Nvidias Tegra 2 nimmt Fahrt auf

NvidiaNvidias Einstieg in den ARM-Markt war mit einigen Stolpersteinen und Problemen verbunden. Knapp ein Jahr nach der offiziellen Vorstellung des Tegra 2 ist von entsprechenden Endgeräten nach wie vor wenig zu sehen. Schon angesichts der IFA im September zeigte sich allerdings, dass man mit dem Tegra 2 vor allem im Tablet-Bereich langsam auf den erhofften Erfolgskurs kommt. Seitdem hat sich allerdings wiederum wenig getan, auch weil nach wie vor die Mobil-Software wenig von dem High-Performance-ARM-SoC profitiert und insofern langsamere, aber sparsamere Single-Core-Varianten häufig die bessere Lösung für die Hersteller sind.

Tegra 250 - Blockdiagramm

Zwar gibt es schon einige Geräte mit Nvidias Tegra 2, so das AC100-Smartbook und das Folio 100-Tablet von Toshiba, allerdings ist dies knapp ein Jahr nach der offiziellen Vorstellung nicht unbedingt der erwartete Erfolg. Das alles soll sich Anfang 2011 - endlich - ändern, denn einerseits wird im ersten Quartal mit dem LG Optimus 2x das erste Dual-Core-Handy mit Tegra 2 erscheinen, andererseits machen hartnäckig Gerüchte die Runde, wonach Google für die nächste Version von Android, Codename Honeycomb, speziell auf Nvidias Tegra 2 als Referenzplattform setzen will. Honeycomb soll dabei die erste Android-Version sein, die auch für Tablets optimiert wird, während Googles derzeitige Haltung ist, dass bisherige Android-Versionen noch nicht für diese Geräteklasse geeignet seien. Kürzlich wurde Google´s Andy Rubin mit einem Motorola Tegra 2-Tablet inklusive einer frühen Version von Honeycomb gesehen (siehe Video unten) und inzwischen gibt es auch ein eigenes, entsprechendes Video von Motorola, das einige Andeutungen dahingehend enthält.

Des Weiteren wird berichtet, Samsung hätte größere Mengen des Tegra 2 bei Nvidia bestellt. Das wäre wohl eine der größten Überraschungen, denn eigentlich hat Samsung mit dem Orion ein eigenes ARM-SoC mit zwei Cortex A9-Kernen in Planung. Grund für die Bestellung könnte dann wiederum eben genanntes Gerücht rund um Honeycomb sein. Denn wenn Honeycomb speziell auf den Tegra 2 hin optimiert wird, dann wäre der Einsatz einer entsprechenden Hardware für Samsung deutlich einfacher, als die Nutzung des Orion inklusive eigener Softwareoptimierungen. Da Samsung für den Orion auf eine ARM Mali-GPU setzt, deren Leistung sich noch schwer abschätzen lässt, könnte man zudem gegenüber der Konkurrenz eventuell schnell ins Hintertreffen geraten. Weiter könnte die baldige Vorstellung des Tegra 3 den Herstellern die bisherige Version umso mehr schmackhaft machen, denn im ARM-Bereich läuft viel auch über eine entsprechende Plattform-Infrastruktur. So ist es zwar für einen Hersteller ein relativ hoher Aufwand, eine ganz neue Plattform einzusetzen, der Umstieg auf neuere SoCs vom gleichen Hersteller läuft dann in der Regel aber sehr viel einfacher ab.

Wenn die anderen Hersteller Anfang 2011 ihre Cortex A9-Lösungen vorstellen, wird Nvidia voraussichtlich schon die dritte Version seines Tegra präsentieren. Zumindest lautet das ehrgeizige Ziel, jedes Jahr eine neue Tegra-Generation auf den Markt zu bringen. Hardwaretechnisch ist Nvidia der Konkurrenz derzeit mindestens ein Jahr voraus - einzig Texas Instruments liefert inzwischen mit dem OMAP4 ebenfalls ein Dual-Core Cortex A9-SoC an Endkunden aus -, doch hier zeigt sich wieder einmal, dass die beste Hardware nutzlos ist, wenn die entsprechende Software fehlt.

Bei einem Test des AC100 von Toshiba, der demnächst hier zu finden sein wird, konnten wir uns selbst ein Bild von der Hardware machen, wobei sich auch dabei zeigte, dass die Hardware durchaus einiges an Potential bietet, das derzeit angesichts der eingesetzten Software noch brach liegt.


Kommentar schreiben

  • Loggen Sie sich oben mit ihren Benutzerdaten ein, um Kommentare zu verfassen.
  • Falls Sie noch kein Mitglied sind, können Sie sich in unserem Forum registrieren.

0 Kommentare