RIM stellt 7"-Tablet "PlayBook" vor

TabletsRIM - Research in Motion -, der Hersteller hinter den BlackBerry-Handys stellte gestern auf einer eigenen Konferenz sein 7"-Tablet PlayBook vor, das Anfang 2011 in die Läden kommen soll. Im Gegensatz zu Samsungs Galaxy Tab setzt RIM auf ein eigenes QNX-basiertes Betriebssystem und etwas leistungsfähigere Hardware.

RIM - Playbook

Obwohl sich das iPad in unglaublichen Stückzahlen verkauft, kritisieren viele Kunden und Tester die Größe des 10"-Geräts. Zum dauerhaften Halten ein klein wenig zu schwer, zum ständigen Mitnehmen etwas zu groß. Die Lösung scheint eine Displaygröße von 7" zu sein - bei etwa gleicher Auflösung von 1024 x 600 bzw. 1024 x 768. Damit sind die 7"-Geräte nur etwa halb so groß wie Apples Referenz und besser portabel und auch leichter. So wundert es nicht, dass es auch schon einige Gerüchte zu einem 7"-Tablet aus dem Hause Apple gibt. Einer der ersten großen Hersteller mit einem 7"-Tablet ist aber Samsung mit seinem Galaxy Tab. Es kommt mit einigen zusätzlichen Features wie Kamera, Telefonoptionen, ähnelt bei der Hardwareausstattung jedoch sehr dem iPad. Ein Cortex A8 mit 1 GHz, begleitet von einer PowerVR SGX 540-GPU samt 16 bzw. 32 GiB Flashspeicher. Der Arbeitsspeicher ist beim Samsung-Gerät mit 512 MiB allerdings doppelt so groß wie beim iPad. Wie die meisten der kommenden Tablets setzt Samsung auf das Smartphone-OS Android 2.2.

RIM hat dagegen - wie Apple auch - ein eigenes Betriebssystem im Angebot, das speziell auf den Einsatz in Tablets optimiert wurde. Erst im April 2010 hatte RIM die Firma QNX erworben. Diese hat mit Neutrino schon seit 2001 ein eigenes Echtzeit-Betriebssystem auf dem Markt, das speziell für Embedded-Systeme gedacht ist und Multiprozessor-Systeme unterstützt. RIM hat nun auf dessen Basis ein Betriebssystem für das PlayBook entwickelt, das einen HTML5-fähigen Webkit-Browser mitbringt, der auch Flashinhalte wiedergeben kann. Videoinhalte werden bis 1080p unterstützt und können via HDMI ausgegeben werden. Die Oberfläche des Betriebssystems soll dem Blackberry OS 6 angepasst worden sein, um den Nutzern die Bedienung zu erleichtern. Zielgruppe sind nach RIMs Aussage vorrangig professionelle Anwender, die schon ein BlackBerry-Handy besitzen oder sich parallel zum PlayBook eines anschaffen. So soll eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen Handy und Tablet gewährleistet werden, denn Telefonfunktionen wird das RIM-Tablet selbst zunächst nicht bieten. Mehrmals betont wurde während der Präsentation die Sicherheit des Geräts, die auch bei den BlackBerry-Handys eine große Rolle spielt und gerade für den Einsatz im geschäftlichen Umfeld unerlässlich ist.

Bei der Hardware setzt RIM noch eins drauf und stattet das Gerät mit einem Cortex A9-Dual-Core mit bis zu 1 GHz Taktfrequenz aus. Welches ARM-SoC genau zum Einsatz kommt, wurde bisher nicht bekannt gegeben, es gab aber im Vorfeld schon Spekulationen über den Einsatz von Nvidias Tegra 2, zu dem die nun veröffentlichten Spezifikationen auch gut passen würden. Der Arbeitsspeicher ist mit 1 GiB für Tabletverhältnisse großzügig bemessen. Zusammen mit zwei Kameras auf Vorder- und Rückseite mit 3 bzw. 5 Megapixeln und dem geringen Gewicht von nur 400 Gramm scheint das Gerät eine runde Sache zu werden. Fraglich bleibt allerdings noch der Preis, denn schon Samsung greift beim Galaxy Tab mit knapp 700 Euro (ohne Vertrag) ordentlich zu. Bis zum Erscheinungstermin Anfang 2011 wird sich allerdings am Tablet-Markt noch einiges tun.


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1 Kommentar

1.) core 28.09.2010 - 18:47 Uhr
Währe da ein Tegra drin, so würde auf diesem Gerät ein dicker, grüner Aufkleber kleben....ferner würde das Tablet sicher auf der Nvidia-Tegra-Website gelistet sein!
Kann mir kaum vorstellen das sich Nvidia diesen Mehrwert an Marketing durch die Lappen gehen lässt.

Was ich nicht verstehe ist dieses "eigene" OS-ich denke ein Standard (zBsp Android) währe für potentielle Nutzer viel angenehmer...