CeBIT: Stimmen zum Sandy Bridge SATA-Bug

IntelÜber einen Monat ist es her, seitdem ein schwerwiegender Fehler in Intels Sandy Bridge-Chipsatz Cougar Point bekannt wurde. Alle vom Chipsatz bereit gestellten S-ATA 3 Gbps-Schnittstellen können innerhalb von drei Jahren mit einer Wahrscheinlichkeit einen Defekt erleiden, welcher angeschlossene Laufwerke instabil oder gar nicht mehr verfügbar macht.
Wir haben auf der CeBIT die Chance genutzt bei Intels Mainboard-Partnern, Speicherherstellern und nicht zuletzt bei Intel selbst kritisch zu hinterfragen, welche Auswirkungen der Fehler im Chipsatz hat und noch haben wird.

Intel DP67BG Mainboard fĂĽr Sandy Bridge

Im Gespräch mit Olaf Höhne, Product Marketing Manager bei Intel, sagte man uns, dass man aus dem Fehler vor allem viel gelernt habe und sich jetzt auch Fragen zum internen Qualitätsmanagement stellen muss. Auch vermeintlich "einfache" Schaltungen wie in einem S-ATA-Controller müsse man zukünftig mit noch mehr Aufmerksamkeit begegnen. Den für den Chipsatz-Bug hauptsächlich verantwortlichen Mitarbeiter werde man nicht entlassen, schließlich lerne man aus Fehlern am Meisten und dementsprechend wäre es alles andere als sinnvoll, einen Mitarbeiter zu entlassen, in den man gerade erst etwa eine Milliarde US-Dollar investiert habe.
Intel sprach sich auch noch einmal klar dafür aus, Produkte mit defekten Chipsätzen vom Markt zu nehmen, sofern die S-ATA 3 Gbps-Schnittstellen denn verwendet werden - hier sind also vor allem Desktop-Computer und Mainboards gemeint. Notebooks, welche lediglich ein optisches Laufwerk sowie eine interne Festplatte bereitstellen, könnten auch mit dem B2-Stepping ausgeliefert werden, sofern nur die beiden S-ATA 6 Gbps-Ports genutzt werden.

Kingston HyperX DDR3-RAM

Auch nach dem Mainboard-Hersteller ASRock hält sich der Schaden in Grenzen, besonders die schnelle Reaktion von Seiten Intels habe Schlimmeres verhindert. Trotzdem wird man sehen müssen, wie hoch der finanzielle Schaden ausfällt, auch wenn Intel den Herstellern hier unter die Arme greifen wird.
Interessant ist auch, dass man trotz des Verkaufsstop keinen Anstieg beim Verkauf von AM3-Mainboards feststellen konnte.

Der US-Speicherhersteller Patriot Memory, der dieses Jahr unter anderem das 12 TB-NAS Javelin S4 vorgestellt hat, ist zwar nicht direkt betroffen, indirekt hat man aber natĂĽrlich den Effekt von weniger Neukunden und damit weniger verkauften DDR3-Speicher bemerkt und musste sich kurzfristig neu aufstellen.
Auch Kingston beschrieb die Situation ähnlich und setzt wie viele andere auf den aktuell stattfindenden Re-Launch der Sandy Bridge-Plattform mit Chipsatz im B3-Stepping.


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2 Kommentare

2.) N1truX 05.03.2011 - 11:25 Uhr
Ich denke nicht das derjenige geht. Und ich teile auch die Meinung von Intel das es nicht nur an einer Person gelegen haben kann. Genau dafür ist die Qualitätskontrolle gedacht. Da hat so einiges nicht gegriffen..
1.) eXEC 05.03.2011 - 10:42 Uhr
Quote:
Den für den Chipsatz-Bug hauptsächlich verantwortlichen Mitarbeiter werde man nicht entlassen, schließlich lerne man aus Fehlern am meisten und dementsprechend wäre es alles andere als sinnvoll, einen Mitarbeiter zu entlassen, in den man gerade erst etwa eine Milliarde US-Dollar investiert habe.

Diesen Satz finde ich tierisch lustig :D Aber im ernst, der Mitarbeiter wird sowieso irgendwann von selbst gehen, weil man solch ein Debakel nie wieder los wird. Und auĂźerdem bringt es auch nichts, weil wie schon erkannt jeder mal einen Fehler macht, auch wenn nicht jeder davon solche Konsequenzen mit sich bringt.