IDF - Warum Sandy Bridge neuen Sockel braucht

IntelBis zuletzt gab es hitzige Diskussionen darüber, ob Intels kommende Prozessoren auf Basis der Sandy Bridge-Architektur einen neuen Sockel benötigen würden. Im Rahmen des IDFs hat Intel verkünden lassen, dass mit Sandy Bridge definitiv ein neuer Sockel einhergehen wird und somit die Anschaffung eines neuen Mainboards beim Umstieg verbindlich ist.

Angesichts dieser Meldung mag der ein oder andere insgeheim wieder denken, dies sei Intels Marktstrategie, um potentielle Interessenten dazu zu zwingen, sich nicht nur einen neuen Prozessor anzuschaffen, sondern direkt auch ein neues Board - zumal Sockel LGA1155 auch namenstechnisch eine große Ähnlichkeit zu Sockel LGA1156 aufweist.
Dies scheint jedoch - zumindest in diesem Fall - eine bösartige Unterstellung. Es gibt tatsächlich stichhaltige Argumente, warum Sandy Bridge einen neuen Sockel erfordert.

  • Sandy Bridge wird im Gegensatz zu bisherigen CPUs mit drei unterschiedlichen Power-Planes angesteuert, nämlich GPU, CPU und Uncore-Bereich.
  • Sandy Bridge verwendet im Gegensatz zu bisherigen CPUs das Display-Port-Protokoll anstelle des LVDS-Protokolls für den Monitor-Anschluss.
  • Die Anordnung der Pins wäre aus elektrischer Sicht nicht optimal gewesen.


Generelle Sockel-Kompatiblität hat man jedoch erhalten, weswegen es die Mainboardhersteller nicht mit einem völlig neuen Sockel zu tun haben, den man zunächst genauer untersuchen müsste. Der Kunde profitiert davon insofern, als dass er beispielsweise auf bestehende Sockel LGA1156-Lüfter zur Kühlung zurückgreifen kann.

Die neuen Prozessoren und Mainboards wird Intel am 9. Januar 2011 im Rahmen der CES in Las Vegas offiziell vorstellen.


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9 Kommentare

9.) Federvieh 17.09.2010 - 19:22 Uhr
Tja wieder ein guter Grund, warum ich schon seit Ewigkeiten AMD nutze :-P
8.) Madbomb 16.09.2010 - 17:44 Uhr
Es mag sein das es immer welche gibt die das Feature in Betracht ziehen, ich kenn da selber welche, aber ich würde mir keinen Phenom X6 in ein 4 Jahre altes Board setzen, da er sicherlich nicht seine volle Leistung und Funktionsumpfang ausschöpfen kann.
Klar, jedes Feature findet seine Abnehmer, jedoch ist das eine Kosten-Nutzen-Rechnung es zu implementieren, die anscheinend nicht aufgeht, sonst hätte sie AMD nicht verworfen, immerhin war es immer das Argument gegenüber Intel.
Zudem würde ich schon behaupten das sich SATA II gegenüber SATA I bei gängigen Festplatten lohnt, SATA III hingegen ist eine andere Sache, aber das nur am Rande.
7.) core 16.09.2010 - 16:06 Uhr
ich sehe das auch nicht so eng, hab schon von einem 775er (975x) auf einen 775er (P45) gewechselt,"nur" weil die phasen von meinem AW9d-MAX leider nicht ausreichten einen Quad zu übertakten...

EDIT: währe schon cool wenn ich jetzt einfach den Q66 gegen einen SandyBridge tauschen koennte, aber da wird der Chipsatz wohl nicht mitmachen...wo wir wieder bei halbwertszeit sind und das ganze thema wieder belanglos wird....
6.) TeHaR 16.09.2010 - 14:22 Uhr
Madbomb:
Ich habe zum Beispiel einen C2D E4300 mit einem Gigabyte P35-DS4 und würde nicht auf die Idee kommen nur ein Teil zu erneuern wenn die Möglichkeit bestände.


Ja das geht vielleicht dir so (aus mir total unerfindlichen Gründen). Ich für meinen Teil finde es gut das wie zB bei AMD vor 4 Jahren mit nem Athlon X2 3800 starten konnte und dann jetzt noch nen 3-4x so schnellen Phenom II X6 einbauen kann.

Im Mainboard Markt hat sich in den letzten Jahren eh quasi nix getan. Selbst die ersten AM2 Boards hatten PCIe , USB2.0 und SATA (zwar nur SATA1 aber das hat keinen einfluss außer man hat ne mega schnelle SSD). PCIe2.0 ist total Sinnlos, USB3 ist gerade erst am kommen. Und das kann man zur not mit ner 10€ Steckkarte nachrüsten.

