Intel liefert fehlerhafte Chipsätze wieder aus

IntelNachdem Intel vorbildlich auf den Fehler in seinen Cougar Point-Chipsätzen reagiert hatte und alle Lieferungen gestoppt hat, siegt nun offenbar doch der schnöde Mammon.

Eigentlich wollte man erst das neue B3-Stepping wieder an die Händler ausliefern, nun will Intel aber in "Sonderfällen" auch das fehlerbehaftete B2-Stepping der Chipsätze wieder auf den Markt bringen, sofern dieses nur für Notebooks oder Komplett-PCs eingesetzt wird, in denen die fehlerfreien SATA-6G-Ports verwendet werden. Der Leidtragende muss hier letztlich wieder einmal der Kunde sein, da er nun zukünftig doch zweimal hinschauen muss, um zu sehen, welche Version des Chipsatzes er erwischt hat.

Die Aktion ist einerseits nachvollziehbar, schließlich bringt der Bug erhebliche finanzielle Einbußen mit sich - Intel hatte mit knapp 1 Milliarde US-Dollar Gesamteinbußen gerechnet -, die man so abmildern kann, andererseits ist es aber wenig verständlich, dass man dies auf Kosten der Kunden betreibt. Intel hat genug Geld, um einen solchen Fehler sauber aus der Welt zu schaffen und sich so das Vertrauen der Kunden zu erhalten. Das wäre auch für die Aktionäre auf lange Sicht mit Sicherheit der klügere Weg gewesen. Nun aber ganz bewusst fehlerbehaftete Ware auszuliefern, erscheint hochgradig fragwürdig und könnte Intels Ruf nachhaltig schaden, zumal man gleichzeitig bekannt gegeben hat, dass die neue Revision doch schneller ausgliefert werden kann, als geplant und schon ab Mitte des Monats an die Hersteller gehen soll. Doch mit der neuen Strategie wird dan Ganze nun für den Normalverbraucher undurchsichtig und letztlich kann er nur durch entsprechende Tools nachprüfen, welche Version des Chipsatzes er nun besitzt.

Bei einem Notebook kann es noch unproblematisch sein, wenn nur eine Festplatte verbaut ist und diese und das optische Laufwerk an den beiden SATA-6G-Ports hängen. Ein eSATA-Port wäre demnach allerdings schon nicht mehr möglich. Schwieriger wird die Situation bei Fertig-PCs. Denn auch wenn die Hersteller zunächst nur die SATA-6G-Ports nutzen, wäre der Einbau einer zusätzlichen Festplatte ohne zusätzlichen SATA-Controllerchip nur an den fehlerhaften SATA II-Ports möglich, sofern die SATA II-Ports nicht komplett deaktiviert werden.


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