrage mit Preissenkungen reagiert.


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