Neue SSDs von OCZ - günstig und schnell

SpeichermedienOCZ hat die zweite Generation seiner Onyx-Serie angekündigt, die hohe Leistung und relativ große Speichermengen mit einem verhältnismäßig niedrigen Preis verbindet. Grundlage für die hohe Leistung ist der inzwischen sehr beliebte Sandforce-Controller. Damit scheinen auch schnelle SSDs nun endlich erschwinglich zu werden.

Die erste Generation der Onyx-SSDs setzte noch auf einen Indilinx-Controller und blieb bei der Leistung deutlich hinter den Mainstream-SSDs zurück. Das soll sich mit den neuen Onyx 2-SSDs ändern, die mit maximal 270 / 265 MB/s lesen und schreiben sollen und dabei bei Random Writes bis zu 10.000 IOPS bewältigen können. Damit liegt man - zumindest nach den Herstellerangaben zu urteilen - nicht weit hinter den teureren Mainstream-SSDs. Mit 120 und 240 GB sind die Modelle zudem großzügig bemessen, was den Speicherplatz betrifft. Die kleinere SSD ist derzeit mit knapp 180 Euro gelistet, die größere mit etwa 400 Euro, wobei die Preise bei breiter Verfügbarkeit noch sinken dürften. Damit bekommt man hier bei der kleineren Onyx 2 jedes GB Speicher schon für knapp 1,50 Euro, womit OCZ hier die aktuelle Bestmarke aufstellt.

Eine ganz andere Zielgruppe adressiert OCZ dagegen mit seiner IBIS-SSD, die im 3,5 Zoll-Gehäuse und mit proprietärem HSL-Anschluss neue Marken bei den Übertragungsraten setzt, allerdings auch viel Geld kostet und einen PCIe-Steckplatz auf dem Mainboard erfordert.

Mit dem HDSL-Anschluss will OCZ die Leistung der High-End-SSDs im PCI-Express-Steckkartenformat auch für normale 3,5 Zoll-Laufwerke erreichen. Bei dem HDSL-Kabel handelt es sich dementsprechend um einen PCI-Express-Kabelstandard, der vier PCIe-Kanäle für die Datenübertragung zur Verfügung stellt. Für den Anschluss hat sich OCZ des Server-Standards SAS bedient, der hier allerdings eine eigene Belegung aufweist und damit zu normalen SAS-Interfaces inkompatibel ist. Über die HSL-Kabel könnten theoretisch bis zu 2 GB an Daten pro Sekunde übertragen werden, was dem dreifachen des aktuellen SATA3-Standards entspricht. Ganz so schnell ist die OCZ IBIS zwar nicht, mit ihrem internen Raid-Aufbau auf Basis von vier Sandforce-Controllern schlägt sie aber alle bisherigen SSDs inklusive der ebenfalls im 3,5 Zoll-Format erschienen OCZ Colossus. Bei zufälligem Schreiben in 4 KiB-Blöcken schafft die IBIS unglaubliche 510 MB/s - entspricht 130,000 IOPS -, das PCIe-Revodrive erreicht hier abgeschlagen 334,7 MiB/s, während normale Sandforce SSDs wie die Vertex 2 "nur" auf 164,9 MB/s kommen.

AnandTech hat sich die neue SSD genauer angesehen und die Ergebnisse fallen durchweg positiv aus. Da bei SSDs im Raid TRIM nicht funktioniert, hat OCZ hier eine sogenannte Garbage Collection integriert, die das Laufwerk während der Idle-Zeiten wieder beschleunigt.

TypKapazitätPreis
OCZ3HSD1IBS1-100G100 GB508 €
OCZ3HSD1IBS1-160G160 GB598 €
OCZ3HSD1IBS1-240G240 GB693 €
OCZ3HSD1IBS1-360G360 GB1052 €
OCZ3HSD1IBS1-480G480 GB1242 €
OCZ3HSD1IBS1-720G720 GB2137 €
OCZ3HSD1IBS1-960G960 GB2761 €


Insgesamt tut sich derzeit auf dem Gebiet der SSDs sehr viel, sowohl was die Leistung der Laufwerke angeht, als auch was die Geschwindigkeit der High-End-Klasse betrifft. Die Umstellung auf Flash-Speicher der 2x nm-Generation steht sogar noch aus.


