CeBIT: AMD über Llano und Trinity

AMDUrsprünglich war erwartet worden, dass AMD auf der CeBIT die neue Bulldozer-Architektur in Form des Achtkern-Prozessors Zambezi vorstellt. Doch zu sehen gab es stattdessen ein lauffähiges System mit der großen Fusion-APU Llano, die vier verbesserte K10.x-Kerne mit einer DireczX 11-GPU auf dem Niveau diskreter Mainstream-Grafikkarten auf einem Chip verbindet. Dazu erhielten wir weiterführende Informationen zum Launch und Hintergrundinfos.

AMD betont bei Llano vor allem das im Vergleich zu Intels Sandy Bridge deutlich ausgewogenere Zusammenspiel von CPU und GPU. Um das zu demonstrieren, zeigte man zwei Notebooks, eines mit Intels Core i7-2630QM und eines mit einem AMD A8-3510MX. Bei der kryptischen Namenswahl herrscht also offenbar schon einmal Gleichstand. Die gezeigten Demos/Benchmarks entsprachen weitgehend dem, was man auch im Youtube-Video sehen kann.

Während die Intel-CPU mit 2 GHz taktet, kommt AMDs Llano im Testsystem auf 1,8 GHz und AMD gibt auch recht unumwunden zu, dass man bei der reinen CPU-Leistung nicht ganz mit Intel mithalten kann. Direkte CPU-Vergleichsbenchmarks gab es allerdings nicht zu sehen.

Dafür bietet AMD bei Llano die deutlich leistungsfähigere Grafik mit DirectX 11-Unterstützung. Unsere Nachfrage nach den Shaderprozessoren beim GPU-Part von Llano wurde nicht direkt beantwortet, aber es sind wohl 400 bis 480 Stück. Zum Takt gab es indes erstmal keine Aussagen. Wie auch die Bezeichnung Radeon HD 6620 vermuten lässt, liegt man bei der Leistung auf diskretem Mainstream-Niveau und wird die Grafikeinheit auch dahingehend vermarkten. Während die Llano-GPU ohne qualitätssteigernde Features etwa doppelt so schnell agiert wie Intels HD 3000, erreichte sie bei Zuschaltung von 4-fach Antialiasing sogar mehr als die fünffache Leistung. Zudem zeigten sich bei der Intel-Grafik dann schon Rendering-Fehler.

Besonders stolz ist man bei AMD auf die Reaktionsfreudigkeit des Systems beim Multitasking, wenn mehrere recht fordernde Anwendungen inklusive 3D-Grafik laufen. Hier reagierte das AMD-System noch sehr direkt auf die Benutzereingaben, während Intels Sandy Bridge damit offensichtlich völlig überfordert war.

Uns wurde zudem bestätigt, dass neben der großen Llano-APU mit vier Kernen und großem GPU-Teil noch mindestens ein kleineres Die mit nur zwei Kernen und auch kleinerem GPU-Part erscheinen wird. Die TDP der Notebook-APUs soll sich im Bereich heutiger Notebook-Prozessoren bewegen, also wohl 25, 35 und 45 Watt betragen.
Bei der Laufzeit will man mit Sandy Bridge konkurrieren können und verspricht acht Stunden und mehr. Besonders interessant werden die Stromsparmechanismen bei Llano sein, der nun endlich auch einzelne Kerne dank Powergating komplett schlafen legen kann.

Ob es Probleme mit der Speicher-Bandbreite für die Desktopversionen geben könnte, die mit 3 GHz und mehr antreten sollen, wollte uns AMD nicht beantworten. Man werde sich die Sache aber nochmals genauer anschauen.

Unsere Frage, warum OpenCL bei den kleinen Fusions Ontario und Zacate eine so geringe Rolle spielt, wurde schlicht mit dem Hinweis beantwortet, dass es sich dabei ja um Stromspar-CPUs mit relativ kleinem GPU-Teil handelt. Dagegen soll für Llano der Fokus deutlich mehr in Richtung GPGPU verschoben werden. Hier sind auch größere Events geplant, um das Thema stärker zu promoten. Momentan sei man hier bemüht, die Entwicklerwerkzeuge weiter zu verbessern und die Nutzung zu vereinfachen.

AMD plant eine Einführung von Llano gegen Juni, wobei zunächst entsprechende Notebooks erscheinen werden, während die Desktop-Ableger etwas später auf den Markt kommen. Nächstes Jahr hält dann mit Trinity die Bulldozer-Architektur Einzug in den Fusion-APUs.


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1 Kommentar

1.) core 07.03.2011 - 19:54 Uhr
Hardware-Infos:
Bei der kryptischen Namenswahl herrscht also offenbar schon einmal Gleichstand.


:lol: ...made my day