IFA - Nvidia Tegra 2 mit Spätzünder

Nvidia"2010 wird das Jahr der Tablets" - so hatte es der Nvidia-CEO Jen Hsun Huang im Januar bei der Vorstellung des zweiten Tegra-Prozessors auf den Punkt gebracht. Doch das erste halbe Jahr blieb es dann fast völlig still um Nvidias ARM-SoC - und auch um die iPad-Konkurrenten. Nach wie vor dominiert Apple den selbst kreierten Markt und hat die Konkurrenz damit auf die Plätze verwiesen.

HannSpree Tablet - IFA 2010

Die IFA scheint nun aber eine Art Wendepunkt in doppelter Hinsicht. Einerseits werden jetzt fertige Tablets gezeigt, andererseits kann man momentan nüchtern feststellen, dass ARM-Prozessoren im Tablet-Markt dominieren. Dabei spielt nun vor allem Nvidia mit ihrem High-End-ARM-SoC Tegra 2 ganz vorne mit.
Toshiba hat mit seinem Folio 100 ein Tablet vorgestellt, das im Oktober auf den Markt kommen soll und auch HannSpree hat sein 10-Zoll-Tablet auf der IFA gezeigt, das für November geplant ist.

HannSpree Tablet - Spezifikationen IFA 2010

MSI hat für dieses Jahr sein WindPad 110 angekündigt und auch weniger bekannte Anbieter wie StreamTV und InterPAD wollen ab Jahresende in diesem Markt mitmischen. Allesamt setzen auf Nvidias Tegra 2, der damit - ziemlich verspätet - ein großer Erfolg für die Grafikspezialisten werden könnte. Allerdings scheint Nvidia inzwischen auch den anfangs angepeilten Preis seiner Plattform für die Hersteller gesenkt zu haben, um die Plattform insgesamt attraktiver zu machen. Nichtsdestotrotz bietet Nvidia mit dem Tegra 2 deutlich mehr, als die Konkurrenz derzeit liefern kann. Zwei Cortex A9-Kerne mit 1 GHz, während viele andere Firmen noch mit der Einzelkernversion Cortex A8 arbeiten. Dazu eine ULV-Geforce-Einheit auf dem SoC und ein Videoprozessor, der Filme bis 1080p flüssig darstellen kann.

Doch warum kommen die Tablets so spät? Eigentlich war die Plattform ja schon im Januar fertig und wurde inklusive einiger Tablet-Prototypen auch schon vorgestellt. Das Problem dürfte demnach weniger die Hardware gewesen sein als die dazugehörige Software beziehungsweise das Betriebssystem inklusive Apps. Hier gab es bis vor kurzem nichts, das Apples iOS auch nur annähernd gleichkam. Erst mit Android in der Version 2.2 – Codename Froyo – steht nun ein tatsächlich passendes System für Tablets bereit.
Hier muss Nvidia wahrscheinlich ein dickes Dankeschön an Google richten, denn ohne die schnelle Entwicklung von Android hin zum iOS-Konkurrenten - und damit zu einem nativen "Touch-OS" - würden wir momentan wahrscheinlich verstärkt Geräte sehen, die auf Intels Atom basieren und mit Windows 7 - oder doch eher Meego? - daherkommen.

Nun da die Software bereit ist, kann Nvidia endlich auch mit seiner Hardware punkten. Wir sind gespannt, wie sich der Markt der ARM-SoCs in den nächsten Monaten entwickeln wird und wollen dabei mit einigen Artikeln diesen, derzeit noch weniger beachteten Hardware-Bereich etwas genauer unter die Lupe nehmen.


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3 Kommentare

3.) core 03.09.2010 - 19:58 Uhr
...ja richtig, an den hab ich garnicht mehr gedacht! ^^
Am wichtigste währe mir eben das Windows OS
2.) N1truX 03.09.2010 - 19:44 Uhr
Dann lieber mit Ontario :)
1.) core 03.09.2010 - 19:43 Uhr
Na gegen ein Windows7 Tablet mit Atom hätte ich auch nichts...na mal schauen ob dieses Jahr noch etwas in der richtung unterm Weihnachtsbaum liegt ;)