Nvidia mit Verlusten im abgelaufenen Quartal

NvidiaNvidia hat heute die Quartalszahlen für das 2. Quartal 2011 - Nvidias Quartalszählung - veröffentlicht. Dabei steht einem Umsatz von 811,2 Millionen US-Dollar ein Nettoverlust von 141 Millionen US-Dollar gegenüber. Nvidia hatte schon im Juli angekündigt, dass die Ergebnisse deutlich schlechter ausfallen würden als im Vorquartal.

Während am Ende des ersten Quartals noch ein Gewinn von 137,6 Millionen US-Dollar verzeichnet werden konnte, werden die Ergebnisse diesmal vor allem durch die großen Lagerbestände und die Folgen des so genannten Bumpgate-Desasters getrübt. Darunter werden Material- und Packagingprobleme verstanden, die Nvidia-Chips betreffen, welche vor Juli 2008 ausgeliefert wurden und bei denen im schlimmsten Fall ein Totalschaden droht. Betroffen sind zum Beispiel einige Geforce-Grafikkarten der 8er-Reihe. Die Kosten für diese Probleme belaufen sich bisher auf 193,9 Millionen US-Dollar, die dementsprechend die Bilanzen trüben. Ohne diese Probleme stünde ein knappes Plus, was angesichts der anziehenden Konjunktur dennoch ein schwaches Ergebnis bliebe. Hier erklärt man bei Nvidia, dass vor allem das unerwartet starke Kaufinteresse an Grafikkarten im Niedrigpreis-Segment dafür verantwortlich sei. Und gerade dort steht Nvidia noch immer ohne aktuelle Grafikbeschleuniger da, während ATI sein DirectX 11-Lineup seit längerem am Markt hat und ab November nochmals nachlegen wird.

. Zeitraum Umsatz in USD Gewinn in USD
Q1 05 26.01.04 - 25.04.04 471,9 Mio. 21,3 Mio.
Q2 05 26.04.04 - 25.07.04 456,1 Mio. 5,1 Mio.
Q3 05 26.07.04 - 24.10.04 515,6 Mio. 25,9 Mio.
Q4 05 25.10.04 - 30.01.05 566,5 Mio. 48,0 Mio.
Q1 06 31.01.05 - 01.05.05 583,8 Mio. 64,4 Mio.
Q2 06 02.05.05 - 31.07.05 574,8 Mio. 74,8 Mio.
Q3 06 01.08.05 - 30.10.05 583,4 Mio. 65,3 Mio.
Q4 06 31.10.05 - 29.01.06 633,6 Mio. 98,1 Mio.
Q1 07 30.01.06 - 30.04.06 681,8 Mio. 90,7 Mio.
Q2 07 31.04.06 - 30.07.06 687,5 Mio. 86,8 Mio.
Q3 07 31.07.06 - 29.10.06 820,6 Mio. 106,5 Mio.
Q4 07 30.10.06 - 28.01.07 878,9 Mio. 163,5 Mio.
Q1 08 29.01.07 - 29.04.07 844,3 Mio. 132,3 Mio.
Q2 08 30.04.07 - 29.07.07 935,3 Mio. 172,2 Mio.
Q3 08 30.07.07 - 28.10.07 1120 Mio. 235,7 Mio.
Q4 08 29.10.07 - 27.01.08 1200 Mio. 257,0 Mio.
Q1 09 28.01.08 - 27.04.08 1115 Mio. 176,8 Mio.
Q2 09 28.04.08 - 27.07.08 892,7 Mio. -120,9 Mio.
Q3 09 28.07.08 - 25.10.08 897,7 Mio. 61,7 Mio.
Q4 09 26.10.08 - 25.01.09 481,1 Mio. -147,7 Mio.
Q1 10 26.01.09 - 27.04.09 664,2 Mio. -201,3 Mio.
Q2 10 28.04.09 - 26.07.09 776,5 Mio. -105,3 Mio.
Q3 10 27.07.09 - 28.10.09 903,2 Mio. 107,6 Mio.
Q4 10 29.10.09 - 31.01.10 982,5 Mio. 131,1 Mio.
Q1 11 01.02.10 - 02.05.10 1000 Mio. 137,6 Mio.
Q2 11 03.05.10 - 01.08.10 811,2 Mio. -141,0 Mio.


Ein weiteres Problem, dass allerdings nicht in den Bilanzen erwähnt wird, dürfte die nach wie vor schlechte Verbreitung von Tegra-Chips sein. Zwar werden auf der IFA Anfang September einige Produkte mit Tegra 2 erwartet, bisher gibt es aber kein einziges fertiges Gerät am Markt, obwohl Nvidia den Chip schon im Januar vorgestellt hat und große Hoffnungen auf die Marke Tegra gesetzt hatte. Jen Hsun Huang spricht dennoch von exzellenten Ergebnissen im Tegra-Bereich, woraus man entweder schließen könnte, dass wirklich viele Produkte auf Tegra 2-Basis zu erwarten sind - immerhin sind einige Tablets und Smartbooks angekündigt - oder man müsste annehmen, dass mit exzellenten Ergebnissen lediglich gemeint ist, dass hier keine Verluste gemacht wurden.

"We delivered excellent results in Quadro professional graphics, Tesla GPU computing, and our Tegra system-on-a-chip business. But our GeForce consumer business fell significantly short of expectations amid weak PC demand in Europe and China. Although demand among end-users remains uncertain, we expect to drive revenue and grow market share with new products that are gaining momentum in each of our businesses."

Nach wie vor ist also der professionelle Bereich Nvidias wichtigstes Standbein. Auf Dauer wird es aber auch wichtig sein, im Consumer-Bereich wieder Fuß zu fassen. Ein erster Schritt dazu war der Start der GTX 460, ein weiterer wird die Veröffentlichung der GF106- und GF108-basierten Grafikkarten im kommenden Quartal sein. Ein starker Gegenwind steht Nvidia allerdings in Form der Southern Islands von AMD bevor und auch die Fusion-Chips von AMD und Sandy-Bridge-CPUs von Intel dürften es im kommenden Jahr für Nvidia schwerer machen, seine Grafikkarten zu verkaufen.
Für das dritte Quartal erwartet Nvidia aber Steigerungen beim Umsatz und ein Erreichen der Gewinnzone.


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