AMD-Desktop-Roadmap bis 2012

AMDAMD hat auf dem Financial Analyst Day umfangreiche Einblicke in seine Strategie bis 2012 gegeben, wollte sich bei den genauen Zeiträumen aber nicht mehr so festlegen wie in den letzten Jahren. Fest steht, dass man den Innovationszyklus verkürzen will und zukünftig ähnlich wie der Konkurrent Intel alle zwei Jahre seine Prozessorkerne Bulldozer und Bobcat stark überarbeiten will. Dazwischen wird dann jeweils eine leicht optimierte Version erscheinen.

AMD Desktop-Roadmap bis 2012


Desktop 2011

Der Desktop des Jahres 2011 wird genauso wie 2012 von drei Produktklassen bestimmt, nämlich Low-End, Mainstream und High-End.
Den unteren Abschluss bilden 2011 die kleineren Ontario/Zacate-APUs, die speziell für kleinere Produkte wie Nettops zum Einsatz kommen sollen. Ontario/Zacate vereint bis zu zwei Bobcat-Kerne und eine DirectX 11-GPU mit 80 Shadern auf einem Die. Die APUs werden im 40 nm-Bulk-Verfahren bei TSMC gefertigt und haben dabei den Vorteil dank ihrer geringen Größe von nur knapp 70 mm², sehr günstig vom Band zu laufen. Erste Prozessoren werden hier derzeit ausgeliefert und ab Anfang 2011 zur CES in Endgeräten erwartet.

Darüber, also im Bereich Essential und Mainstream, findet sich dann der größere Fusion-Prozessor Llano, der im 32 nm-SOI-Prozess bei Globalfoundries hergestellt wird. Hier werden zwei bis vier geshrinkte und leicht überarbeitete K10-Kerne mit einer DirectX 11-GPU verschmolzen, die voraussichtlich 400 bis 480 Shaderprozessoren enthalten wird. Die Größe von Llano liegt im Bereich heutiger Deneb-Kerne also bei etwa 230 bis 250 mm², wobei man hier immer bedenken muss, dass knapp die Hälfte des Chips vom GPU-Part eingenommen wird. Das Problem für AMD ist die relativ späte Einführung von Llano, denn während viele Beobachter Anfang dieses Jahres noch damit gerechnet hatten, einen Start der neuen Prozessoren zu Beginn 2011 zu sehen, wird es nun wohl eher Mitte 2011. Bei der Leistung der integrierten GPU dürfte Llano aber Maßstäbe setzen - zumindest gegenüber bisherigen IGPs.

Der High-End-Bereich 2011 wird von Zambezi eingenommen, der ersten CPU auf Basis der neuen und lange erwarteten Bulldozer-Architektur. Vier bis acht Bulldozer-Kerne sollen dank einer komplett neuen Architektur AMD auch im High-End endlich wieder konkurrenzfähig machen. Ein Schlüssel zum Erfolg stellt dabei das verbesserte Turbo CORE dar, der nun auch unter Last alle Kerne zeitweise um bis zu 500 MHz übertakten kann. Auch Zambezi wird im 32 nm-Prozess bei Globalfoundries gefertigt und soll trotz acht Kernen kleiner ausfallen als das aktuelle Sechs-Kern-Flaggschiff Thuban. Man darf also eine Chipgröße um 300 mm² erwarten.
Die gute Nachricht vom Financial Analyst Day war, dass schon ab dem zweiten Quartal Zambezi-Chips für den Desktop zur Verfügung stehen sollen.

Desktop 2012

2012 kommen dann für alle drei Bereiche Nachfolger auf den Markt. Da die größeren Fusion-Prozessoren dann ebenfalls auf Bulldozer-Kerne setzen, zeigt sich, dass AMD ab 2012 auf zwei Entwicklungszweige bei den CPU-Kernen setzen wird, nämlich Bulldozer für Leistung im Mainstream und High-End und Bobcat für geringen Verbrauch im Bereich Value und Low-End.

Ontario/Zacate wird 2012 von Krishna abgelöst. Dieser setzt dann auf die kleinere 28 nm-Fertigung und bringt bis zu vier verbesserte Bobcat-Kerne mit. Beim GPU-Teil ist lediglich von DirectX 11 die Rede. Dank der 28 nm-Fertigung dürfte aber Platz für mehr GPU-Leistung sein, da die sehr kleinen Bobcat-Kerne nur wenig ins Gewicht fallen.

Im Mainstream-Bereich soll Trinity als Nachfolger von Llano antreten. Hier hält, wie erwähnt, die Bulldozer-Architektur in einer verbesserten Form Einzug in die Fusion-Prozessoren. Bei der CPU-Kernzahl von zwei bis vier wird sich dagegen gegenüber Llano ebenso wenig ändern wie an der 32 nm-SOI-Fertigung.

Im High-End-Bereich kommt mit Komodo eine Acht-Kern-CPU auf Basis der verbesserten Bulldozer-Architektur. Zwar wird auf der Folie eine integrierte GPU erwähnt, hier handelt es sich aber augenscheinlich um einen klassischen AMD Copy&Paste-Fehler, wie er häufig auf den Folien zu finden ist. Komodo wird nach derzeitigen Angaben keinen GPU-Part auf dem Chip enthalten, soll aber auf eine Zusammenarbeit mit DirectX 11-GPUs optimiert sein. Welcher Art diese Optimierung ist, bleibt dabei abzuwarten. Auch hier wird sich somit weder bei der Anzahl der Kerne noch bei der Fertigung etwas gegenüber 2011 ändern.


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