Nvidia: Starker Umsatzrückgang in Q2/2010

NvidiaWie Nvidia gestern Abend auf der firmeneigenen Internetpräsenz bekannt gab, erwartet man für das zweite Quartal dieses Jahres einen deutlichen Umsatzrückgang. Das zweite Quartal endet für Nvidia am 1. August. Eine Telefonkonferenz sowie die damit zusammenhängende genaue Bekanntgabe der Zahlen wird man am 12. August abhalten.
Am 13. Mai noch rechnete Nvidia mit einem Umsatz von 950 bis 970 Millionen US-Dollar und damit nur unwesentlich weniger als die eine Milliarde US-Dollar im ersten Quartal, was dem üblichen, saisonal bedingten Rückgang entspricht. Nun jedoch korrigierte man die Erwartungen um beinahe weitere 20 Prozent herab. Als Gründe nennt Nvidia:

The revenue shortfall occurred primarily in the consumer GPU business, resulting from increased memory costs and economic weakness in Europe and China. The increased solution cost of discrete GPUs led to a greater-than-expected shift to lower-priced GPUs and PCs with integrated graphics.

Demnach seien vor allem steigende Preise für Speicher sowie die wirtschaftlich schlechte Lage in Europa und China maßgeblich ausschlaggebend für den unerwartet niedrigen Umsatz. Zudem sollen die Konsumenten vermehrt auf günstige Grafik-Prozessoren setzen, wenn nicht gar auf integrierte Grafikeinheiten.

Nvidia führt jedoch nicht weiter aus, dass man genau in den genannten Bereichen aktuell kaum beziehungsweise keine konkurrenzfähigen Produkte am Markt hat. Während AMD mit der HD 5000-Generation bereits seit über sechs Monaten ein komplettes Lineup am Markt und den Margen-reichen Bereich von 100 bis 200 Euro gar noch länger mit DirectX 11-Beschleunigern besetzt hat, konnte Nvidia hier erst vor kurzem mit der GTX 460 punkten. Den Bereich von unter 150 versorgt man allerdings immer noch nicht. Hier werden erst GTS 450 und co. Abhilfe schaffen können.
Auch den Bereich der integrierten Grafikeinheiten kann man nur noch bedingt abdecken, da sich Nvidia in den letzten Monaten immer stärker aus dem Chipsatzmarkt zurückgezogen hat. Die Produktion von Chipsätzen für AMD-basierte Systeme wurde unrentabel und für Intel-Plattformen fehlen schlichtweg neue Lizenzen.


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4 Kommentare

4.) Kellerkind 29.07.2010 - 19:22 Uhr
Außerdem ist und bleibt Nvidias Architektur schlechter bei performance-pro-mm² und performance-pro-Watt. Das ist sowohl für die Gewinnmargen als auch die Konkurrenzfähigkeit alles andere als optimal. Selbst der so hoch gelobte GF104 ist trotz satten 550 Mio. mehr Transistoren kaum schneller als der alte GT200b. Wenn AMD bei der kommenden SI-Reihe an den richtigen Stellen angesetzt hat, wird AMD noch eine ganze Weile die Oberhand behalten.
3.) N1truX 29.07.2010 - 17:52 Uhr
Naja aber auch nur langsam. Zumal sie ja immer noch nichts unter 150 Euro haben, und da wird dann auch im OEM-Segment die Masse abgesetzt, welche folglich Umsatz generiert.
2.) (th) 29.07.2010 - 17:23 Uhr
da sieht man wie verzögert sich neuheiten auf dem Markt etablieren. Sonst hätte Nvidia schon letztes Quartal größere Verluste hinnehmen müssen.
Mal sehen wie lang es dauert bis sich die Mainstreamlösungen durchsetzen. Zusammen mit der GTX 460 gehts dann bestimmt wieder aufwärts.
1.) core 29.07.2010 - 10:01 Uhr
Mit der Nvidia-Aktie gehts auch stetig Bergab...
Scheinbar ist AMD nicht so betroffen von der angeblich schlechten wirtschaftlichen Lage in China und Europa ;)
Und wenn was geboomt hat in der "Krise", dann doch Unterhaltungselektronik!