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5 Kommentare

5.) eXEC 02.10.2010 - 12:32 Uhr
Ich hab für meine Vertex-2 150€ bezahlt, mittlerweilen gibts die für 120€. Der übliche Preisverfall halt. Die mit 120GB gibts für 200€ - Und dann ist imo eine Onyx 2 einfach nicht sinnvoll
4.) isigrim 01.10.2010 - 23:23 Uhr
Ich hab noch keine Tests zur Onyx 2 gesehen, was die Leistung angeht, aber ich nehme an, dass die Leistung real weitgehend den "größeren" Sandforce SSDs entsprechen wird. Bei den RandomWrites werden die Werte ziemlich sicher einiges niedriger ausfallen, aber das merkt der man beim durchschnittlichen Arbeiten nicht, auch wenn man es in den Benchmarks deutlich sieht. Wenn du 150€ für 60Gig bezahlt hast, dann wären dementsprechend ja 170 € für die doppelte Menge Speicher eine gute Entwicklung, wenn die Leistung nicht zu stark abfällt. Mal sehen, was die Tests bringen.

Das mit dem Datengrab ist richtig, Festplatten bieten immernoch mehr als die 10fache Kapazität für den gleichen Preis. Daher wäre ich auch dafür, dass man den HybridAnsatz weiterführt. Wer sich ein bisschen auskennt kann einfach die zwei Speichertypen gemeinsam nutzen, SSD für System und Programme + Festplatte(n) für große Datenmengen. Viele Leute sehen immer noch nicht, dass eine SSD im System für das tägliche Arbeiten am Rechner im Bereich Office und Internet meist mehr bringt, als eine schnellere CPU. Aber das dürfte sich nächstes Jahr auch breit verändern.
3.) eXEC 01.10.2010 - 23:05 Uhr
Ich hab für die Sandforce Vertex2-60GB 150€ inkl. Versand bezahlt. Und die Leistung ist super. Aber als Datengrab wird man SSDs auch nicht in 5 Jahren nehmen können, der Preis ist einfach zu hoch um darauf was anderes, wie das OS und Anwendungen zu installieren. Spiele, Filme, MP3s und co gehören auf eine Magnetfestplatte.
Von der Onyx-Serie halt ich nix, lieber ein bisschen mehr ausgeben und die Vertex-2 mit mehr Performance, Garantie und Speicher nehmen
2.) isigrim 30.09.2010 - 10:48 Uhr
Allerdings liegt der EInführungspreis eben sehr niedrig und dürfte dementsprechend noch Platz nach unten haben. Lustig ist, dass wir in der Meldung zu den ersten Onyx noch 32 GB für knapp unter 100 Euro als günstig erachtet hatten (Inzwischen ist die irgendwo bei 60 Euro).....und das bei sehr niedriger Leistung. Jetzt bekommt man beinahe die vierfache Speichermenge, mit mehr als der dreifachen Geschwindigkeit bei nur knapp doppeltem Preis.
Tatsächlich sind die Sandforce aber auch allgemein recht stark im Preis gefallen. :D
1.) Phenocore 30.09.2010 - 09:20 Uhr
Die Vertex 2 120GB gibt es immerhin auch schon ab 205 Euro, mit 3 Jahre Garantie und Einbaurahmen.
Allgemein, die ganzen Sand-Force-SSD sind deutlich im Preis gefallen, seid ihrer Einführung. Damals bei Einführung noch über 3 Euro/GB, inzwischen unter 2 Euro pro/GB... Da kann nicht mal die SSD von Intel mithalten, die langsamer ist.

Die Onyx 2 ist aber auch deswegen so billig, weil nur 2 Jahre Garantie gewährleistet wird. Für viele andere SSDs mit Sand-Force-Controller gibts 3 Jahre Garantie. Und ein Einbaurahmen, der immerhin auch ein paar Euro kostet liegt bei den teureren Exemplaren auch dann dabei, bei Onyx 2 muss man darauf auch verzichten.