Wenn man den CPU austauscht is außerdem kein Neuinstall des OS nötig. Das OS aber nicht neu aufzusetzen ist bei einem Mainboardwechsel aber extrem schwer.

Fazit: Es ist einfach nur extrem lahm von Intel das man nen Sockel gerade ma 1,5 Jahre leben lässt. Die Planung war einfach mies. Aber sowas kann man sich halt mit > 80% Marktanteil leisten...
5.) Madbomb 16.09.2010 - 12:16 Uhr
Also ich für meinen Teil sehe die Sockelkompatibilität generell nicht so eng, da ich glaube das man sowohl CPU als auch Mainboard vergleichsweise selten wechselt, dass es sich generell nicht lohnt nur ein Teil zu erneuern.
Ich habe zum Beispiel einen C2D E4300 mit einem Gigabyte P35-DS4 und würde nicht auf die Idee kommen nur ein Teil zu erneuern wenn die Möglichkeit bestände.
Ich denke aktuelle CPUs bieten genug Performance für ausreichende lange Zeit, dass man diesen Punkt vernachlässigen kann sofern man dazu bereit ist.
Und das sich sowas nicht lohnt muss wohl auch AMD bemerkt haben, sonst hätten sie die Kompatibilität nicht auch verworfen für die kommende Generation.
4.) Phenocore 16.09.2010 - 09:45 Uhr
"Sandy Bridge verwendet im Gegensatz zu bisherigen CPUs das Display-Port-Protokoll anstelle des LVDS-Protokolls für den Monitor-Anschluss."

Also in der Dokumentation der Intelprozessoren mit integrierter Grafik bei aktuellen Core i5 und Core i3 Prozessoren steht schon seit langen, dass FDI (Flexible Display Interface) auf Display-Port basiert.

http://download.intel.com/design/proces ... 322909.pdf

Seite 14: Based on Display Port standard

Wenn FDI also schon lange a Display Port standard basiert, dann ändert sich zwischen Chipsatz und Prozessor ja nichts. Was zwischen Chipsatz und Monitorausgang passiert, interessiert nur den Chipsatz, nicht die CPU.

Die GPU war komplett auf einem anderen Die, die müsste eigentlich damals schon einen eigenen Power-Plane haben. Beim Uncore-Bereich bin ich mir nicht sicher. Aber die CPUs können schon jetzt PowerGating. Wenn es also damals nicht nötig war auf unabhängige Stromzuführungskanälle zu setzen, warum dann jetzt? Es gibt keinen zwingenden Grund, man hätte also hier die Kompatibilität wahren können.

Bleibt nur noch "Die Anordnung der Pins wäre aus elektrischer Sicht nicht optimal gewesen."
Was so viel bedeutet: Wir haben beim 1156-Sockel so ziemlich alles stümperhaft umgesetzt und wollten es damals mit Blick auf "Time to Market" nicht mehr ändern, deswegen machen wir jetzt 12 Monate später einen neuen Sockel...
3.) f1delity 16.09.2010 - 08:59 Uhr
War für mich absehbar, dass die Mainstream-Boards nicht lange halten werden, hoffe einfach mal das S1366 etwas länger am Leben gehalten wird, will da ja nach Möglichkeit nächstes Jahr noch einen Hexa/Octacore einsetzen und auf gar keinen Fall eine GPU im CPU haben.
2.) isigrim 16.09.2010 - 07:57 Uhr
Zumal Sandy Bridge wahrscheinlich zur Zeit der Veröffentlichung des 1156er wahrscheinlich schon fertig designt war und man daher durchaus hätte abschätzen können, was man in die nächste Generation einbauen will.
Wie ist das mit dem "Taktgeber in der CPU", spielt das nicht auch eine Rolle? Denn wenn man bei den Mainboards auf einen einzelnen Taktgeber setzt, der für alles zuständig ist und über die CPU gesteuert wird, dann muss die CPU das auch irgendwie hardwaremäßig beherrschen. Also könnte man auch deshalb zwangsläufig keinen Clarkdale einsetzen, oder?
1.) N1truX 16.09.2010 - 06:50 Uhr
Mag sein, aber trotzdem hätte man bei der LGA1156 Entwicklung schon daran denken können. Das AMD da kaum eine Chance hat ist klar: AM3 ist ein AM2 Sockel mit DDR3-Support und ein paar kleinen Änderungen und AM2 wurde im Mai 2006 vorgestellt - Nix mit Fusion. Aber LGA1156 ist jetzt gerade einmal 12 Monate alt..
Zumindest auf Abwärtskompatibilität sollte man achten. Sprich das 1156er auch in die neuen 1155er Boards passen. Da aber ein Pin zu viel da ist, habe ich da so meine Bedenken.