Nvidias CPU kommt 2013

NvidiaIn einem Interview mit Hexus.net hat Mike Rayfield, Produkt Manager für den mobilen Sektor bei Nvidia, bekannt gegeben, dass die für 2013 erwartete GPU-Architektur Maxwell das erste Projekt sein wird, das eine GPU und einen selbst entwickelten High-Performance ARM-Kern des kürzlich angekündigten Project Denver vereinen wird.

Nvidia GPU-Roadmap bis 2013

"As well as licensing Cortex A15, we also have an architectural license with ARM to produce an extremely high performance ARM CPU, which be combined with NVIDA GPUs for super-computing," äußerte Rayfield gegenüber Hexus und fügte auf Nachfrage hinzu: "The Maxwell generation will be the first end-product using Project Denver. This is a far greater resource investment for us than just licensing a design."

Nach den Roadmaps von Nvidia soll 2012 zunächst die Kepler-Generation auf den Markt kommen und dürfte wohl noch eine Weiterentwicklung der aktuellen Fermi-Architektur sein. Mit Maxwell steht dann 2013 ein revolutionärer Schritt an, bei dem Nvidia eine noch unbekannte Zahl von CPU-Kernen auf dem Chip mit unterbringen wird. Maxwell wird demnach Nvidias eigene Version eines Fusion-Prozessors, wahrscheinlich jedoch mit stärkerer Betonung der parallelen Recheneinheiten der GPU. Ähnliches hatte sich schon bei der Vorstellung der GPU-Roadmap angedeutet, bei der Nvidia-CEO Jen Hsun Huang meinte, dass Maxwell unabhängiger von den CPUs laufen soll. Die Frage ist nun, ob Nvidia den ehrgeizigen Zeitplan einhalten kann, denn schon die Zahl 2009 auf der Roadmap bei Fermi lässt an den Daten leichte Zweifel aufkommen.

Zusätzlich hat Rayfield in dem Interview einen sehr nahen Start des Tegra 3 angedeutet. Man halte an dem Vorhaben fest, jedes Jahr eine neue Tegra-Generation vorzustellen und die nächste Version soll demnach zu der Zeit starten, wenn die Konkurrenz ihre Dualcores vorstellt. "I'm going to come pretty close to my cadence of a launch every year [...] It will be in production around the same time as my competitors' first dual-cores will."

Das lässt zwei Dinge vermuten: Zunächst starten die Dual-Cores der Konkurrenz etwa zum MWC 2011. So wird das von Blackberry angekündigte Playbook auf den OMAP4 von Texas Instruments setzen und auch Qualcomm hat schon seine neuen Dual-Core-Snapdragons inoffiziell auf der CES gezeigt. Der Tegra 3 könnte also schon im kommenden Monat auf dem MWC - Mobile World Congress - in Barcelona offiziell vorgestellt werden.
Des Weiteren lässt die Aussage "[...]wenn die Konkurrenz ihre ersten Dual-Cores produziert" vermuten, dass Nvidia die Kernzahl für den Tegra 3 erhöhen wird. Das ist zwar nicht zwingend, scheint aber nur folgerichtig, da Nvidia stärker auf hohe Leistung als auf eine möglichst hohe Integration seiner SoCs bedacht ist. Der Cortex A9-Kern von ARM ist offiziell auf bis zu vier Kerne pro SoC ausgelegt. Ein Einsatz des erst Ende letzten Jahres angekündigten neuen Cortex A15 scheint dagegen noch zu früh, denn bisher hat es immer einige Zeit gedauert, bis neue ARM-Kerne in Endprodukten verfügbar waren.


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2 Kommentare

2.) isigrim 20.01.2011 - 23:13 Uhr
Ja, ich weiß, die Überschrift ist etwas reißerisch und ich hatte auch überlegt, ob man die so wählen kann. Allerdings spricht Nvidia durchgehend von High-Performance ARM-Cores im Zusammenhang mit Project Denver.
Die könnten also bei der Leistung durchaus auf Augenhöhe mit den dickeren x86-Kernen kommen. Aber das bleibt abzuwarten; ich hatte gehofft, Nvidia wäre schon weiter und würde nicht erst 2013 oder später mit den Ergebnissen kommen.
Immerhin sind es aber eigenes entwickelte CPU-Kerne, die sich von den lizenzierbaren Cortex-Kernen von ARM wohl deutlich unterscheiden werden. Und daher auch die Überschrift.

Aber das was du mit "APU" ansprichst trifft es auf jeden Fall voll. Man kombiniert Einheiten für seriellen und parallelen Code auf einem Chip.
1.) Phenocore 20.01.2011 - 22:15 Uhr
Maxwell würde ich nicht als CPU bezeichnen.
Es ist zum größten teil auch weiterhin eine GPU, die kleine CPU-Kerne enthält um neben dem überwiegend Datenparellenen Code auch ein wenig sequentiellen Code ausführen zu können ohne die ganze GPU damit zu verstopfen oder die Ausführung dieser sequentiellen Teilbereiche wieder zurück auf den Hauptprozessor zurück zuschieben und von dort dann auf die Ergebnisse zu warten.

Im Großen und Ganzen ist es also ein für GPGPU weiter optimierter Streamprozessor, der etwas flexibler (in Bezug auf die Parallelisierung) ist, wenn es um die Anwendung geht, die darauf ausgeführt wird.

AMD nennt eine CPU mit Optimierungen für Datenparellen Code mittels kleiner GPU "APU".

Analog könnte man auch eine GPU mit Optimierungen für sequentiellen Code mittels kleiner CPU-Kerne ebenfalls "APU" nennen.