Erster Intel Sandy Bridge-Test

IntelUnter dem Codenamen Sandy Bridge entwickelt Intel seit Längerem an einer neuen Prozessorarchitektur. Anandtech hatte vorab die Gelegenheit, erste Tests mit einem 3,1 GHz schnellen Quad-Core-Prozessor durchzuführen, der später als Core i5-2400 in den Handel kommen sollte.
(Das Engineering-Sample unterstützt im Gegensatz zum Core i5-2400 auch SMT, weswegen Anandtech Benchmarks mit und ohne SMT bereitstellt)

Wie die vorwiegend Multi-Threaded-Bechmarks offenbaren, kann sich der Core i5-2400 in fünf von acht Applikationen vor dem Core i5-880 mit 3,06 GHz Taktfrequenz platzieren. Der Phenom II X6 1090T ist lediglich unter einer Applikation schneller, die Performance des aktuellen Intel-Flaggschiffs Core i7-980X wird interessanterweise allerdings nur in einem Single-Threaded-Benchmark übertroffen.
Summa summarum bestätigt sich, dass Sandy Bridge eher evolutionäre statt revolutionäre Performancesprünge liefert, wenngleich man aufgrund einer handvoll Benchmarks mit einer Vorserien-CPU noch keine allgemeingültigen Schlüsse ziehen sollte. Es werden ledigich bestehende Tendenzen bestätigt.

Wie alle kommenden Core i3- und i5-CPUs besitzt auch der Core i5-2400 eine integrierte Grafiklösung. Diese taktet auf diesem Muster noch mit 800 statt 850 MHz, ließ dennoch auf beeindruckende Weise durchblicken, dass Intel hier gewaltige, ja revolutionäre Schritte gemacht hat. Unter vier Spielen zeigt sich, dass sich die Spieleleistung gegenüber den aktuellen IGPs verdoppelt hat! Das führt dazu, dass die neue Intel-IGP in drei von vier Spielen gar schneller rechnet als eine HD 5450! Dies hatte man bis dato nicht für möglich gehalten und zwingt AMD wohl, mit seinem Fusion-Prozessor auch die Grafikperformance noch einmal aufzustocken, schließlich wollte man hier mit dem Know-How ATIs klar gegenüber der Konkurrenz punkten.

Ebenfalls interessant sind die Verbrauchsmessungen: Die sehr guten Idle-Werte kann auch die Sandy Bridge-CPU nicht übertreffen, aber zumindest halten. Unter Last zeigen sich dann trotz bärenstarker, integrierter Grafiklösung klare Vorteile: Die Core i5-2400-CPU begnügt sich mit gut 20 Watt weniger als der etwas leistungsschwächere Core i5-880-Prozessor und unterbietet auch die Verbrauchswerte des Core i5-760 um gut 10 Watt!

Was kann man anhand dieses ersten Tests sagen? Die CPU-Performane wird mit Sandy Bridge zwar steigen, aber auf einem überschaubarem Niveau. Anders sieht das bei der GPU-Performance aus: Diese dürfte sich verdoppeln und somit gar aktuellen Low-Cost-Lösungen gefährlich werden. Das alles scheint mit einem nochmals gesenkten Energiebedarf auf die Beine gestellt worden zu sein.
Hat man zudem im Hinterkopf, dass Intel sehr faire Preise plant - so soll der Core i5-2400 zum Start gerade einmal 160 Euro kosten -, drohen erneut schwere Zeiten, auf AMD zuzukommen. Glücklicherweise hat man aber auch selbst die letzten Jahre nicht geschlafen und verspricht mit Bulldozer und Bobcat passende Antworten in der Schublade zu haben.


Kommentar schreiben

  • Loggen Sie sich oben mit ihren Benutzerdaten ein, um Kommentare zu verfassen.
  • Falls Sie noch kein Mitglied sind, können Sie sich in unserem Forum registrieren.

3 Kommentare

3.) Flare 31.08.2010 - 19:40 Uhr
der 880 kostet aktuell ca 550,- euro
der 2400 soll 160,- kosten und schneller sein

und jetzt bin ich auf dem standpunkt das dieser massive P/L Verbesserungssprung (Preis um 2-Drittel gesenkt)
das ist doch dumm wenn es bei den aktuell für intel immernoch sehr-guten Marktanteilsverhältnissen
auf einmal 390,- euro für den Verbraucher geschenkt gibt

warum sieht sich intel dazu veranlasst die neuen gleichstarken cpus nicht gleichteuer zu verkaufen ???
sondern die 390,- euro in den wind blasen.

da amd sowieso nicht nach den i7-ern jagt ist dieser P/L-Weg wie ein Knock-Out für AMD
bald gibt es 3,2Ghz X6er von AMD für ?? was ?? 100,-Euro wie soll das gehen wenn der Bulldozer nicht richtig was schafft ?

ich hoffe das besste das ich mir nix blaues in den tower schrauben muss.
2.) eXEC 31.08.2010 - 16:29 Uhr
Falsch.
Intel hat weder Respekt, noch Angst vor dem, was AMD bringen könnte.
Intel passt sich dem Markt an. So stark wie nötig, aber so schwach wie möglich. Gut genug für die Konkurrenz und gut genug für den Gewinn.
Intel könnte problemlos einen i7 750 für 100€ verkaufen, das machen sie aber nicht. Weil es nicht nötig ist. AMD machts im übrigen nicht anders, früher kostete ein AMD Athlon X2 4200 über 400€, weil Intels P4 scheiße war. Die sind erst so billig, seitdem sie technisch so stark hinten liegen.
Das ganze hat noch einen positiven Nebeneffekt, ist eine CPU niedriger getaktet, kann die Spannung reduziert werden und der Stromverbrauch sinkt. Deshalb steht Intel momentan beim Stromverbrauch sehr sehr gut da, weil sie ihre potentiellen Taktmonster weit unter ihrem Limit betreiben. 80% jedes (D0)Bloom/Lynnfield erreicht 4Ghz bei OC, fast 100% schaffen 3500Mhz ohne Spannungserhöhung
1.) Flare 31.08.2010 - 14:04 Uhr
Es ist doch immerwieder ersichtlich
das intel, dem Konsumenten nur soviel an preis/leistungsverbesserung gönnt wie es gerade nötig ist
um keinen boden an amd zu verlieren.

auf einmal geht diese leistung für den preis, oh wunder
das sagt mir rückschließend:
intel hat gehörigen respekt vor dem was das von amd zu kommen scheint.
oder amd wird ab nächstem jahr die türen schließen.